Mittwoch, 15.02.12 um 23:05 Uhr
Stromlinie [60]
Beatrix Ferreyra – Praktiziertes Solfège
Mit Reinhold Friedl
Die argentinische Komponistin Beatrix Ferreyra kam Anfang der Sechziger Jahre nach Frankreich, wo sie mehr oder weniger zufällig bei der Groupe de Recherche Musicale, dem elektroakustischen Studio am französischen Rundfunk in Paris landete. Dort arbeitete sie an der praktischen Realisierung Pierre Schaeffers Solfege – seiner theoretischen Klangklassifikation – mit und gab die Schallplattenedition auf dem hauseigenen Label der GRM heraus.
Das Denken in Klangobjekten ist ihrer Musik immer noch deutlich eingeschrieben, auch wenn der Einfluss von Bernard Parmegiani, mit dem sie seit langem befreundet ist, in ihren späteren großangelegten, ausgefeilten Klangarchitekturen nicht zu überhören ist. In den Achziger Jahren realisierte sie gar das gesamte Solfège ausschließlich mit dem Mund: mit kleinen Geräuschen, schmatzen, pfeifen, schnalzen, … auch mit der Stimme, bevor sie sich wieder vermehrt der elektroakustischen Komposition widmete. Heute lebt sie in einem hinter Kuhweiden versteckten Häuschen in der Normandie und arbeitet dort in ihrem eigenen Studio.
Beatrix Ferreyra
Murmureln (Tango) (2003)
Demeures Aquatiques (1967)
Medisances (1968)
Rios del Sueno (1999)
L’Orvietan (1970)
Tierra quebrada (1976)
Les larmes de l’inconnu (2011)











