Samstag, 24.09.11 um 06:05 Uhr
WDR 3 Mosaik
Das Kulturmagazin
6.05 bis 7.00 Uhr
Text des Tages
Heinz Piontek: Herbst - vom Bodensee aus
gelesen von Jürgen Hentsch
aus: Lauter Lyrik. Der Hör-Conrady. Die Sammlung deutscher Gedichte, hg. von Karl-Otto Conrady
Kulturnachrichten
Fußnoten zur Musikgeschichte
Heute: Geburtstag des Librettisten Giovanni Francesco Busenello
Das Große im Kleinen, das Kleine im Großen: diese Musikgeschichte in Fußnoten hält sich nicht an die Groß- und Hauptjubiläen des Kulturbetriebs. Sie übt den Spürsinn im Kleingedruckten und erinnert, woran sich sonst niemand erinnert. Wie auf den Tag genau vor 143 Jahren Anton Bruckner in einem Brief an seinen Freund Weinwurm den nahenden Wahnsinn ankündigt. Warum, vor 138 Jahren, Camille Saint Saens‘ Oper "Die gelbe Prinzessin" ein Misserfolg wurde. Oder dass des Thomaskantors Bach Jubel-Kantate "Froher Tag" vor 278 Jahren genau auf den zehnten Todestag seines Amtsvorgängers fiel: Zufall oder Absicht? -
Holger Noltze öffnet Seiten-, Um- und Nebenwege durch den Dschungel der Musikgeschichte und kreuzt dabei unvermutet immer wieder auch die Hauptstraßen.
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7.08 Uhr bis 8.00 Uhr
Lessing-Thriller
Herbert Fritsch inszeniert "Emilia Galotti" in Oberhausen
Lessing, sagt der Schauspieler und Regisseur Herbert Fritsch, habe ihn das Sprechen auf der Bühne gelehrt. Gespielt hat er selbst schon in "Emilia Galotti": den intriganten Marchese Marinelli. Nun inszemiert der geniale Sensationsdarsteller und Entfesselungskünstler an Frank Castorfs Volksbühne das bürgerliche Trauerspiel: zum Saison-Auftakt am Theater Oberhausen, wo seine Ibsen-"Nora" im letzten Jahr Furore machte. Fritsch, 60 Jahre alt, wurde mit zwei Einladungen beim Berliner Theatertreffen zum begehrten Newcomer-Regisseur des Jahres.
Rezension von Andreas Wilink
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- Theater Oberhausen
Kulturpresseschau
Blick in die Feuilletons von Beatrix Novy
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Kirche in WDR 3
Heute aus der Reihe "Prominente predigen über ihren Lieblingschoral". Es spricht Pfarrerin Dr. Margot Käßmann aus Berlin über den Choral "Befiehl du deine Wege". Evangelisches Gesangbuch Nummer 361. Sie hören das Solistenensemble unter der Leitung von Gerhard Schnitter.
8.05 Uhr bis 9.00 Uhr
Die Macht der Päpste
Zum Heimatbesuch von Benedikt XVI erscheint ein papstkritisches Buch
Am 22. September begann die dritte Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. Doch in seinem Heimatland ist die „Wir sind Papst“-Euphorie deutlich abgeflaut, die katholische Kirche kämpft nach den Missbrauchskandalen mit Vertrauensverlust. Dennoch sind die Erwartungen an den Papstbesuch groß – und widersprüchlich: Die einen erwarten eine Öffnung der Kirche, die anderen ein Festhalten an konservativen Maximen. Dabei ist weitgehend unumstritten, dass das Kirchenoberhaupt die Richtung vorgeben muss. Denn das Papsttum gilt als unumstößliche oberste Regierungsinstanz der katholischen Kirche. Dagegen stellt der Historiker Rudolf Lill in seinem Buch „Die Macht der Päpste“ diese zentralistische Macht keineswegs als ewiges, sondern als neuzeitliches Phänomen dar. In einem langen historischen Prozess und unter geschickter Ausnutzung politischer Umstände hätten die Päpste ihre Autorität gegen einen innerkirchlichen Pluralismus ausgebaut. Eine Entwicklung, die unter Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. weiter forciert worden sei.
Samstagsgespräch mit Prof. Rudolf Lill
Buchhinweis:
Rudolf Lill: Die Macht der Päpste
Verlag Topos Plus
10,90 Euro
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Redaktion: Petra Weber
Musikzusammenstellung: Dorothee Prasser














