Freitag, 29.01.10 um 20:05 Uhr
WDR 3 Städtekonzerte NRW
Beethoven Orchester Bonn Live
Arabella Steinbacher und Daniel Müller-Schott
Das klug gewählte Programm des Beethoven Orchesters unter Stefan Blunier spannt einen großen dramaturgischen Bogen von Brahms bis Schmidt. Am Beginn steht die düstere „tragische Konzertouvertüre“ von Johannes Brahms. Ihr folgt sein letztes Konzert- und Orchesterwerk, das Doppelkonzert für Violine, Cello und Orchester, mit dem er die Freundschaft zum Geiger Joseph Joachim wieder beleben wollte, was ihm, urteilt man nach der schnell angesetzten Uraufführung und den Folgeaufführungen, wohl gelungen ist. Formal bezieht sich Brahms weniger auf die im 19. Jahrhundert unüblich gewordenen Konzerte für mehrere Solisten, sondern er orientiert sich an der dreisätzigen Konzertform. Die beiden Solostreicher, die oft wie ein einziges großes Instrument klingen, bestimmen den Verlauf des Konzertes, vor allem den kantablen zweiten Satz. Den Abschluss des Abends bildet die 4. Sinfonie von Franz Schmidt. Er schrieb sie quasi als Requiem auf seine bei der Geburt ihres ersten Kindes verstorbene Tochter. Zentraler Punkt des Werkes ist dann auch der Mittelsatz, ein Adagio mit Trauermarsch, von dem aus sich die thematischen Fäden zum Eingangs- und Schlusssatz ziehen.
Johannes Brahms
Tragische Ouvertüre d-moll op 81
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-moll op 102
Franz Schmidt
Sinfonie Nr. 4 C-dur
Arabella Steinbacher, Violine
Daniel Müller-Schott, Violoncello
Beethoven Orchester Bonn
Leitung: Stefan Blunier
Live aus der Beethovenhalle, Bonn
Redaktion: Christoph Held













