WDR 3 Literaturfeature - Sendungen A-Z - Programm

 
 

 
 

Kulturnachrichten

  • Höhere Lizenzgebühren für Internet-Musikdienste gefordert

    Komponisten, Texter und Musikverleger haben einen größeren Anteil an den Einnahmen von Musikdiensten im Internet gefordert. In einem gemeinsamen Appell der Berufsverbände heißt es, die 15 größten Streamingdienste hätten in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro gemacht. Nur ein kleiner Teil davon werde jedoch an die Interpreten weitergegeben. Notwendig seien mehr Transparenz und höhere Lizenzgebühren für Autoren und Verleger.

  • Weiterhin keine "Stolpersteine" in München

    In München wird es weiterhin keine "Stolpersteine" geben, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Das hat der Stadtrat nach monatelanger Diskussion mit breiter Mehrheit entschieden. Stattdessen soll es Stelen, Gedenktafeln an Hauswänden und ein zentrales Mahnmal geben. Vertreter nahezu aller Fraktionen betonten, es gehe nicht darum, ob München an NS-Opfer erinnere, sondern wie. In vielen deutschen Städten gibt es die "Stolpersteine" - sie sind vor den Häusern, in denen NS-Opfer wohnten, in den Gehweg eingelassen. Manche Angehörige von Opfern halten die Gedenksteine jedoch für unwürdig, weil die Opfer ihrer Ansicht nach im Wortsinn mit Füßen getreten werden. Eine prominente Gegnerin der "Stolpersteine" ist die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

  • Zwei Filme mit deutscher Beteiligung in Venedig vertreten

    Bei den Filmfestspielen in Venedig sind zwei Filme mit deutscher Beteiligung im Wettbewerb vertreten. Ausgewählt wurde "Remember" von Regisseur Atom Egoyan - eine deutsch-kanadische Koproduktion. In dem Film spielen unter anderem die Schauspieler Bruno Ganz und Jürgen Prochnow mit. Ebenfalls im Rennen um den Goldenen Löwen ist der Film "Francofonia" des russischen Regisseurs Alexander Sokurow, der von Deutschland, Frankreich und den Niederlanden produziert wurde. Auch ein Film der US-amerikanischen Performance-Künstlerin Laurie Anderson wurde nominiert. Am Wettbewerb nehmen insgesamt 21 Filme teil. Die Filmfestspiele von Venedig beginnen Anfang September.

  • Grütters will konzertierte Aktion zur Rettung von Filmerbe

    Zur Rettung des deutschen Filmerbes werden in den kommenden Jahren mindestens 100 Millionen Euro benötigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch veröffentlichtes Gutachten, das Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Auftrag gegeben hat. Die Experten berechneten, was es kostet, das analoge Filmerbe zu restaurieren und zu digitalisieren. Grütters sprach von einer großen strategischen und finanziellen Herausforderung für Bund, Länder und die Filmbranche. Sollte es nicht zu einer konzertierten Aktion kommen, würden große Teile des nationalen Filmerbes dauerhaft und unwiederbringlich von der Leinwand verschwinden.

  • Verleger Gerhard Steidl erhält DAI-Literaturpreis

    Der Göttinger Verleger Gerhard Steidl erhält in diesem Jahr den Literaturpreis des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine. Zur Begründung hieß es, Steidl bringe als Verleger die Themen Architektur, Fotografie, Politik und Soziologie zusammen und zeige dabei ein großartiges Gespür für die ästhetischen Strömungen unserer Zeit. Der gelernte Siebdrucker gründete bereits als 18-Jähriger seinen eigenen Verlag. Heute hält er unter anderem die Weltrechte am Werk des im April gestorbenen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Die Auszeichnung ist mit einer schweren Bronzeplakette verbunden. Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine vergibt sie im jährlichen Wechsel mit dem Großen Preis für Baukultur.

  • Filmklassiker "Nosferatu" soll neu verfilmt werden

    Hollywood plant eine Neuverfilmung des Stummfilmklassikers "Nosferatu". Nach Angaben aus Branchenkreisen soll der New Yorker Filmemacher Robert Eggers Regie führen, dessen Horrorfilm "The Witch" in diesem Jahr beim Sundance-Filmfestival in den USA Premiere hatte. Friedrich Wilhelm Murnaus Vampirfilm "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" stammt aus dem Jahr 1922. Werner Herzog drehte 1979 "Nosferatu: Phantom der Nacht" mit Klaus Kinski in der Rolle des Blutsaugers.

  • Depardieu bekommt Einreiseverbot in Ukraine

    Der Schauspieler Gérard Depardieu darf fünf Jahre lang nicht in die Ukraine einreisen. Die Behörden in Kiew haben ihn auf eine "schwarze Liste" gesetzt. Sie erklärten, dies diene der nationalen Sicherheit des Landes. Depardieu gilt als Freund des russischen Präsidenten Putin. Der gebürtige Franzose hatte 2013 die russische Staatsbürgerschaft angenommen, um den hohen Steuern in seinem Heimatland zu entgehen. Auch politisch schlug Gérard Depardieu sich zunehmend auf die Seite Moskaus und seiner Verbündeten.

  • Komponist Mikis Theodorakis wird 90 Jahre alt

    Der griechische Komponist Mikis Theodorakis wird am Mittwoch 90 Jahre alt. Er wurde Anfang der sechziger Jahre durch seine Musik zum Film "Alexis Sorbas" weltberühmt. Sehr erfolgreich war auch sein "Canto General" nach Texten von Pablo Neruda. Theodorakis gilt als die Stimme Griechenlands und wird in seiner Heimat als Volksheld verehrt. Er leistete während des Zweiten Weltkriegs Widerstand und kämpfte gegen die griechische Militärdiktatur. Bis heute äußert sich Mikis Theodorakis zu politischen Fragen.

  • Kopf von Lenin-Denkmal soll ausgegraben werden

    In Berlin soll der Kopf des zerstörten Lenin-Denkmals wieder ausgegraben werden. Das 19 Meter hohe Denkmal wurde durch den Film "Good Bye, Lenin" bundesweit bekannt. Es stand einst in Ost-Berlin und wurde 1991 demontiert. Die Reste wurden in einem Waldstück südöstlich von Berlin vergraben. Jetzt soll der 1,70 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Granitkopf freigelegt werden, um ihn in einer Ausstellung in Berlin-Spandau zu zeigen. Die Arbeiten verzögern sich allerdings, denn an der Stelle leben geschützte Zauneidechsen, die zuvor umgesiedelt werden müssen.