Sonntag, 04.04.10 um 00:05 Uhr
Jazz in Italien
Die aktuelle italienische Szene
Mit Karl Lippegaus
Die Jazzbegeisterung der Italiener reicht zurück bis zur ersten Jazzplatte "Tiger Rag" mit Nick La Rocca. In den 20er Jahren ersetzten Trompeten und Saxofone die Geigen in den Tanzorchestern. Zwar verboten die Faschisten das Zusammenspiel von schwarzen mit weißen Musikern, doch ausgerechnet ein Sohn des Duce wurde Jazzpianist. 1957 präsentierte Giorgio Gaslini beim Sanremo Festival die erste Fusion aus Jazz und Zwölftonmusik. Gato Barbieri und Don Cherry verlegten ihren Wohnsitz nach Rom und beeinflussten eine ganze Generation. Der Trompeter Enrico Rava, noch heute sehr aktiv, machte sich in Berlin, London, New York und Buenos Aires einen Namen. Seit Jahren finden einige der größten Jazzfestivals auf europäischem Boden in Italien statt. Jazz wird in Konservatorien gelehrt und ist in den Medien präsent. Die Liste hervorragender Musiker ist lang: Gianluigi Trovesi, Enrico Pieranunzi, Stefano di Battisti, Paolo Fresu, Stefano Bollani oder Franco D’Andrea, um nur einige zu nennen. Auch kleinere Orte werden jedes Jahr von in- und ausländischen Jazzfans heimgesucht, die gerade den "Jazz all' Italiana" besonders lieben - wie etwa in Clusone, Bergamo, Roccella oder Parma.
Redaktion: Bernd Hoffmann













