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Mittwoch, 9. Dezember 2009, WDR 3 Konzert 20:05 Uhr
Moderation
Herzlich Willkommen zur heutigen Ausgabe des WDR 3-Konzerts, in der Sie die Aufzeichnung eines Konzerts hören, das am 3. April 2009 in der Folkwang Hochschule Duisburg stattfand. Unter dem Titel „three haikei and more“ gaben der Blockflötist Jeremias Schwarzer und die Koto-Spielerin Makiko Goto einen Duo-Abend mit japanischer und europäischer Musik des 16.-18. Jahrhunderts sowie zeitgenössischen Werken. Makiko Goto wurde 1963 in Tokio geboren und begann im Alter von neun Jahren unter Anleitung ihrer Mutter Koto zu spielen. Sie wirkte an den Uraufführungen zahlreicher moderner Werke für ihr Instrument mit. Seit 2003 arbeitet sie im Duo mit dem Blockflötisten Jeremias Schwarzer zusammen, der sich neben seiner Konzerttätigkeit auf dem Feld der Alten Musik besonders auch als Interpret zeitgenössischer Blockflötenliteratur einen Namen gemacht hat. Jeremias Schwarzer führte die Zuhörer durch das Duisburger Konzert.
Musik 1
Makiko Goto (Koto)/Jeremias Schwarzer (Blockflöte)
„three haikei and more“ (Konzertaufzeichnung Duisburg, 3.4.2009)
Moderation
WDR 3-Das Konzert. Sie hörten den Mitschnitt eines Konzertes, das die Koto-Spielerin Makiko Goto und der Blockflötist Jeremias Schwarzer am 3. April diesen Jahres in der Folkwang-Hochschule Duisburg gaben. Die Redaktion des Konzerts hatte Frank Hilberg.
Schon früher hatte es Bestrebungen gegeben, traditionelle japanische Musikformen mit westlich orientierter Orchesterpraxis in Verbindung zu bringen. In den 1970er Jahren waren es insbesondere die japanischen Nationaltheater, die Stätten, die sich in besonderer Weise der Pflege des musikalischen Erbes Japans widmen, die Komponisten in verstärktem Maß zu Neukompositionen unter Einbeziehung althergebrachter Elemente wie dem „Gagaku“ anregten. „Gagaku“, die traditionellen Musik des Japanischen Kaiserhofes, ist aus chinesischen Ursprüngen erwachsen, die weit bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert reichen, und erscheint in Japan erstmals im frühen 8. Jahrhundert nach Christus. Eines jener neuen Werke, die sich mit der Gagaku-Tradition auseinandersetzten, ist Toru Takemitsus 1973 entstandenes Stück „Shûteika“, dessen Titel ins Deutsche übersetzt „Lied des herbstlichen Gartens“ bedeutet. Es spielt das Kaiserliche Gagaku-Ensemble Tokyo.
Musik 2
Toru Takemitsu
Shuteika
Moderation
Toru Takemitsus „Shûteika“, gespielt vom Kaiserlichen Gagaku-Ensemble Tokyo. Der Versuch einer Annäherung japanischer Kultur- und Erfahrungswelt an ihre westlichen Pendants ist charakteristisch für das kompositorische Schaffen des 1930 in Tokyo geborenen Takemitsu. Sie drückt sich auch in einem weiteren in den späten 70er Jahren entstandenen Orchesterwerk aus. Es trägt den Titel „A Flock Descends into the Pentagonal Garden“ - zu deutsch „ein Vogelschwarm lässt sich im fünf-eckigen Garten nieder“. Anders als im gerade gehörten Werk verzichtet Takemitsu diesmal auf die Einbeziehung japanischer Instrumente. Und doch ist die Titelwahl ganz aus der japanischen Gepflogenheit heraus zu verstehen, den Charakter eines Werkes durch die Vergabe einer bildkräftigen Überschrift besonders zu betonen. Seiji Ozawa leitet das Boston Symphony Orchestra.
Musik 3
Toru Takemitsu
A Flock Descends into the Pentagonal Garden
Moderation
„A Flock Descends into the Pentagonal Garden“. 1977 schrieb Toru Takemitsu dieses Werk, das hier Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Seiji Ozawa spielte.
Hören Sie nun noch einen Ausschnitt aus einem Konzert, das am 12. Dezember 2006 im Japanischen Kulturinstitut in Köln aus Anlass des 75. Geburtstags des Komponisten Makoto Shinohara stattfand. Eines der Werke des Abends war Noroko Kawakamis „Anklang“, dessen
Tonmaterial auf den Buchstaben des Namens SHINOHARA basiert. Zentrale Töne sind Es, H und A; gesungene und gesprochene Laute und Silben sind s, shi, ha und o. Es spielen Carin Levine, Flöte, Tomoko Kiba, Violine, Kristi Becker, Klavier und Makiko Goto, Koto.
Musik 4
Noriko Kawakami
Anklang
Moderation
“Anklang” von Noriko Kawakami, gespielt von Carin Levine, Flöte, Tomoko Kiba, Violine, Kristi Becker, Klavier und Makiko Goto, Koto. Dieselben Interpretinnen führten auch Malika Kishinos „Seventeen Steps“ für vier Instrumente auf. Auch dieses Werk ist eine Hommage an Makoto Shinohara. Fragmente aus seinem Werk „Jûshichigen no umare“ - „Geburt der 17-saitigen Bass-Koto“ – bilden die Bausteine, aus denen Malika Kishino ihre in siebzehn Schritte gegliederte Annäherung an das Original zusammensetzt.
Musik 5
Malika Kishino
Seventeen Steps
Moderation
Malika Kishinos „Seventeen Steps“, aufgeführt im Rahmen eines Konzertes im Japanischen Kulturinstitut in Köln am 12. Dezember 2006.
Das Werk, auf das sich die Komponistin in ihren „Seventeen Steps“ bezieht, beschließt das Programm unserer heutigen Sendung WDR 3 Konzert. Hören Sie nochmals die Koto-Spielerin Makiko Goto mit Makoto Shinoharas 1981 entstandener Komposition „Jûshichigen no umare“ - „Geburt der 17-saitigen Bass-Koto“.
Musik 6
Makoto Shinohara
Jûshichigen no umare
Moderation
Das war zum Ausklang von WDR 3 Konzert Makoto Shinoharas 1981 entstandenes Stück „Jûshichigen no umare“ - „Geburt der 17-saitigen Bass-Koto“ mit Makiko Goto als Solistin.
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