Montag, 14.11.11 um 06:05 Uhr
WDR 3 Mosaik
Das Kulturmagazin
6.05 bis 7.00 Uhr
Text des Tages
Kleist über "Glück" - Geschichte meiner Seele
Gelesen von Ulrich Matthes
Aus: Kleist - Ein Lebensmonolog aus den Briefen
Zusammengestellt von Hermann Beil
Mit Ulrich Matthes
Schaubühne am Lehniner Platz Berlin
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Kulturnachrichten
Design im Dasein
Dinge, die unser Leben prägen
Heute: Die Schallplattenhülle von Alex Steinweiss, 1938
Im 21. Jahrhundert umgeben wir uns mit mehr Dingen als jemals zuvor und niemals zuvor wurde auf deren Gestaltung soviel Wert gelegt. Aus der Flut der Objekte, die täglich aufs Neue in unsere Leben strömen, ragen zahlreiche Klassiker heraus. Sie haben unseren Alltag geprägt - aus unterschiedlichen Gründen: Weil sie eine besondere Form haben, weil sie eine neue Funktion erfüllten, die den Nerv der Zeit getroffen hat, oder aus ganz anderen Motiven. Klassiker unseres Alltags immer montags um 6:45 Uhr, kurz und hintersinnig beleuchtet.
Beitrag von René Spitz
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7.08 Uhr bis 8.00 Uhr
Kleist-Variationen

Ulrich Matthes
Radio-Collagen zum 200. Todestag des berühmten Dichters
Auf Erden sei ihm nicht zu helfen gewesen, schreibt Heinrich von Kleist seiner Schwester Ulrike. Ein Abschiedsbrief. Am 20. November 1811 trifft er zusammen mit seiner Todesgefährtin Henriette Vogel am Wannsee bei Potsdam ein. Am Tag darauf erschießt er sie und sich mit zwei verschiedenen Pistolen. In der deutschen Literaturgeschichte ist Kleist ein Solitär, keiner Epoche zuzuordnen. Das sprachmächtige Werk – Theaterstücke und Prosa – ist zart und radikal zugleich. Es scheint, als habe sein zerrissenes Leben, das dem Dichter wenig Anerkennung brachte, einen unbeugsamen Stilwillen hervorgebracht. Heinrich von Kleist ist 1777 in eine Offiziersfamilie hineingeboren, setzte aber alles daran, dem vorgezeichneten Weg auszuweichen. Er experimentierte mit verschiedenen Lebensentwürfen, vermied es konsequent, sich irgendwo einzurichten und scheute kein Risiko. Zur Vollendung gebracht hat er seine Dichtung.
Zum 200. Todestag des berühmten Dichters treten in der WDR 3 Sendung Mosaik fünf Kleist-Interpreten auf, ein Schauspieler, ein Regisseur, ein Landschaftsgestalter, eine Museumsmitarbeiterin und ein Literaturwissenschaftler. Sie erzählen von ihrer persönlichen Begegnung mit dem Werk von Heinrich von Kleist.
Heute: Schauspieler Ulrich Matthes
Eigentlich hatte er vor, Lehrer zu werden. Während des Studiums stieß er auf Kleists "Prinz Friedrich von Homburg". Das will ich nicht nur lesen, sondern spielen, sagte sich Ulrich Matthes. Matthes hat ein Kleist-Programm im Repertoire, das vom Leben des Dichters anhand seiner Briefe erzählt.
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Kulturpresseschau
Blick in die Feuilletons von Ulrike Gondorf
Kirche in WDR 3
Mit Pfarrerin Johanna Krumbach aus Augustdorf
Zu Beginn: Helft mir Gott's Güte preisen
Choralkonzert für 5 Stimmen, 2 Violinen, 2 Violen und Basso continuo
Komponist: Franz Tunder
Textdichter: Paul Eber
Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert
Leitung: Hermann Max
Beitrag der Evangelischen Kirche
8.05 Uhr bis 9.00 Uhr
Tango
Premiere im Kleinen Schauspielhaus Wuppertal
"Tango" ist das wohl bekannteste Stück von Slawomir Mrozek. Eine surreale Parabel auf die Familie: Oma säuft und spielt den ganzen Tag Karten, Papa erfindet eine abgedrehte Performance und duldet, dass Mama sich mit dem Hausfreund vergnügt. Der so liberal erzogene Sohn will das nicht mehr dulden. Er fordert eine neue Ordnung, in der die alten Werte von Ruhe, Sitte und Ordnung zurückkehren. Dabei spielen die anderen nicht mit und auch er kann gewissen Versuchungen nicht widerstehen. Mrozeks Groteske erlebte in den sechziger und siebziger Jahren ihre Blütezeit. Ob das Stück heute noch trägt, lotet das Wuppertaler Schauspiel an diesem Wochenende aus. Regie führt eine geborene Polin: Iwona Jera. Sie bringt es auf die Bühne des Kleinen Schauspielhauses, das bald, so der Wille des Stadtkämmerers, geschlossen werden soll. Ein zusätzlicher Grund für Mosaik, nach Wuppertal zu blicken.
