Ein anatomischer Bericht - 17.11.2012: Stundenbuch des Todes
Vom Atemstillstand bis zum Austrocknen - das Radiofeature "Stundenbuch des Todes" beschreibt verstörend genau das Sterben. WDR 3 sendete es Samstag (17.11.2012) im Rahmen der ARD Themenwoche "Leben mit dem Tod". Hier bei WDR3.de können Sie das Feature nachhören.

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Wie ein Leben zu Ende geht
"Das Gesicht sieht friedlich aus. Keine Angst, kein Entsetzen in diesem Gesicht. Auch nicht Schmerzen. Oder Wut. Kein Erstaunen. Nichts. Die Muskeln: vollkommen erschlafft. Die Pupillen: starr." So beginnt das WDR 3 Kulturfeature "Stundenbuch des Todes" des Autors Gotthard Schmidt. Am Ende der 54 Minuten steht der "Madenfraß", die "Skelettierung". "Der Tod ist abgeschlossen", lautet der letzte Satz.
Enorme Hörerresonanz nach ersten Sendung 2006
Gotthard Schmidt begegnet dem Thema Tod mit einem sachlichen Bericht der biologischen und physiologischen Vorgänge des Zerfalls. Die Produktion des Bayerischen Rundfunks (BR) von 1998 war bereits im Jahr 2006 bei WDR 3 zu hören und hat enorm viel Hörerresonanz bewirkt. WDR-Redakteurin Dorothea Runge, die die Sendung damals ins Programm gehoben hat und auch diesmal betreut, erinnert sich, dass noch Monate später das Manuskript zum Feature angefordert wurde. Trotz der schonungslosen Beschreibung von Tod und Verwesung habe es damals ausschließlich positive Reaktionen gegeben.
Kommentare zum Feature im Gästebuch
Verstörend oder am Ende vielleicht sogar doch beruhigend? WDR3.de hatte am Samstag (17.11.2012) dazu aufgerufen, über das "Stundenbuch des Todes" zu diskutieren. Das Gästebuch wurde um 20 Uhr geschlossen. Das Feature gibt es hier zum Nachhören, es wird zwölf Monate lang online bleiben.
Das Feature zum Nachhören
Produktion: BR 1998
Redaktion: Dorothea Runge
Zu dieser Sendung wird kein Manuskript im Internet veröffentlicht.
Zur Sendung
Stand: 17.11.2012, 20.18 Uhr
Kommentare zum Thema (12)
letzter Kommentar: 17.11.2012, 20:02 Uhr
- WDR3.de schrieb am 17.11.2012, 20:02 Uhr:
- Vielen Dank für die Kommentare. Das Gästebuch ist nun geschlossen.
- Manfred Müller-Berg schrieb am 17.11.2012, 17:31 Uhr:
- Neben der einfühlsamen und zugleich spannenden Darstellung des Features ist mir die umfassend informative Wiedergabe des bis zu 10 Jahre dauernden Ablaufs des Zerfalls heute neu bewusst geworden. Welch eine außergewöhnliche Arbeit, diese Sendung! Gratulation! Sie wirft für mich die persönliche Frage auf: Sarg oder Urne? Die Antwort bleibt noch eine Weile offen.
- Hildegard Krieg schrieb am 17.11.2012, 16:06 Uhr:
- Feature: Stundenbuch des Todes Ein sehr tiefgehendes berührendes Feature, in das ich "zufällig" hineingeraten bin, - auf meiner Couch liegend. Konzentriert lauschend wurde immer stiller und habe gleichzeitig auch in mich hineingehört - ich lag "wie sterbend" da, fühlte meinen Körper und war gleichzeitig dankbar, zu leben. Diese Beschreibungen des Sterbens. bzw. Übergangs kann man auch teilweise auch im tibetischen Buddhismus finden, wie im "Tibetanischen Totenbuch". Einfach hervorragend recherchiert, geschrieben, wunderbar gesprochen und musikalisch sehr treffend begleitet. Es sollte bald wieder zu hören sein! Herzlichen Dank und - wie schön ist das Leben!
- Dirk H. schrieb am 17.11.2012, 15:30 Uhr:
- Das Manuskript lässt sich problemlos googlen.
- Barbara Fila schrieb am 17.11.2012, 14:34 Uhr:
- Seit ich 2006 zum ersten Mal das "Stundenbuch des Todes" gehört habe, habe ich darauf gewartet, dass es noch einmal gesendet wird. Es ist eben ein tolles Feature in einer sehr guten künstlerischen Darstellung. Es wäre schön, wenn die Möglichkeit gegeben würde, das Feature herunterzuladen, bzw. ein Manuskript zur Verfügung stände.
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