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Kulturnachrichten
Sukultur Verlag sucht Einigung mit Hegemann
Nach den Plagiatsvorwürfen an die junge Bestseller-Autorin Helene Hegemann hat sich der geschädigte Sukultur Verlag zu Wort gemeldet. Geschäftsführer Frank Maleu sagte, er sei an einer gütlichen Einigung interessiert. Das Buch von Hegemann sei ein gutes Buch. Dennoch hätte die Autorin ihre Quellen nennen müssen. Die 17-jährige Hegemann hatte für ihr Sensationsdebüt "Axolotl Roadkill" ganze Passagen aus dem Roman "Strobo" übernommen, der im vergangenen Jahr im Sukultur Verlag erschienen ist.
Gericht untersagt Kinderfoto im Film
Der Kinofilm "Der entsorgte Vater" darf nicht in seiner Originalfassung gezeigt werden. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden. Entfernt werden muss nun eine Sequenz, die ein Foto des Filmemachers mit seiner damals dreijährigen Tochter zeigt. Zur Begründung hieß es, das eingeblendete Foto verletze die Persönlichkeitsrechte des Kindes. Das Düsseldorfer Gericht bestätigte damit eine einstweilige Verfügung, die die Mutter des Mädchens erwirkt hatte. Der Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger stellt die Geschichten von fünf Vätern vor, denen der Umgang mit ihren Kindern aus unterschiedlichen Gründen verwehrt bleibt. Einer der fünf vorgestellten Väter ist der Filmemacher selbst.
Europäischer Übersetzerpreis für Hanns Grössel
Der mit 15.000 Euro dotierte Europäische Übersetzerpreis geht in diesem Jahr an Hanns Grössel. Die Jury würdigte Grössels "Sensibilität bei seinen Übersetzungen dänischer Lyrik, insbesondere der Werke von Inger Christensen, der 2009 verstorbenen bedeutendsten Lyrikerin Dänemarks". Grössel wurde 1932 in Leipzig geboren und lebt in Köln. In den 1960er Jahren war er Lektor bei Rowohlt und danach Literaturredakteur beim Westdeutschen Rundfunk. Seit 1997 arbeitet Grössel als Übersetzer, Herausgeber und Kritiker dänischer, französischer und schwedischer Literatur.
Neue Runde im Streit um Kafka und Brod
Im Streit um den Nachlass der beiden Schriftsteller Max Brod und Franz Kafka haben sich 24 renommierte israelische Wissenschaftler zu Wort gemeldet. Sie forderten in einem offenen Brief, das Brods Nachlass, zu dem auch Materialien von Kafka gehören, in Israel bleibt. Vor Gericht in Tel Aviv geht es derzeit darum, ob zwei Schwestern rechtmäßige Erbinnen sind oder ob der literarische Schatz dem Archiv der Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben wird.
Chinesischer Autor schreibt an Angela Merkel
Der chinesische Autor Liao Yiwu hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für die Aufhebung seines Reiseverbotes einzusetzen. In einem offenen Brief schreibt er, Merkel wisse aus eigener Erfahrung, was Diktatur bedeute. Liao ist im März zur lit.Cologne in Köln eingeladen, darf aber nicht ausreisen. Bereits im vergangenen Oktober hatten ihm die chinesischen Behörden untersagt, an der Frankfurter Buchmesse teilzunehmen. In Deutschland wurde Liao Yiwu durch sein Buch "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten" bekannt. Dafür hatte er Toilettenputzer, Prostituierte, alte Mönche und politische Häftlinge interviewt. Das Buch ist in China verboten.
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