Samstag, 13.03.10 um 12:05 Uhr
Die Irrfahrt des Soldaten Döblin
Schicksal eines deutsch-französischen Mathematikers
Von Jürgen Ellinghaus und Aldo Gardini
Im Jahr 2000 wird an der Pariser Akademie der Wissenschaften ein versiegelter Umschlag geöffnet. Er enthält bisher unbekannte Forschungsergebnisse des jungen Mathematikers Wolfgang Döblin, die diesen als einen bedeutenden Wegbereiter der modernen Wahrscheinlichkeitstheorie erscheinen lassen. Wolfgang Döblin war Sohn des jüdischen Schriftstellers Alfred Döblin, der mit seiner Familie vor den Nazis nach Zürich und später nach Paris floh.
Wolfgang Döblin hatte die französische Staatsbürgerschaft angenommen und erlebte den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als einfacher Soldat. Als die Deutschen anrückten, nahm er sich in dem Vogesendorf Housseras 25-jährig das Leben. Das mathematische Genie und die tragische Lebensgeschichte von Wolfgang Döblin sollten erst Jahrzehnte später in ihrer ganzen Tragweite erkannt werden. Am 17. März wäre er 95 Jahre alt geworden.
Die Sendung erhielt den Featurepreis 2007 der Stiftung Radio Basel.
Produktion: DRS 2007
Redaktion: Dorothea Runge
Zu dieser Sendung wird kein Manuskript im Internet veröffentlicht.
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