Samstag, 13.03.10 um 13:05 Uhr
Morgenstund.
Von den Licht- und Schattenseiten des frühen Treibens
Mit Volker Frech
Morgenstund hat Gold im Mund – darum gelten Frühaufsteher als tatkräftige Fleißarbeiter und werden zur Belohnung von der göttlichen Aurora betört. Der bezaubernden Morgenröte huldigen auch die Komponisten: Peter Cornelius beschwört die aufsteigende Purpurglut in seinem „Sonnenaufgang“, und am Anfang von Joseph Haydns Sinfonie „Le Matin“ steht das Erwachen der Natur.
Doch das Ende der Dunkels ist nicht immer der Anfang des Lichten: Die Dämmerung nutzen zwielichtige Gestalten für dunkles Treiben, so Hanns Eislers „Kirschdieb“. Um frühzeitigen Eigentumswechsel geht es auch bei Holger Münzer, er entbietet einen „Morgengruß an den vergeblich kommenden Gerichtsvollzieher“. Eher nach Vollzug denn nach Kunst klingt auch Hindemiths „Ouvertüre zum ‚Fliegenden Holländer’, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt“. Von Frische und Freude keine Spur, so manchem ist das Morgengrauen ein Morgen-Grauen.
Die Musikpassagen erleben den Anbruch des Tages und entdecken die Licht- und Schattenseiten des frühen Treibens.
Redaktion: Werner Wittersheim













