Sonntag, 31.01.10 um 15:05 Uhr
Die Poesie der Geige
Der libanesische Musiker Claude Chalhoub
Von Suleman Taufiq
„Ich liebe die Form der Geige. Sie ist so schön! Und der Klang einer Geige kann die gleiche erotische Wirkung haben wie die Stimme einer Frau. Frauenstimmen sind Soprane. Die Geige ist nicht ohne Grund der Sopran im Orchester“.
Claude Chalhoub wurde 1974 als eines von 11 Kindern im christlichen Viertel von Beirut geboren; in einer musikalischen Familie, in der fast alle ein Instrument spielen. Sein Talent für die Violine wurde früh erkannt. Mit 18 Jahren erhielt er ein Stipendium am Royal College of Music in London. Danach begann er, nach anderen musikalischen Farben und Formen zu suchen und kehrte zur traditionellen arabischen Musik und zur Improvisation zurück.
1999 wird Daniel Barenboim auf ihn aufmerksam, holt ihn in sein West-Eastern Divan Orchestra und überträgt ihm die Position des Konzertmeisters. Als Chalhoub ein Kammerkonzert in Weimar gibt, sind Presse, Publikum und Musiker sehr beeindruckt - und er erhält einen Vertrag für sein Debüt-Album. Nach der Ausbildung in klassischer europäischer Musik zum Violinvirtuosen und Dirigenten, beginnt er zu komponieren. Er verbindet klassische Musiktraditionen aus Europa, Indien und dem arabischen Raum, so als wären „ihre Quellen zu einem einzigen Musik-Strom ineinander geflossen“.
Produktion: WDR 2010
Redaktion: Dagmar Töpfer
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