Montag, 11.10.10 um 20:05 Uhr
Love’s Deep Ocean
Mugham-Kunst aus Azerbaidschan
Mit Bernhard Hanneken
Alim Qasimov, 1957 geboren, stammt aus Aserbaidschan, einer Region, die eher für ihre ökonomischen und politischen Nöte denn als Musiklandschaft bekannt ist. Seine Familie arbeitete in einer Sowjetkommune. Schon früh wurde seine außergewöhnliche Begabung entdeckt und gefördert. 1982 in seiner Heimat als bester Sänger seines Jahrgangs ausgezeichnet, begann er seinen Siegeszug durch internationale Konzerthäuser. 1999 erhielt er den Internationalen Musikpreis der UNESCO, eine hochrangige Auszeichnung.
Alim Qasimovs Gesangskunst ist eine Weiterentwicklung des Mugham, einer Improvisationsform mit Wurzeln in der persischen und arabischen Musik und mündlicher Tradition von Generation zu Generation. Die gesungenen Texte entstammen der Welt des orientalischen Ghazal. Es sind Gedichte aus dem Repertoire der mittelalterlichem Barden, der Aseri, und sie besingen die Liebe und deren Schönheit ebenso wie das Liebesleid – wobei ihr Metrum dem Sänger alle Freiheit reichhaltiger Ausschmückung lässt.
Zum Ensemble zählt Qasimovs Tochter Ferghana, die ihren Gesang wie ihr Vater mit der Rahmentrommel daff begleitet. Vier Instrumentalisten spielen die Langhalslaute tar, die mit der Haut eines Kuhherzens bespannt ist, die viersaitige Spießgeige kemanché, das Rohrblattinstrument balaban und die kleinen nagara-Pauken.
Alim Qasimov & Ensemble
Aufnahme des Abschlusskonzerts der diesjährigen Reihe "Century of Song" bei der „RuhrTriennale“ vom 3. Oktober 2010 aus der Jahrhunderthalle Bochum
- Die Sendung, soweit Bochumer Konzert, zum Nachhören
Redaktion: Werner Fuhr



















