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Dienstag, 06.12.11 um 18:08 Uhr

WDR 3 Resonanzen

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

Mit Annette Hager

Musikangaben zu der Sendung finden Sie in der Playlist

18.08 bis 19.00 Uhr

Erde Nr. zwei

Angenehme 22 Grad Celsius herrschen angeblich auf Kepler 22b, 600 Lichtjahre von der Erde entfernt - eine zweite Erde kreist im Weltraum. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten: gibt es vielleicht woanders genau das intelligente Leben, das uns hier fehlt?

 

Ein Kommentar von Burkhard Müller-Ullrich

Ein Erinnerungsprojekt

Postkarten aus Nazideutschland, Rechte: Torkel S. Wächter
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Postkarten aus Nazideutschland

Das Postkartenprojekt von Torkel Wächter fand Resonanz

Nach dem Tod seines Vaters findet der schwedische Schriftsteller Torkel Wächter auf dem Dachboden 32 vergilbte Postkarten. Es sind die letzten Lebenszeichen seiner deutsch-jüdischen Großeltern Gustav und Minna Wächter, die die Postkarten 1940/41 geschrieben haben – kurze Zeit später werden beide deportiert und ermordet. Durch die Postkarten, jene Zeitdokumente, erfährt Torkel Wächter erstmals von der deutsch-jüdischen Vergangenheit seiner Familie, der Kindheit seines Vaters in Hamburg Elmbüttel und dessen tiefem Bruch mit den Deutschen. Mit dem Vater selbst hat er nie darüber gesprochen. Die Briefe, die Torkel Wächter im Nachlass fand, hat der Schriftsteller über eineinhalb Jahre lang in einem Kunst- und Erinnerungsprojekt im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Immer an jenem Tag, an dem seine Großeltern sie vor mehr als 70 Jahren seinem geflüchteten Vater nach Schweden schickten. Heute ging die letzte der 32 Postkarten online.

Ein Gespräch mit Torkel S. Wächter

Gedenkfeier mit tiefen Rissen

Streit um den jugoslawischen Schriftsteller, der vor 50 Jahren den Literaturnobelpreis erhielt

Ivo Andrić ist der einzige Literaturnobelpreisträger Jugoslawiens. In diesen Wochen finden in vielen Teilen des zerfallenen Staates Veranstaltungen statt, denn der Preis wurde am 10. Dezember 1961, vor fünfzig Jahren also, vergeben. Ivo Andrić kam als katholischer Kroate 1892 in Bosnien zur Welt. Seine Diplomatenkarriere für das Königreich Jugoslawien endete 1941 im Amt des Botschafters in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Andrić in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad und starb dort 1975. Sein großes Thema war und blieb dabei Bosnien. Während Andrić in Titos Jugoslawien eine Galionsfigur war und als Brückenbauer zwischen den Völkern galt, ist er im Jubiläumsjahr hoch umstritten.

Ein Beitrag von Martin Sander

19.05 bis 20.00 Uhr

Politisches Theater-Konzert

Szene aus "Der entkommene Aufstand" von Schorsch Kamerun; Rechte: Sandra Then
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Szene aus "Der entkommene Aufstand"

Schorsch Kamerun inszeniert "Der entkommene Aufstand" in Köln

Schorsch Kamerun ist vielen wohl als Gründungsmitglied und Sänger der Band "Die Goldenen Zitronen" oder als Betreiber des "Golden Pudel Club" in Hamburg ein Begriff. Kamerun arbeitet aber seit langem auch regelmäßig als Theaterregisseur und -autor, auch in Köln. Wobei seine Theaterarbeiten keine konventionellen Inszenierungen von Klassikern sind, sondern Versuche, Musik, Sprache, Spiel und Performance zu verbinden. In seiner aktuellen Kölner Produktion "Der entkommene Aufstand" in der EXPO-Halle setzt sich Kamerun mit Protestbewegungen auf der ganzen Welt auseinander und sucht nach der Stunde Null im "Kreisverkehr der Demokratie".

Ein Gespräch mit Schorsch Kamerun

Geld und Schönheit

Sandro Botticelli (1445-1510); Rechte: Prismaarchivo
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Sandro Botticelli

Bankiers, Botticelli und das Fegefeuer der Eitelkeiten

Die Renaissance hat offenbar Konjunktur: Die große Show der Renaissance-Portraits in Berlin, für die sich die Besucher immer noch stundenlang anstellen, und in Hamburg sind im Bucerius Kunstforum „Frühe italienische Meister bis Botticelli“ zu sehen. Eine etwas andere Renaissance-Schau gibt es in Florenz – gerade dort – wo die Gefahr groß ist, eine Art Renaissance-Massentourismus loszutreten, setzt man auf Didaktik. Die Ausstellung im Palazzo Strozzi will den Zusammenhang zwischen reichen Bankiersfamilien und Kunst aufzeigen. Absicht des Direktors der Fondazione Palazzo Strozzi, James Bradburne, ist es, Zusammenhänge zu zeigen, Linien außerhalb, unter und neben der Kunst zu verfolgen. Es gibt zwar berühmte Botticelli-Madonnen und auch die Venus ist vertreten, aber nicht zur Erbauung - sondern um neue Entdeckungen zu machen.

Ein Beitrag von Gisela Keuerleber

Redaktion: Fatma Schulz

Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula


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