Dienstag, 04.10.11 um 23:05 Uhr
Aïssâwa Trance
Gaukler-Kunst und –Kult aus Marrakesch
Von Andreas Kirchgäßner
Der Münchner Musiker Thomas Gundermann verfiel vor vielen Jahren auf dem „Platz der Gehenkten“ in Marrakesch dem schrillen Ton der Schalmei, die dort von der Bruderschaft der Aïssâwa gespielt wird. Zu Hause entdeckte er eine Verwandte: die Sackpfeife. Mit ihr reist er durch die Welt und lädt Musiker zur Improvisation ein, ganz in der Tradition fahrender Spielleute. Gemeinsam mit dem Reiseautor und Klängesammler Andreas Kirchgäßner kehrte er später zurück zum Platz „Djemâa el-Fna“ und verwickelte die Aïssâwa-Gaukler in ein musikalisches Gespräch, das bis heute fortdauert. Auf der Bühne des Mülheimer Theaters an der Ruhr, im Rahmen der „Klanglandschaften Afrika-Orient“, in einer Hybrid-Performance aus Livemusik, literarischem Text und Zeremonie, trafen im Frühjahr sieben Aïssâwa-Männer und eine Frau wieder auf Gundermann & Kirchgäßner - bei dem spannenden Versuch, blasend und schreibend-lesend, am lebenden Objekt, nämlich sich selbst und ihrem Gegenüber, die Bewältigung einer kulturellen Distanz zu vergegenwärtigen.
Momente eines inszenierten Konzerts der Reihe „Klanglandschaften Afrika-Orient“ aus dem Mülheimer Theater an der Ruhr
- Die Sendung zum Nachhören



















