WDR 3 Literaturfeature - Sendungen A-Z - Programm

 
 

 
 

Kulturnachrichten

  • Weitere Kunstwerke in Gurlitts Wohnung gefunden

    In der Wohnung von Cornelius Gurlitt sind weitere Kunstwerke gefunden worden, bei denen es sich womöglich um NS-Raubkunst handelt. Dieser Verdacht soll jetzt geprüft werden. Knapp drei Monate nach dem Tod des Münchner Kunstsammlers stießen Beamte bei der Sicherung des Nachlasses auf bislang nicht bekannte Kunstwerke. Darunter sind zwei Skulpturen, die von Edgar Degas und Auguste Rodin stammen könnten. Die Werke wurden im Frühjahr 2012 nicht von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmt. Damals wurden in Gurlitts Münchner Wohnung fast 1300 Werke sicher gestellt, die aus dem Nachlass seines Vaters stammten.

  • Hannah-Arendt-Preis an russische und ukrainische Künstler

    Zwei Aktionskünstlerinnen der russischen Gruppe Pussy Riot erhalten gemeinsam mit dem ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch den diesjährigen Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina waren nach einem Auftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale zu Straflager und Zwangsarbeit verurteilt worden. Mit den mutigen Aktionskünstlerinnen möchte die Jury auch all jene würdigen, die trotz Verfolgung an ihrem Widerstand gegen die reaktionäre Wende in Russland festhalten. Juri Andruchowytsch ist seit Jahren eine wichtige literarische Stimme der demokratischen Bewegung der Ukraine. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Stadt Bremen verliehen. Sie ist nach der jüdischen Publizistin Hannah Arendt benannt.

  • Holocaust-Mahnmal in Herne demoliert

    Unbekannte haben das Holocaust-Mahnmal in Herne beschädigt. Dabei entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von 10.000 Euro. Das Mahnmal wurde im Januar 2010 eingeweiht. Es besteht aus einer dunklen Steinplatte, die als Rampe zu einer aufrecht stehenden Gedenktafel führt. Darauf erinnern 400 Okulare an die 400 von den Nazis ermordeten Juden aus Herne und Wanne-Eickel. Mehrere dieser Glaskörper und die Wand des Mahnmals wurden nun beschädigt. Der Staatsschutz des Bochumer Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen aufgenommen.

  • Literaturarchiv Marbach bekommt weitere Heidegger-Briefe

    Heideggers Familie hat dem Literaturarchiv Marbach 70 Briefe des Philosophen übergeben. Heidegger und seine Frau schrieben die Briefe zwischen 1907 und 1927 an seine Eltern. Die Korrespondenz ist davon geprägt, dass Heideggers Eltern streng katholisch waren. Der Sohn versuchte beispielsweise mehrfach, Vorbehalte gegen eine Heirat mit der Protestantin Elfriede Petri auszuräumen. Das Literaturarchiv bekommt außerdem die Korrespondenz mit seiner Mitarbeiterin Elisabeth Gerber-Krumsiek. Der 1976 verstorbene Philosoph hatte dem Archiv bereits zu Lebzeiten einen Großteil seines Nachlasses übergeben.

  • Rechtschreibfehler in Bonner Straßenschildern

    In Bonn sind viele Straßen im sogenannten Widerstandsviertel auf der Bonner Hardthöhe nach Gegnern des Nazi-Regimes benannt. Zum diesjährigen Jubiläum des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 ließ die Stadt Erklärschilder zu den Namen anbringen, die allerdings voller peinlicher Rechtschreibfehler sind. Das fiel jetzt einem aufmerksamen Bonner Ratsherren auf. So ist auf rund 30 Schildern "Wiederstand" statt "Widerstand" zu lesen, und der Pazifist Carl von Ossietzky wird zum "Parzifisten". Abkürzungen und Satzzeichen wurden offenbar nach dem Zufallsprinzip ausgewählt oder sind schlicht falsch. Noch ist unklar, ob die Stadt oder die Druckerei für die Schlamperei verantwortlich ist. Wie es hieß, würden die fehlerhaften Schilder schnell ausgetauscht.

  • Kohl-Biograf wird Urteil voraussichtlich akzeptieren

    Kohl-Biograf Heribert Schwan wird seine Niederlage im Rechtsstreit um die Kohl-Interviews voraussichtlich doch akzeptieren. Bislang hatte der Publizist stets erklärt, er wolle zur Not bis zur letzten Instanz auf sein Recht an den Gesprächsaufzeichnungen pochen. Das Kölner Oberlandesgericht hatte in zweiter Instanz geurteilt, dass Altbundeskanzler Helmut Kohl die 135 Tonbänder mit Gesprächen über sein Leben behalten kann. Schwan sollte daraus ursprünglich eine Kohl-Biografie schreiben. Bei dem juristischen Streit geht es im Kern um die Frage, ob ein Interview dank der Gesprächsführung eine journalistische Leistung ist, oder ob der Biograf nur Helmut Kohls Gedanken notierte. Die offizielle Urteilsbegründung wird Ende nächster Woche erwartet.

  • Kritische israelische Journalisten werden bedroht

    Der Gaza-Krieg hat Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit in Israel. Kritische israelische Journalisten werden offen mit dem Tod bedroht. Im Deutschlandfunk sagte der Zeitungsjournalist Gideon Levy, er gehe nur noch mit Leibwächtern auf die Straße. In einem Artikel für die Zeitung "Haaretz" hatte er das Handeln der israelischen Luftwaffe-Piloten kritisiert. Auch die Haaretz-Journalistin Amira Hass wird regelmäßig beschimpft und bedroht. Die meisten israelischen Medien unterstützen das Vorgehen der Regierung. Abweichende Meinungen finden sich fast nur bei ausländischen Sendern wie der britischen BBC oder dem arabischen Sender Al Dschasira international. Der israelische Kommunikationsminister Gilad Erdan möchte die englischsprachige Ausgabe von Al Dschasira jetzt aus dem Kabelprogramm verbannen.

  • Die Künstlerinnen und das kleine Geld

    Künstlerinnen erzielen für ihre Werke noch immer deutlich weniger, als ihre männlichen Kollegen. Das ergibt sich aus den Statistiken von Artprice, einem Internet-Informationsdienst zum Kunstmarkt. Unter den Frauen hält die Impressionistin Berthe Morisot den globalen Auktionsrekord. Ein Bieter erwarb ihr Gemälde "Narzissen" im vergangenen Jahr für annähernd zehn Millionen Dollar. Für Werke männlicher Impressionisten wie Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir wird leicht das siebenfache erzielt. Ähnlich ist das Verhältnis bei den noch lebenden Künstlerinnen und Künstlern. Der Artprice-Statistik zufolge erzielen bei internationalen Auktionen nur ein gutes Dutzend Künstlerinnen für ihre Werke mehr als eine Million Dollar. Ihnen stehen fast 200 Künstler gegenüber.

  • Installation zum Kriegsalltag vor 100 Jahren

    Durch eine Installation mit historischen Schlagzeilen und Werbeanzeigen macht das historische Museum Saar den Verlauf des Ersten Weltkriegs anschaulich. Die Installation beginnt heute und wird täglich gewechselt. Auf einem Monitor an der Außenfassade des Gebäudes zeigt das Museum jeweils die Titelseite und die Anzeigenseiten der "Saarbrücker Zeitung" des jeweiligen Tages vor genau hundert Jahren. Die Aktion soll bis 2018 laufen, also alle Tage bis zum Kriegsende 1918 abbilden. Nach Einschätzung der Kuratoren enthüllen vor allem die Anzeigenseiten interessante Details über den Kriegsalltag.