Rezension von Martin Burkert
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- Wuppertaler Bühnen
Fantasia
Ballett-Premiere in Dortmund
Wir leben in einer traumlosen Zeit“, sagt Xin Peng Wang, Ballettdirektor in Dortmund und dem möchte er mit seinen Stücken entgegen halten. „Fantasia“ heißt entsprechend seine neue Kreation, die von einem behinderten Mädchen handelt, das tanzen will, aber nicht kann und sich in eine Traumwelt flüchtet. Was man gemeinhin als „Eskapismus“ abtut, kann das Leben bereichern, zeigt der aus China stammende Wang in seinen Balletten immer wieder. Zuletzt hat er gemeinsam mit seinem Dramaturgen Christian Baier eine Tanzversion von Tolstois „Krieg und Frieden“ und Shakespeares „Hamlet“ geschaffen. Diesmal „erdichten“ sie sich ohne Vorlage ihre eigene Geschichte zur Musik von Modest Mussorgsky, als - wie es in der Ankündigung heißt - „Reise in eine Sphäre voll Magie und Verzauberung“.
Gespräch mit Tanzkritikerin Nicole Strecker
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- Theater Dortmund
Kulturnachrichten
Rheinland
Paul Celans Briefwechsel mit rheinischen Freunden
"Das ist ein Buch, das es fast nicht mehr gegeben hätte", schreibt die Literaturwissenschaftlerin Barbara Wiedemann im Nachwort zu dem Briefband, der heute im Suhrkamp Verlag erscheint. Denn als das Historische Archiv der Stadt Köln im März 2009 einstürzte, verschwand ein Großteil der Dokumente, die zum Glück schon als Fotokopien gesichert waren und nun veröffentlicht werden. Sie befanden sich in den Nachlässen von Heinrich Böll und Paul Schallück, die neben Rolf Schroers zu den rheinischen Freunden Paul Celans gehörten. Von 1952 bis in die 60er Jahre hinein schrieben die drei Vertreter des deutschen realistischen Nachkriegsromans und der jüdische Lyriker einander zahlreiche Briefe. Ein intensiver Gedankenaustausch, der nicht ohne Konflikte ablief und eindrücklich die Atmosphäre in Deutschland wiedergibt.
Gespräch mit Herausgeberin Barbara Wiedemann
Buchhinweis:
Barbara Wiedemann: Paul Celan - Briefwechsel mit den rheinischen Freunden: Heinrich Böll, Paul Schallück, Rolf Schroers
Suhrkamp Verlag, 2011
34,90 Euro
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Ruhrgebiet
Landmarke für Duisburg von Heike Mutter und Ulrich Genth
"Tiger & Turtle – Magic Mountain" – so nennt sich die spektakuläre Großskulptur der Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth. Eine Achterbahn-Installation, die auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe im Duisburger Angerpark errichtet wurde und als neue Landmarke für das Ruhrgebiet dienen soll. Die Materialien Stahl und Zink stellen einen Bezug zum Standort her, an dem einst Zink produziert wurde. Für Anwohner und Besucher soll die Achterbahnskulptur in zweifacher Weise zum "Ort des Vergnügens" werden: Sie können sie aus der Ferne beobachten oder selbst besteigen. Nachts wird die Skulptur hell erleuchtet. Ein bloßes Spektakel oder innovative Licht- und Landmarkenkunst?
Reportage von Thomas Frank
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Redaktion: Petra Weber
Musikzusammenstellung: Dorothee Prasser

















