Jiddisch-dajtsch – 02.01.2013 Alpenklezmer in Ashkenaz

Konzert-Premieren krönten die dritten Gelsenkirchener „Klezmerwelten“: zwei international besetzte Ensembles knüpften historische Bande zwischen ostjüdischer Tradition und Klängen aus deutschen Landen.


 Voices of Ashkenaz

So wie die mittelalterliche Sprache ihrer jahrhundertelangen süddeutsch-rheinischen Heimat im Osten das Jiddische befruchtete, so nahmen die Juden bei ihrer Vertreibung im 15. und 16. Jahrhundert auch ihre angestammte deutsche Musikkultur mit ins Zarenreich. Zwei Ensembles hoben nun – unabhängig voneinander – Schätze jenes gemeinsamen Kulturgutes: überraschende kulturelle Pendants erklingen neben unüberhörbaren musikalisch-sprachlichen Gemeinsamkeiten.


Mehr als ein halbes Jahr forschte der Gitarrist Andreas Schmitges in Archiven, um nun seine Fundstücke mit den Voices of Ashkenaz vorzustellen, den „Stimmen aus Deutschland“: mit der amerikanischen Geigerin Deborah Strauss, der israelischen Sängerin Svetlana Kundish und dem Bassisten Thomas Fritze.

Eine aberwitzig anmutende Fusion versucht die Sängerin Andrea Pancur bei ihrem Projekt Alpenklezmer. Mit Lorin Sklamberg als dem maßgeblichen Sänger des US-Klezmerrevivals und dem lettischen Tastenmann Ilya Shneyveys, mit Alex Haas am Kontrabass und Roman Seehorn am Schlagwerk gelingt ihr ein kunstvoller und zugleich ungekünstelter Spagat zwischen bayerischen Jodlern und chassidischem Nigun, zwischen Bulgar und Zwiefachem.

Aufnahmen eines Doppelkonzerts beim Gelsenkirchener Festival „Klezmerwelten“ vom 18. Oktober aus dem Musiktheater im Revier,

vorgestellt von  Birger Gesthuisen

Redaktion: Werner Fuhr




Stand: 04.01.2013, 14.42 Uhr