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Mittwoch, 10.02.10 um 06:05 Uhr

WDR 3 Mosaik

Das Kulturmagazin

Mit Daniel Finkernagel

Musikangaben zu dieser Sendung finden Sie in der Playlist:

6.05 bis 7.00 Uhr

Text des Tages

Joachim Ringelnatz: Lampe und Spiegel
gelesen von Bodo Primus

Kulturnachrichten

Bildbeschreibung

Ruhrmuseum Essen, Foto: Ruhrmuseum Essen

Ruhrmuseum Essen

Heute: "August Thyssen" von R. Gerling, entstanden etwa 1910
vorgestellt von Frank Kerner, Kurator am Ruhrmuseum Essen

Kaum ein Bundesland verfügt über eine so hohe Museumsdichte wie Nordrhein-Westfalen. Hochkarätige Werke vom Mittelalter bis in die jüngste Gegenwart sind hier jederzeit und für alle verfügbar. Dabei sind es bei weitem nicht nur die großen Blockbuster-Ausstellungen, für die es sich lohnt, Schlange zu stehen. Denn Museen sind Erinnerungsorte, in denen geforscht, bewahrt und gesammelt wird. Viele Besucher wissen gar nicht, dass sich das eigentliche „Herz“ der Museen in den stilleren Sälen befindet. Die Reihe „Bildbeschreibung“ will die verborgenen Schätze in NRWs Museen heben.

7.08 Uhr bis 8.00 Uhr

Sex und Verwirrung: Das Prinzip Meese

Szenenfoto "Das Prinzip Meese", Foto: Thomas Aurin

Szenenfoto "Das Prinzip Meese"

Uraufführung von Oliver Kluck im Maxim Gorki-Theater

„Das Prinzip Meese“, benannt nach dem gleichnamigen Künstler Jonathan Meese, ist ein Stück über eine Generation, der sein 30-jähriger Autor Oliver Kluck selbst angehört. Einer Generation, die zwischen Privatfernsehen, schlecht bezahlten Hilfsjobs und Hartz IV-Dasein nach einem Lebenssinn sucht. „Das Prinzip Meese“ heißt es da,  „basiert nicht auf einem Zitat von Wittgenstein, es ist nicht Nietzsche, nicht Kant und nicht Frankreich in den Sechzigern. Es ist das Lied das entsteht, wenn eine Bassgitarre singt, es ist das intensive Vögeln an einem Dienstagvormittag, es ist, wenn ein avant pop reader neben einer Kerze und einem Löffel liegt, es ist das Erwachen am Morgen danach, ohne zu wissen wo und neben wem. Das Prinzip Meese ist das Finden der eigenen Verwirrung.“ 2009 wurde Kluck für „Prinzip Meese“ mit dem Förderpreis des Berliner Theatertreffen-Stückemarkts und dem Kleist-Preis ausgezeichnet.

Ina Beyer berichtet von der Uraufführung am Berliner Maxim-Gorki-Theater

Kulturpresseschau

Blick in die Feuilletons von Michael Köhler

Kirche in WDR 3

Mit Pastor Wolfram Krebs aus Köln
Zu Beginn: Herr, du bist wahr 
Motette für 4- bis 8stimmigen Solo- und Tuttichor, aus:  Psalm 119
Komponist: Carl Friedrich Christian Fasch
Text aus dem Alten Testament nach Psalm 119
Rheinische Kantorei
Leitung: Hermann Max

Ein Beitrag der Evangelischen Kirche

8.05 Uhr bis 9.00 Uhr

Kunst und Experiment: Bérengère Lefranc unter der Burka

Die Pariser Künstlerin Bérengère Lefranc hat sich einen Monat lang unter einer Burka versteckt und darüber ein Buch geschrieben

Bérengère Lefranc ist eine Künstlerin, die viel mit Kleidern und ihrem eigenen Körper experimentiert. "Kleidungsexperimente" nennt sie das. Vor ein paar Jahren probierte sie zum Beispiel aus, wie es ist, einen Monat lang dieselben Klamotten zu tragen, ohne sie jemals zu waschen, und schrieb ein Buch über diese Grenzerfahrung. Jetzt unternahm sie ein weiteres extremes Kleidungsexperiment, das die 40-jährige Underground-Künstlerin plötzlich sogar in die Schlagzeilen der französischen Boulevardpresse katapultierte: Bérengère Lefranc versteckte sich einen Monat lang unter einer Art Burka. Und sie schrieb ein Buch darüber - wie der Ganzkörperschleier ihren Körper verbarg und sie von der Außenwelt isolierte; über die Blicke der anderen und wie sich auf einmal das Fernsehen für sie interessierte. Denn ausgerechnet im Monat ihres künstlerischen Burka-Selbstversuchs lancierte Frankreichs Staatspräsident Sarkozy die Debatte über ein mögliches Verbot der Ganzkörperverschleierung in Frankreich. Kathrin Hondl hat Bérengère Lefranc in Paris getroffen und mit ihr über das "Burka-Experiment" gesprochen.

Buchhinweis:
Bérengère Lefranc: "Un voile. Un certain mois de juin"
Michalon Editions, Paris, Februar 2010
17,-- EUR

 

Kritik und Phobie

Hilal Sezgin; Rechte: pictures-alliance

Hilal Sezgin

Hilal Sezgin über Burka-Bann, Minarett-Verbot und den Moschee-Bau zu Köln

Das Ressentiment gegen den Islam ist in der Mitte Europas angekommen, sagt die deutsch-türkische Publizistin und Autorin Hilal Sezgin angesichts der Debatten um den französischen Burka-Bann, das Schweizer Minarettverbot und den Kölner Moschee-Bau. Die Kennzeichen dieses vermeintlichen Ressentiments und die damit verbundene Gefahr, beschreibt Hilal Sezgin im Mosaik-Gespräch. Im Frühjahr erscheint Hilal Sezgins Romandebüt „Mihriban pfeift auf Gott“, in dem es um das Zusammenleben in einer nervösen Gesellschaft geht, die dieses Ressentiment bereits verinnerlicht hat und in jedem Muslim einen potentiellen Attentäter vermutet.

Original und Fälschung

Jörg Immendorff; Rechte; pictures-alliance

Jörg Immendorff

Der Immendorff von Bonn

Ist ein Bild echt allein aufgrund der Tatsache, dass es die Unterschrift seines Urhebers trägt? Immer wieder tauchen Bilder des 2007 verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff auf, deren Echtheit bezweifelt werden und – von ihm handsigniert wurden. Die Verunsicherung auf dem Kunstmarkt ist groß. Zwei exemplarische Fälle werden derzeit vor den zuständigen Landgerichten in Düsseldorf und Bonn verhandelt.

Ulrike Schödel ist der Spur der vermeintlich gefälschten Bilder gefolgt

Redaktion: Marion Ammicht
Musikzusammenstellung: Frank Hilberg


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Kirche im Frühling, Rechte: dpa - Report

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