Freitag, 03.02.12 um 23:05 Uhr
Garten der Klänge
Von Franz Martin Olbrisch
Beschreibungen antiker chinesischer Gartenanlagen gaben die Anregung zu „Garten der Klänge“, einer akustischen Wanderung durch ein Labyrinth von Klanglandschaften. Solche Gärten sind ohne wirkliches Zentrum und können als eine Art endloses Rollbild gesehen werden. Sie bestehen – oft auf engstem Raum – aus einer verwirrenden Vielzahl unterschiedlicher Höfe, Hallen, Terrassen, Galerien usw., jeder einzelne Ort hat dabei seine spezifische Funktion. Ebenso wie die chinesische Gartenkunst arbeitet auch dieses Hörstück mit einer begrenzten Anzahl von Elementen. Das Oszillieren zwischen den Gegensätzen und die sinnlich wahrnehmbare Verschachtelung dieser Klangschichten werden als eine Kette von akustischen Miniaturen wahrgenommen. Immer wieder wird der „Blick“ eingeengt, um dann im flüchtigen Auftauchen der Dinge neue „Verzauberungen“ zu verheißen.
Franz Martin Olbrisch, geboren 1952 in Mülheim/Ruhr, studierte Komposition in Berlin, wo er seit 1972 lebt. Instrumentalwerke, Klang-Installationen, Musiktheater und Video. Seit 2008 Professor für Komposition und Leiter des Studio für Elektronische Musik an der Hochschule für Musik in Dresden.
von Franz Martin Olbrisch
Realisation: der Autor
Produktion: WDR 2008/51’
parallele Ausstrahlung in 5.1 Surround-Sound
Redaktion: Markus Heuger
- Hörprobe















