Dienstag, 29.11.11 um 06:05 Uhr
WDR 3 Mosaik
Das Kulturmagazin
6.05 bis 7.00 Uhr
Text des Tages
Peter Rühmkorf: Hochverehrte Frau
Kulturnachrichten
Unfug mit Fugen
Kabarettisten interpretieren Klassische Musik
Heute: Tatjana Sais und "Gedanken einer Konzertbesucherin"
Klassische Musik behauptet ihren traditionsreichen Rang in modernen Zeiten und ist tragende Säule des Kulturradios WDR 3. Wie alles Erhabene fordert sie zum neckischen Witzeln heraus, liebevolle Spötteleien gelten einem hoch geschätzten Genre. Da spielt dann "Eine kleine Lachmusik" Vivaldis "Viagrazeiten" und zu diesem "Haydn-Spaß" gönnt sich der geneigte Kenner einen "Schluck aus dem Opernglas". Ob mit Klavier, Nasenflöte oder Orchester, ob mit Gesang oder gesprochenem Wort - die ganze Welt zwischen Scherz und Scherzo gerät jeden Dienstag gegen 6 Uhr 45 und 8 Uhr 50 ins Blickfeld von "Unfug mit Fugen", dem humorigen Klassikführer.
Reihe von Walter Muffler und Axel Naumer
7.08 Uhr bis 8.00 Uhr
Brachliegende Kulturzentren in Spanien
Santiago de Compostela, die mittelalterliche Stadt der Pilgerströme, wollte ihr Image verändern und sich in eine moderne Kunststadt verwandeln. Deswegen wurde vor zwölf Jahren der amerikanische Architekt Peter Eisenman beauftragt, auf dem Monte Gaias die Ciudad de la Cultura – ein Zentrum mit Museen, Oper und Bibliothek – zu errichten. Aber das spanische Vorzeigeprojekt gerät mittlerweile zum finanziellen Fiasko. Die Ausgaben haben sich bereits verdreifacht, nachdem kürzlich das vierte von insgesamt sechs Gebäuden fertig gestellt wurde. Nun stoppte die konservative Regierung Galiziens den Weiterbau. Auch die Bürger Santiagos finden wenig Gefallen an dem mo-numentalen Ensemble, das immerhin die Größe der gesamten Altstadt besitzt.
Ein Beitrag von Klaus Englert
- Beitrag hören
Kulturpresseschau
Blick in die Feuilletons von Ulrike Gondorf
- Beitrag hören
Kirche in WDR 3
Mit Pfarrer Frank Küchler aus Krefeld
Zu Beginn: O komm, o komm, du Morgenstern
Choral im Satz für 4 Stimmen
Komponist: Hans Kunz nach einer Vorlage von Thomas Helwore
Bearbeiter: Hans Kunz
Text aus dem Neuen Testament nach Offenbarung 22,16-17
Capella Vocale Schwelm
Leitung: Sabine Horstmann
Ein Beitrag der Evangelischen Kirche
8.05 Uhr bis 9.00 Uhr
Christoph Hein im Literaturhaus Köln
Er gilt als der poetische Chronist der DDR und deren Ende. Seine Bücher und Theaterstücke wie "Der fremde Freund", "Horns Ende" oder "Die Ritter der Tafelrunde" sind kunstvolle Lebensbeschreibungen aus einem geteilten Land. Als Sohn eines Pfarrers konnte er in der DDR nicht die Oberstufe besuchen. So ging er aufs Gymnasium in Westberlin. Der Bau der Mauer beendete den Schulbesuch im Westen. Hein entschied sich in der DDR zu bleiben und wurde Schriftsteller. In seinem aktuellen Roman 'Weiskerns Nachlass' schickt Hein seine Figuren auf die Suche nach dem richtigen Weg in Zeiten der Orientierungslosigkeit.
Ein Gespräch mit Christoph Hein
- Beitrag hören
- Literaturhaus Köln
Bildarchiv der verschwundenen Geschichte Kölns
Ein Fotoband dokumentiert das Gelände rund um das eingestürzte Stadtarchiv
"Zeitraffer Waidmarkt" nennt der Fotograf Eusebius Wirdeier seinen neuen Bildband. Denn er dokumentiert 2000 Jahre Kölner Stadtgeschichte an einem besonderen Ort: an der Unglücksstelle des eingestürzten Stadtarchivs, die jedoch zugleich bis vor kurzem die größte archäologische Ausgrabungsstätte Europas war. Mit der Begleitung der Archäologen begann Eusebius Wirdeiers fotografisches Langzeitprojekt im Jahr 2003. Seine Fotografien überliefern, wie die Fundstücke aus der alten Römerstadt vermessen, kartografiert und abgetragen werden. Die Aufnahmen zeigen ebenfalls die Bauarbeiten an Kölner Nord-Süd-Stadtbahn. Nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 nahm Wirdeier dann Feuerwehrleute, Archivare und freiwillige Helfer bei der Bergung von Hausrat und Archivalien auf. Immer noch wird am Waidmarkt nach den Unfallursachen geforscht und weiterhin wird gebaut. So ist der Fotoband „Zeitraffer Waidmarkt“ das Bildarchiv eines Ortes, der sich seit Jahren in stetigem Wandel befindet.
Rezension von Christel Wester
Buchhinweis:
Eusebius Wirdeier: Zeitraffer Waidmarkt.
Bildarchiv 2004 – 2011
Verlag der Eusebius-Werke
Subskriptionspreis bis zum 31. 12. 2011: 18,-- Euro
Ab dem 1. 1. 2012: 24,-- Euro
- Beitrag hören
- Eusebius Wirdeier
Kulturnachrichten
"Volkers Lied" von Werner Streletz
Moderne Nibelungenversion in der Rottstraße 5
Das Nibelungenlied gilt als die bedeutendste deutsche Heldendichtung des Mittelalters. Viele Künstler haben sich mit dem Mythos um den Niedergang des Burgunderreiches wiederentdeckt. Das jüngste Projekt zu den Nibelungen initiierte das Bochumer Off-Theater „rottstr.5“ in diesem Jahr: einen Nibelungenzyklus, bei dem zehn selbst geschriebene Stücke uraufgeführt werden. Das abschließende Stück stammt von Autor Werner Streletz, der sich bisher vor allem mit Romanen wie „Pokalkampf“ oder „Kiosk kaputt“ als bestechender literarischer Chronist des Ruhrgebiets hervorgetan hat. Streletz hat sich zwei Wochen in ein abgeschiedenes provencalisches Dorf begeben, um sich den Nibelungen anzunähern. Herausgekommen ist „Volkers Lied. Eine Annäherung“, ein Stück, das aus Sicht einer Randfigur – Spielmann Volker von Alzey – eine moderne Variante der Nibelungen präsentiert. Am vergangenen Samstag wurde „Volkers Lied“ von Regisseur Hans Dreher uraufgeführt.
Ein Beitrag von Thomas Frank
Buchhinweis:
Werner Streletz: Volkers Lied.
Eine Annäherung
Projekt Verlag Bochum, 2011
12,-- Euro
- Beitrag hören
- Rottstraße 5 - Theater
Redaktion: Frank Höller
Musikzusammenstellung: Sebastian Blume

















