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Sonntag, 10.07.11 um 18:05 Uhr

WDR 3 Resonanzen Weltweit

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

18.05 bis 19.00 Uhr

Österreichische Lyrikerin Maja Haderlap gewinnt
Bachmann-Preis 2011

Maja Haderlap: Engel des Vergessens; Buchcover
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Beim Klagenfurter Vorlesemarathon gewinnt die Poesie der slowenischen Literatur

Während dieser Woche haben literarische Nachwuchshoffnungen beim Klagenfurter «Literatur-Casting» aus ihren bisher unveröffentlichten Texten gelesen. Die heute in Klagenfurt überreichte und nach der Dichterin Ingeborg Bachmann benannte Auszeichnung wurde dieses Jahr zum 35. Mal vergeben. Sie gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Unter den Vorlesern war auch eine der bemerkenswertesten Lyrikerinnen Österreichs, Maja Haderlap. Sie konnte heute in Klagenfurt den renommierten Bachmann-Preis entgegennehmen. Die Slowenin übersetzt nicht nur Lyrik, Prosa und Essays ins Deutsche. Ihre eigene Lyrik entsteht im Spannungsfeld sogenannter Deutsch-Kärntner und slowenischer Volksgruppen. Ihr erster Roman, „Engel des Vergessens“, erscheint in dieser Woche.

Ein Porträt von Andrea Gerk

Maja Haderlap: Engel des Vergessens
Wallstein Verlag, 2011
18,90 Euro

Auch das Intime ist politisch

Erotik in der arabischen Gegenwartsliteratur

Zur Erotik hat der Islam ein gespanntes Verhältnis, heißt es. Stimmt das so? Nicht unbedingt. Die Literatur der islamischen Länder kennt auch eine große Tradition sinnlicher Dichtung. Aus der schöpfen die Autoren der Gegenwart. Sie haben sich von einengenden Traditionen und Verbindlichkeiten losgesagt und bestehen auf dem Recht des Einzelnen, nach seinen Vorstellungen zu leben – auch in erotischer Hinsicht. Damit stoßen die Literaten in ihren überwiegend konservativ gestimmten Heimatländer nicht nur auf Zustimmung. So ist ein Kulturkampf entbrannt, für den gilt, dass auch das Intime politisch ist, jedenfalls dann, wenn es zu Papier gebracht und veröffentlicht wird.

Ein Beitrag von Kersten Knipp

Slumtourismus

Slum in Mexico-City; Rechte: picture-alliance / Mark Henley / Impact Photos
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Slum in Mexico-City

Wenn Touristen die Ärmsten der Armen besuchen

Der oscarprämierte Film „Slumdog Millionaire“ machte es dem Publikum deutlich: das Elend der Ärmsten der Armen, die ihren Lebensunterhalt auf Müllhalden zusammensammeln. Für viele Touristen war der Film auch Anstoß, das unterprivilegierte Dasein der Slumbewohner selbst in Augenschein zu nehmen. Die Ethnologin Eveline Dürr ist dem Phänomen Slumtourismus nachgegangen und hat eine mexikanische Müllhalde besucht, die inzwischen als offizielle Touristenattraktion gilt. Touristische Touren, wie die in Mexiko, lassen die Zusammenhänge von Armut und Reichtum deutlich werden. Sie geben Einblick in das Auskommen Hunderter Menschen und in das, was in städtischer Umgebung als unerwünschte Verschmutzung wahrgenommen wird.
 
Ein Studiogespräch mit der Ethnologin Eveline Dürr

Die harte Schule der Unabhängigkeit

Karte Sudan - Deutschland; Rechte: dpa-infografik
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Südsudans Traum von einer besseren Zukunft

Mit dem Südsudan gibt es seit gestern einen neuen Staat in Afrika. Aber ein Bildungswesen, das diesen Namen verdient, hat der junge Staat noch nicht. Es ist während eines mehr als 20-jährigen Bürgerkrieges zusammengebrochen. Ehrenamtliche Lehrer bringen den Kindern nun Schreiben, Rechnen und Lesen bei. Wieder andere nutzen Radio, Theater und Musik, um die Bevölkerung politisch zu bilden, zu informieren und gegen fest verankerte Vorurteile zu kämpfen.

Eine Reportage von Bettina Rühl


Redaktion: Silvia Wiegand

Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula


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