Montag, 01.02.10 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Das Ich, die Interaktion, die Sache und das Umfeld
Zum Tode von Ruth C. Cohn
Die Psychotherapeutin und Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI), Ruth C. Cohn, ist im Alter von 97 Jahren in Düsseldorf gestorben. In ihrer Arbeit hat sie grundlegende Erkenntnisse der Psychoanalyse und der Sozialpsychologie zusammengeführt. Die in Berlin geborene Psychotherapeutin, die als Jüdin zunächst in die Schweiz und 1941 mit ihrer Familie in die USA fliehen musste, hat ihre letzten Lebensjahre in Düsseldorf verbracht.
Ein Nachruf von Annelen Kranefuss
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Ein kulturelles Großereignis vor der Zerreißprobe
Das Teheraner Fajr Filmfestival
Das Teheraner Filmfestival steht seit jeher in einer Zwitterposition zwischen Willfährigkeit und Widerstand: ausgerichtet von der staatlichen Produktionsfirma Farabi und unter Aufsicht des berüchtigten Ministeriums für religiöse Weisung, ist es einerseits Aushängeschild der Republik, andererseits stand es mit unorthodoxen Preisvergaben häufig genug der offiziellen Linie entgegen. In den letzten Wochen haben prominente Schauspieler und Regisseure die Berufung in die Jury zurückgewiesen, so dass jetzt der Wettbewerb ohne Bekanntgabe von Juroren gestartet ist! Zahlreiche namhafte Regisseure zogen auch ihre Filme zurück, und um die Löcher im Programm zu stopfen, wurden nachträglich mehrere zensierte Filme der letzten Jahrgänge in den Wettbewerb aufgenommen.
Ein Gespräch mit Amin Farzanefar
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- Teheraner Fajr Filmfestival (englisch)
Gaza – 6000 Jahre Brücke zwischen den Kulturen
Eine Ausstellung im Museum für Mensch und Natur in Oldenburg geht der vergessenen Kulturgeschichte des Gaza-Streifens nach
Gaza – das ist ein Synonym für Krieg, Zerstörung, Nahostkonflikt. Das Landesmuseum für Mensch und Natur in Oldenburg zeigt nun ein völlig anderes Gaza: eine Stadt, die 6000 Jahre lang von großer wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung war. Ein Zentrum des christlichen Glaubens in der Antike, eine blühende Wirtschaftsmetropole und ein Knotenpunkt der Handelswege, aber auch des geistigen Austauschs zum Beispiel zwischen Christentum und Islam.
Ein Beitrag von Werner Bloch
Wiederentdecken und bewahren
Innovative Kirchenarchitektur in Nordrhein-Westfalen
Als zerklüftetes Felsengebirge aus grauem Beton liegt der Mariendom am Ortsrand von Velbert. Kleinteilig aus rotbraunen Ziegeln aufgetürmt, ragen die abgetreppten Dächer der Kirche Christi Auferstehung zwischen den Wohnhäusern in Köln-Lindenthal auf: Zwei der zahllosen neuen Kirchen, die nach dem Krieg in Nordrhein-Westfalen entstanden. Viele davon zeichnen sich durch ihre eigenwillige, innovative Architektur aus, in den Fassaden und in der Gestaltung der Innenräume. Da heute jedoch Kirchen aufgegeben werden müssen und manche Zeugnisse dieser ungewöhnlich produktiven Epoche bereits abgerissen sind, bemühen sich jetzt Denkmalschützer um die vielfältige Kirchenlandschaft zwischen Rhein und Weser. Es gilt, architektonische Kleinodien in Erinnerung zu rufen und wenn möglich als Denkmäler zu schützen.
Ein Gespräch mit Matthias Hennies
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- Landschaftsverband Rheinland
19.05 bis 20.00 Uhr
Der dreisprachige Koran des Juan de Segovia
Neu entdecktes Koranfragment verweist auf das spektakulärste christlich-muslimische Gemeinschaftsprojekt im Mittelalter.
Im Jahre 1453 erlitt das christliche Abendland einen Schock: Konstantinopel, der letzte Rest des einstigen Römischen Reiches, wurde von den Osmanen erobert. Ein Schock, der – so mutmaßen Wissenschaftler - genauso gewaltig gewesen sein muss wie der, den die zivilisierte Welt am 11. September 2001 erlebte, mit den Terroranschlägen von New York. Auch damals im Mittelalter wurden schnell Kriegspläne geschmiedet, um dem Vormarsch des Osmanischen Reiches Einhalt zu gebieten. Theologen und Kriegsgelehrte schrieben gegen den Islam an. Doch gab es zu dieser Zeit auch einen christlichen Gelehrten namens Juan de Segovia, der den Glaubenskampf zwischen Christen und Muslimen friedlich lösen wollte. Dazu tat er sich mit dem muslimischen Gelehrten Yça Gidelli, um den Koran in drei Sprachen zu übersetzen: Arabisch, Lateinisch, Spanisch. Die Übersetzung ist bis heute verschollen geblieben. Kürzlich jedoch wurde in einer mittelalterlichen Handschrift ein Fragment der verschollenen Koranübersetzung entdeckt.
Ein Gespräch mit dem Religionsforscher und Herausgeber des Koranfragments Reinhold Glei.
Ulli Roth und Reinhold F. Glei: Die Spuren der lateinischen Koranübersetzung des Juan de Segovia – alte Probleme und ein neuer Fund, in: Neulateinisches Jahrbuch 11 (2009), S. 109-154
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- Ruhr-Universität Bochum
Innenansichten aus dem Sperrgebiet
Filmemacher dokumentieren Reichenghettos
Die Reichen ziehen sich zurück – weltweit entstehen so genannte „gated communities“ – Luxuswohnstätten mit Sicherheitssperren, abgeschottet von den anderen: den weniger Wohlhabenden. Die Filmemacher Corinna Wichmann und Lukas Schmid haben in solchen gated communities gedreht. Die Premiere ihrer Dokumentation „Auf der sicheren Seite“ bildet den Auftakt zum Festival „Stranger than Fiction 2010“. Bis zum 6. Februar werden im Filmforum und in der Filmpalette etwa 15 neue Dokumentarfilme zu sehen sein.
Ein Beitrag von Claudia Ehlert
Spurensuche zwischen Palais Schaumburg und Schürmann-Bau

Der neue historische Reiseführer „Bonn - Orte der Demokratie“
Passend zum 60. Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland ist im Berliner Christoph-Links-Verlag noch ein kleines, aber gehaltvolles Buch erschienen, nämlich ein historischer Reiseführer über die alte Hauptstadt Bonn. Orte der Demokratie, so heißt dieses 130seitige Buch im Untertitel, herausgegeben wird es vom Haus der Geschichte und von der Bundeszentrale für politische Bildung; und die Historiker Matthias Hannemann und Dietmar Preißler führen unterhaltsam von einem Baudenkmal zum anderen. Ob es das alte Kanzleramt ist - das Helmut Schmidt einmal mit einer rheinischen Sparkasse verglich -, das illustre Hotel auf dem Petersberg, das Museum Koenig, der Lange Eugen und die Villa Hammerschmidt oder die vielen heute vergessenen Vertretungen der Bundesländer.
Ein Beitrag von Michael Kuhlmann
Bonn - Orte der Demokratie. Der historische Reiseführer von Matthias Hannemann und Dietmar Preißler
Ch. Links Verlag
14,90 Euro
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Redaktion: Fatma Schulz
Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula















