WDR 3 Literaturfeature - Sendungen A-Z - Programm

 
 

 
 

Kulturnachrichten

  • Iran will Barenboim-Auftritt in Teheran nicht zulassen

    Der Iran will einen geplanten Auftritt des israelisch-argentinischen Dirigenten Daniel Barenboim in Teheran nicht zulassen. Ein Sprecher des iranischen Kultusministeriums erklärte, das Konzert sei vom Minister persönlich abgesagt worden, als dieser erfahren habe, dass Barenboim israelischer Staatsbürger sei. Zuvor hatte die israelische Kulturministerin gegen das geplante Konzert protestiert. Barenboim wollte mit der Berliner Staatskapelle in Teheran auftreten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sollte Schirmherr sein.

  • Kranichsteiner Literaturpreis an Esther Kinsky

    Der Kranichsteiner Literaturpreis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky. Sie erhält die Auszeichnung für ihr bisheriges Werk und insbesondere für ihren Roman "Am Fluss". Esther Kinsky ist in Bonn aufgewachsen und lebt in Berlin sowie im südungarischen Battonya. Der Kranichsteiner Literaturpreis wird vom Deutschen Literaturfonds in Darmstadt vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.

  • KLM boykottiert ukrainische Pianistin

    Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat die Musik der ukrainischstämmigen Pianistin Valentina Lisitsa aus dem Unterhaltungsprogramm gestrichen. Nach Angaben einer Sprecherin hatten sich Passagiere über respektlose Twitter-Beiträge der Pianistin zum Abschuss des Passagierflugzeuges über der Ukraine beklagt. Im April hatte bereits das Toronto Symphony Orchestra ein Konzert mit der in den USA lebenden Pianistin abgesetzt. Lisitsa ist für ihr öffentliches Bekenntnis zu den prorussischen Separatisten in der Ukraine bekannt.

  • Goethe-Medaillen in Weimar vergeben

    Der britische Museumsdirektor und designierte Gründungsintendant des rekonstruierten Berliner Schlosses, Neil MacGregor, ist in Weimar mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet worden. Weitere Medaillen gingen an den syrischen Philosophen Sadik Al-Azm und die deutsch-brasilianische Kulturmanagerin Eva Sopher. Die 92 Jahre alte Sopher war nicht anwesend. Sie sandte eine Videobotschaft. Zwei Familienmitglieder nahmen den Preis für sie entgegen.

  • Adler Olsen ruft zu Boykott der Millenium-Fortsetzung auf

    Der dänische Schriftsteller Jussi Adler Olsen hat die Fortsetzung der berühmten Millennium-Krimireihe aus fremder Feder als "respektlos und verkehrt" kritisiert. Gestern war der Thriller "Verschwörung" des Schweden David Lagercrantz bei 26 Verlagen weltweit erschienen. Es ist eine Fortsetzung die Trilogie des 2004 gestorbenen Stieg Larsson. Adler Olsen sagte, damit nutze man einen Mann aus, der Ausnutzung hasste. Er rief dazu auf, das Buch zu boykottieren. Adler Olsen ist bekannt durch seine Krimis um Kommissar Carl Mørck.

  • Ehren-Oscars für Spike Lee und Gena Rowlands

    Der US-Regisseur Spike Lee und die Schauspielerin Gena Rowlands werden im November mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Das hat die Academy Of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles mitgeteilt. Die Vergabe der Ehren-Oscars wurde 2009 erstmals von der normalen Oscar-Show im Frühjahr abgekoppelt. Lee ist ein Mitbegründer des New Black Cinema der 80er Jahre. Einen Namen machte er sich mit Filmen wie "Do the Right Thing", "Jungle Fever" und "Malcom X". Hollywood-Veteranin Rowlands wirkte in über 40 Spielfilmen mit, darunter "Eine Frau unter Einfluß" und "Gloria, die Gangsterbraut".

  • Kritik am Ausstellungskonzept des Jüdischen Museums in Köln

    Das Konzept für die Archäologische Zone und das geplante Jüdische Museum in Köln ist in die Kritik geraten. Der ehemalige Vorsitzende der Kölner Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Günter Ginzel, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, er sei traurig, empört und fassungslos über das neue Konzept. Die Ausstellung mit der Vertreibung der Juden aus Köln im Jahre 1424 enden zu lassen, widerspreche der Ursprungsidee. Das neue Konzept war gestern im Kulturausschuss vorgestellt worden. Dabei hatte der zuständige Projektleiter beim Landschaftsverband, Martin Müller, auch von der Bezeichnung "Jüdisches Museum" Abstand genommen. Müller sagte, der Begriff "Museum" wecke Erwartungen, wie sie in Berlin und Frankfurt erfüllt werden, in Köln aber nicht.

  • Opernregisseur Nikolaus Lehnhoff ist tot

    Nikolaus Lehnhoff, einer der weltweit bekanntesten Opernregisseure, ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in Berlin. Lehnhoff hatte noch im Mai Premiere an der Mailänder Scala mit Puccinis Oper "Turandot". Der in Hannover geborene Opernregisseur war der letzte Assistent von Wieland Wagner in Bayreuth. Lehnhoff inszenierte an allen großen Bühnen, unter anderem in Berlin, München, New York, Amsterdam, Zürich und London sowie bei den Festspielen in Salzburg.

  • Syrischer Lyriker Adonis erhält Osnabrücker Remarque-Friedenspreis

    Der syrische Lyriker und Essayist Adonis bekommt den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Präsident der Universität Osnabrück, Wolfgang Lücke, sagte, mit Adonis werde eine Persönlichkeit gewürdigt, die die Ursachen des Konflikts in Syrien erklären könne. Adonis setze sich für die Trennung zwischen Religion und Staat ein, für die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt und für eine aufgeklärte arabische Gesellschaft. Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis erhält die Bürgermeisterin der italienischen Insel Lampedusa, Guiseppina Maria Nicolini. Sie wird für ihr Eintreten für ein neues europäisches Asyl- und Einwanderungsrecht geehrt.