Sonntag, 11.07.10 um 15:05 Uhr
"...der Rheineswellen Zauberton..."
Das Musikfestival des Künstlerbahnhof Rolandseck
Von Sabine Fringes
Nietzsche kehrte ein und ließ sich von „der Rheineswellen Zauberton“ zu einem Gedicht über Rolandseck inspirieren. Der Bahnhof Rolandseck war von Anfang an mehr als eine Eisenbahn-Station. Am Hang gelegen, mit Blick auf das Siebengebirge und den Rhein, entwickelte sich der 1856 errichtete klassizistische Bau im 19. Jahrhundert zu einer Begegnungstätte der Künste. Brahms, Clara Schumann und Liszt gaben hier Konzerte. In den 1960er Jahren entdeckte der Kunstsammler Johannes Wasmuth diesen Ort neu und rettete ihn gemeinsam mit einer Künstler-Gruppe vor dem Verfall. „Hier wird sich der Zauber auftun,“ prophezeite der Pantomime Marcel Marceau. Bis zu Wasmuths Tod (1997) kamen viele namhafte Musiker. Höhepunkt war das Israel Philharmonic Orchestra, das als erstes israelisches Orchester nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland spielte und den Grundstein zu den Rolandsecker Sommerkursen für junge Musiker aus Israel und Deutschland legte. Als 2004 das Haus als „Arp Museum Bahnhof Rolandseck“ neu eröffnet wurde, lebte auch die Festival-Tradition wieder auf: Studenten kommen mit jungen Musikern von Daniel Barenboims „West Eastern Divan Orchestra“ zusammen. Künstler wie Hélène Grimaud treten auf. Es ist die Zeit der intensiven Zusammenarbeit, der Begegnungen zwischen Musik-Kunst-Natur.
Produktion WDR 2010
Redaktion: Dagmar Töpfer
- Hörprobe
- Musikliste (pdf)













