Sonntag, 05.09.10 um 15:05 Uhr
"...nur Papier - und doch ist es die ganze Welt"
Klingende Mikrokosmen im Papiertheater
Von Birgit Kiupel
Thomas Mann tat es, Gerhart Hauptmann und viele andere taten es: sie spielten als Kinder mit Begeisterung Papiertheater und legten damit den Grundstein für ihre künstlerischen Berufungen. In Deutschland spielte die Oper - hier vor allem „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber - für die Entwicklung dieses neuen Mediums eine wichtige Rolle. Die Drucker hefteten sich an Theater- und Opernerfolge, die per Figuren- und Bühnenbildbögen ihre Wege in die Wohnzimmer fanden. Dort wurden sie in Gesellschaften und Familien-Nachmittagen oftmals am Klavier zum Leben erweckt, mit Klavierauszügen der aktuellen Bühnenhits. Das Papiertheater wurde europaweit zum faltbaren Fernsehapparat des 19. Jahrhunderts. Mittlerweile ist eine Renaissance dieser kleinen Gesamtkunstwerke zu beobachten. So findet in diesem Jahr bereits das 23. Preetzer Papier Theatertreffen statt: vom 10. bis 12. September treffen sich in der Kleinstadt Preetz in Schleswig Holstein 16 Bühnen aus 9 Ländern und präsentieren Erstaufführungen. Diese Mikrokosmen aus Papier ermöglichen Einblicke in vergessen geglaubte Bühnentraditionen – aber sie zeigen auch Fortschritte in neue Klang- und Bilderwelten.
Produktion WDR 2010
Redaktion: Dagmar Töpfer
- Hörprobe













