Freitag, 03.09.10 um 06:05 Uhr
WDR 3 Mosaik
Das Kulturmagazin
Musikangaben zu dieser Sendung finden Sie in der Playlist:
6.05 bis 7.00 Uhr
Text des Tages
Wilhelm Busch: Die beiden Enten und der Frosch
Kulturnachrichten
Migranten des Wortschatzes
Wie fremde Wörter bei uns heimisch werden
Heute: Kino
Was ist eigentlich die deutsche Sprache, woraus setzt sie sich zusammen? Mit der Entstehung des Neuhochdeutschen im 17. Jahrhundert war die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Sprache ist permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt, passt sich der Interaktion mit anderen Völkern und Ländern an, spiegelt veränderte Lebens- und Berufswelten. Manche Wörter bleiben Modeerscheinungen, andere richten sich dauerhaft im Sprachgebrauch ein - etwa scheinbar urdeutsche Begriffe wie "Eisbein" oder "kunterbunt", denen man ihre lange Reise zu uns gar nicht mehr anhört. Unser Autorenduo berichtet, wo die Wörter her kamen und warum sie im Deutschen heimisch wurden, immer freitags um 6 Uhr 45 und als Wiederholung gegen 8 Uhr 50.
Reihe von Rolf Bernhard Essig und Gudrun Schury
7.08 Uhr bis 8.00 Uhr
Ausstellung im Kunstverein Wolfsburg
Bilder der Gewalt sind der abendländischen Malerei nicht fremd - von Caravaggio und Goya bis zu Francis Bacon und zu jungen zeitgenössischen Künstlern. Der Kunstverein Wolfsburg zeigt Arbeiten von heute, die Gewalt zum Thema haben. Krisen evozieren Gewalt. Aber nicht nur Naturkatastrophen und schwere soziale Konflikte führen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Gewalt ist in jeder Gesellschaft latent vorhanden und kann durch wachsende soziale Ungleichheit geschürt werden. Finanzspekulation, Rückbau des Sozialstaates und prekäre Lebensverhältnisse lassen die Krise in weiten Teilen der Gesellschaft dauerhaft werden und erzeugen für kommende Generationen einen beispiellosen sozialen Sprengstoff. Aber nicht nur soziale Prozesse spielen in dieser Ausstellung eine Rolle. Die Exponate behandeln ein Phänomen, das mit dem Wesen des Menschen prinzipiell, seine Verletzbarkeit und seine Fähigkeit zu Leiden, aber auch mit seiner Aggression und seinem Zerstörungstrieb in Verbindung steht.
Ein Beitrag von Jürgen Werth
Kulturpresseschau
Blick in die Feuilletons von Michael Köhler
Kirche in WDR 3
Mit Pfarrer Wolfgang Dembski aus Dortmund
Zu Beginn: Der Herr ist mein Hirte, Motette
Komponist: Tobias Michael
Rheinische Kantorei
Leitung: Hermann Max
Ein Beitrag der Katholischen Kirche
8.05 Uhr bis 9.00 Uhr
Schul-Thriller
Premiere "Verrücktes Blut" bei der Ruhrtriennale
Eine Lehrerin sieht rot und gerät in Panik. In einer Kurzschlusshandlung nimmt sie ihre Schüler in Geiselhaft und hält sie mit einer Pistole in Schach. Der französische Film "La journée de la jupe" (Der Tag des Rocks) von Jean-Paul Lilienfeld ist ein melodramatisch aufgeladener Thriller mit Migrations-Hintergrund, in dessen Reizklima Aktionen und Reaktionen von Gewalt kaum mehr scharf zu trennen sind. Von den Pariser Banlieus mit ihren stark afrikanisch-arabischen Bevölkerungsanteilen wird er für die Ruhrtriennale nach Berlin und an seine sozialen Brennpunkte umgesiedelt. Die Macher des Projekts vom Berliner Theater "Ballhaus Naunynstraße" um Regisseur Feridun Erpuat und seinen Profi-Schauspielern und Laien halten sich offen, wie konkret sie den Fall situieren wollen. Zentrales Thema jedenfalls ist die Bildung als "derzeit ultimative gesellschaftliche Waffe", so Dramaturg Jens Hillje.
Eine Rezension von Andreas Wilink
Ars Sacra

Christliche Kunst und Architektur des Abendlandes
Die christliche Kunst hat die Kulturlandschaften Europas und der westlichen Welt maßgeblich geprägt. Ausgehend von den Kunst- und Machtzentren der Spätantike, breitete sich die orthodoxe Christianisierung von Byzanz bis nach Russland und über den Atlantik in die "Neue Welt" aus. Der schwergewichtige Band "Ars Sacra" illustriert nun die Kirchenarchitektur und die Geschichte der christlichen Kunst der vergangenen 1500 Jahre und ihre Entwicklung bis in die Gegenwart.
Ein Gespräch mit dem Kunsthistoriker Harald Wolter- von dem Knesebeck
Buchhinweis:
Ars Sacra - Christliche Kunst und Architektur des Abendlandes von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herausgegeben von Rolf Toman
Ullmann Verlag, Potsdam 2010
150,-- Euro
Kulturnachrichten
"Bonn hören" - Akustische Spurensuche in der Stadt
In Bonn ist der Stadtklangkünstler Sam Auinger unterwegs
Stadtschreiber kennt man seit Jahrzehnten: Schriftsteller, die eine Zeitlang an einen Ort eingeladen werden, in Kontakt mit den Bewohnern treten und den Aufenthalt für ihre Arbeit nutzen. Stadt-Klangkünstler gab es bisher nicht. Nun macht Bonn den Anfang. Der Komponist und Klangforscher Sam Auinger lebt für ein halbes Jahr als Gast der Internationalen Beethovenstiftung in der Stadt und gestaltet das Projekt „bonn hören“. Das hat viele Aspekte: Auinger entwirft eine Klangskulptur, die ab Oktober in der Nähe des Hauptbahnhofs zu erleben sein wird, er arbeitet mit Schülern und Studenten, macht den Klang der Stadt zum Thema einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen im Kunstmuseum. Im Mittelpunkt steht immer die Frage, was wir eigentlich mit den Ohren erfahren und wie akustische Wahrnehmung die Lebensqualität beeinflusst. Wichtigstes Arbeitsmaterial für den Künstler: die Höreindrücke, die er auf seinen Spaziergängen durch Bonn sammelt.
Ulrike Gondorf hat Sam Auinger begleitet
Redaktion: Terry Albrecht
Musikzusammenstellung: Judith Nüsser















