WDR 3 Literaturfeature - Sendungen A-Z - Programm

 
 

 
 

Kulturnachrichten

  • Lovis Corinths "Drei Grazien" keine NS-Raubkunst

    Das Gemälde "Drei Grazien" von Lovis Corinth ist keine NS-Raubkunst. Nach Einschätzung der sogenannten Limbach-Kommission müssen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen das Bild nicht an die Erben der früheren jüdischen Besitzerin zurückgeben. Die Kommission teilte mit, angesichts der Faktenlage sei ein "Zwangsverkauf" nicht erkennbar. Die Erben der Berliner Tuchfabrikantin Clara Levy hatten eine Rückgabe des Gemäldes gefordert. Die Kommission unter Vorsitz der früheren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Jutta Limbach beschäftigt sich mit strittigen Fällen von NS-Raubkunst. Ihre Empfehlungen sind nicht rechtlich bindend, haben aber in der Regel großes Gewicht.

  • "Zentrum für verfolgte Künste" in Solingen genehmigt

    Die Gründung eines "Zentrums für verfolgte Künste" in Solingen rückt näher. Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat das neue Museum genehmigt. Es soll an Maler und Schriftsteller erinnern, die in der NS-Diktatur und in der DDR verboten und vertrieben wurden. Das "Zentrum für verfolgte Künste" wird im alten Rathaus des Solinger Stadtteils Gräfrath eingerichtet. Es wird eine Sammlung mit Werken verfolgter Künstler übernehmen, die bisher im Solinger Kunstmuseum untergebracht ist. Träger des neuen Museums sind der Landschaftsverband Rheinland und die Stadt Solingen unter Beteiligung der "Bürgerstiftung für verfolgte Künste".

  • Zweite Strafanzeige gegen Kunstberater Achenbach

    Die Betrugsaffäre um den inhaftierten Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach weitet sich aus. Bei der Staatsanwaltschaft Essen ist eine zweite Strafanzeige gegen Achenbach wegen mutmaßlichen Betrugs eingegangen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, wurde sie vom früheren Allkauf-Miteigentümer Bernd Viehof gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem noch in einem dritten Verdachtsfall. Die Affäre war ins Rollen gekommen, als die Aldi-Erbenfamilie Albrecht gegen Helge Achenbach Anzeige erstattete. Der 62-Jährige soll seinen Kunden für Kunstwerke und Oldtimer überhöhte Preise in Rechnung gestellt haben. Der Kunstberater sitzt seit Mitte Juni in Untersuchungshaft.

  • Berlinale verleiht Wim Wenders Goldenen Ehrenbären

    Die Berlinale zeichnet den Filmemacher Wim Wenders mit dem Goldenen Ehrenbären aus. Festivaldirektor Dieter Kosslick sagte, das vielseitige Werk des Regisseurs habe das Filmgedächtnis geprägt und inspiriere nach wie vor andere Filmemacher. Der 69-jährige Wenders gilt als wichtiger Erneuerer des deutschen Kinofilms. Er drehte seit den siebziger Jahren mehr als 60 Filme. Wenders erhält den Goldenen Ehrenbären bei der nächsten Berlinale im Februar kommenden Jahres. Das Festival wird ihm zu Ehren außerdem eine Reihe seiner Filme zeigen.

  • Zusatzvorstellungen bei der Ruhrtriennale

    Die Ruhrtriennale bietet aufgrund der großen Nachfrage am Freitag und am kommenden Montag Zusatzvorstellungen von "Le Sacre du Printemps" an. In Romeo Castelluccis Inszenierung des Strawinsky-Balletts gibt es keine Tänzer, stattdessen bewegen sich Maschinen, aus denen Knochenstaub rieselt. Auch für die Produktion "Sänger ohne Schatten" von Boris Nikitin gibt es einen Zusatztermin im September.

  • Rostock liest Uwe Johnsons "Jahrestage"

    Rostock würdigt den Schriftsteller Uwe Johnson mit einem ungewöhnlichen Leseprojekt. Hunderte Bürger haben die 366 Kapitel von Johnsons vierbändigem Roman "Jahrestage" eingelesen. Die Aufnahmen werden nun ein Jahr lang täglich von einem lokalen Radiosender ausgestrahlt. Johnson schildert in seinem Hauptwerk das Leben von Gesine Cresspahl vom 21. August 1967 bis zum 20. August 1968 anhand von täglichen Einträgen. Der Schriftsteller wuchs in Mecklenburg-Vorpommern auf und studierte in Rostock. Die Stadt ist Sitz der Uwe-Johnson-Gesellschaft und beherbergt den Nachlass des 1984 gestorbenen Autors.

  • Tarifeinigung an der New Yorker Met

    Der Arbeitskampf an der New Yorker Metropolitain Opera ist weitgehend beigelegt. Die Gewerkschaften der Sänger und Orchestermusiker stimmten einer teils drastischen Kürzung ihrer Gagen zu. Grund für die Einschnitte sind sinkende Besucherzahlen und steigende Kosten. Die Leitung der Met hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Gagen und Gehälter um ein Sechstel kürzen zu wollen. Die Gewerkschaften hatten zuletzt mit Streik gedroht. Die "Met" in New York zählt zu den berühmtesten Opernhäusern der Welt.

  • Kulturstaatsministerin unterstützt Autorenkritik an Amazon

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Kritik deutscher Autoren an dem Onlinehändler Amazon. In Berlin kritisierte sie ungewöhnlich scharf die Methoden des Internetbuchhändlers. Sie sagte, es sei inakzeptabel, wenn Titel aus Empfehlungslisten gestrichen und Lieferungen verzögert würden, um Rabattforderungen gegenüber Verlagen durchzusetzen. Mehr als 1.000 deutschsprachige Autoren haben bis jetzt einen Offenen Brief an Amazon-Chef Jeff Bezos unterzeichnet. Auch amerikanische Schriftsteller brachten ihren Unmut über Amazon in einem Brief zum Ausdruck.

  • Bewährungsstrafe für Picasso-Fälscher

    Ein Berliner Gericht hat einen Kunstfälscher zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 52-jährige hatte zuvor gestanden, dass er eine alte afrikanische Maske mit der Signatur Pablo Picassos versehen hat. Außerdem fälschte er eine Expertise zu dem vermeintlichen Werk. Die Maske war über eine Berliner Galerie für 49.000 Euro verkauft worden.