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Dienstag, 09.02.10 um 06:05 Uhr

WDR 3 Mosaik

Das Kulturmagazin

Mit Simonetta Dibbern

Musikangaben zu dieser Sendung finden Sie in der Playlist:

6.05 bis 7.00 Uhr

Text des Tages

Arnfried Astel: Kunstvorbehalt
gelesen von Martin Bross

Kulturnachrichten

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Unfug mit Fugen

Kabarettisten interpretieren Klassische Musik
Heute: Baldur Seifert und „Die Walküre in Schüttelreimen“

Klassische Musik behauptet ihren traditionsreichen Rang in modernen Zeiten und ist tragende Säule des Kulturradios WDR 3. Wie alles Erhabene fordert sie zum neckischen  Witzeln heraus, liebevolle Spötteleien gelten einem hoch geschätzten Genre. Da spielt dann „Eine kleine Lachmusik“ Vivaldis „Viagrazeiten“ und zu diesem „Haydn-Spaß“ gönnt sich der geneigte Kenner einen „Schluck aus dem Opernglas“. Ob mit Klavier, Nasenflöte oder Orchester, ob mit Gesang oder gesprochenem Wort - die ganze Welt zwischen Scherz und Scherzo gerät jeden Dienstag ins Blickfeld von „Unfug mit Fugen“, dem humorigen Klassikführer.

Eine Reihe von Walter Muffler und Axel Naumer

7.08 Uhr bis 8.00 Uhr

Seelendrama der verpassten Chancen

Szenenfoto "Eugen Onegin"; Foto: Pressestelle Theater Aachen

Szenenfoto "Eugen Onegin"

Premiere von Tschaikowskys „Eugen Onegin“ am Theater Aachen

Dass in der aktuellen Krisensituation auch Chancen liegen, wird derzeit wie ein Mantra gepredigt. „Krise! Welche Krise?“ lautet das trotzige und zugleich ironische Spielzeitmotto des Aachener Theaters. Denn die hierzulande herrschende Stimmung demonstrativer Gelassenheit kann sehr wohl auch als fatale Apathie gedeutet werden. Ein Seelendrama der verpassten Chancen ist Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“: Der Gutsbesitzer Onegin reagiert mit leichtfertiger Gleichgültigkeit auf die leidenschaftlichen Gefühle der ihn liebenden Tatjana und weist sie ab. Im Verlauf des folgenden Eifersuchtsdramas kommt es zu einem Duell, in dem Onegin seinen besten Freund umbringt. Nach ziellosen Reisen dämmert Onegin viel zu spät die Einsicht, dass er sich um sein Lebensglück gebracht hat. Chefregisseur Ludger Engels hat inszeniert, Daniel Jakobi dirigiert und fürs Mosaik saß Regine Müller im Parkett.

Ein Bericht von Regine Müller

Kulturpresseschau

Blick in die Feuilletons von Michael Köhler

Kirche in WDR 3

Mit Pastor Wolfram Krebs aus Köln
Zu Beginn: Befiehl du deine Wege 
Choral im Satz zu 4 Stimmen
Komponist: Michael Praetorius
Textdichter: Paul Gerhardt und Bartholomäus Gesius
Schwelmer Kammerchor
Leitung: Sabine Horstmann

Ein Beitrag der Evangelischen Kirche

8.05 Uhr bis 9.00 Uhr

Zwischen uns die Mauer

Schauspielerin Katrin Saß, Rechte: dpa-Report

Schauspielerin Katrin Saß

Die Schauspielerin Katrin Saß über die Berlinale aus Ost-Perspektive

Fünf Mark Tagesgeld bekam die junge Schauspielerin Katrin Saß von der staatlichen Filmbehörde zugesteckt, als sie zur Verleihung des silbernen Bären für die Defa-Produktion „Bürgschaft für ein Jahr“ 1982 nach West-Berlin ausreisen durfte. Erst ab 1975, im Zeichen der neuen Ost-Politik, durften Defa-Filme auf der Berlinale gezeigt werden. „Zwischen uns die Mauer“ heißt ein Buch des zeitgleich mit der Berlinale gegründeten Ost-Filmverleihs Progress, das das Festival im Spannungsfeld des Kalten Kriegs anhand der entsprechenden Defa-Produktionen beleuchtet. Eine der Mitautorinnen ist Katrin Saß, die heute in Berlin den erstmals zum 60jährigen Jubiläum vergebene „Paula“ des Progress-Verleihs erhält und im Mosaik von ihren Berlinale-Erlebnissen diesseits und jenseits der Mauer erzählt.

Weltsprache der Moderne

Antonio Saura, Faca. Foto: Kunthalle Emden. Schenkung Otto can de Loo

Antonio Saura: Faca. 1956

Neue Freiheit – Abstraktion nach 1945 im Emil Schumacher Museum Hagen

Man sagt, er habe die Weltsprache der Moderne miterfunden: Der Maler Emil Schumacher. Seine Hauptwerke des abstrakten Expressionismus stehen im Mittelpunkt einer Schau des Emil Schumacher Museums Hagen, die diese mit Zeitgenossen wie Karel Appel, Antonio Saura, Gerhard Richter und Cy Twombly konfrontiert.

Barbara Geschwinde berichtet fürs Mosaik vorab über die „Neue Freiheit“ in der Kunst nach 1945.

Ich schäme mich

Ein Selbstversuch von Maximilian Dorner

"Von einem, der auszog, die Scham zu verlieren". Jeder kennt diese Empfindung: wenn man sich in einer peinlichen Situation wehrlos fühlt, rot wird, an Souveränität verliert und jedes andere Gefühl in den Hintergrund tritt. Oder wenn einem die Scham die Sprache verschlägt. Maximilian Dorner neigte schon immer zu Zahnpastaflecken auf der Kleidung, aber seitdem er als Behinderter mit Stock durchs Leben geht, haben sich die schamvollen Momente gehäuft. Deswegen hat er beschlossen, sich der Scham zu stellen. Im Mosaik erzählt Dorner, der in München als Lektor und Opernregisseur arbeitet, von seinem witzigen Selbstversuch, sich eines lange verdrängten Gefühls zu entledigen und dabei mit größtmöglichem philosophischem Erkenntnisgewinn zu scheitern.

Buchhinweis:
Maximilian Dorner: "Ich schäme mich. Ein Selbstversuch"
Rowohlt Verlag, Reinbek 2009
14,95 Euro

Redaktion: Marion Ammicht
Musikzusammenstellung: Frank Hilberg


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13.03.2010

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