Montag, 23.11.09 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Cool down

Ein Buch durchleuchtet Wege aus der Klimakrise
Wie sich die Wende zu einem kohlestoffarmen Zeitalter meistern lässt, ohne dass die reichen Länder auf ihren Wohlstand und die armen Länder auf ihr Wachstum zur Überwindung der Armut verzichten müssen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der Umweltrechtler Felix Ekardt gehört zu den Verfechtern eines Klimaschutzes, dessen Forderungen über die Vorschläge hinausgehen, die im Dezember auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen verhandelt werden. In seinem neuen Buch „Cool down. 50 Irrtümer über unsere Klima-Zukunft“ legt er dar, warum sich eine Klimawende wirtschaftlich lohnt und fordert neben einer radikaleren Treibhausbegrenzung für alle Länder einen globalen Emissionshandel, der dem Süden Entwicklung ermöglichen würde.
Ein Gespräch mit dem Soziologen und Philosophen Felix Ekardt
Felix Ekardt: „Cool down. 50 Irrtümer über unsere Klima-Zukunft“
Herder Verlag, 2009
9,95 Euro
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Zerbrechliche Schönheit am Nord- und Südpol
Die Ausstellung „ANT/ARCTIC Matters“ versucht eine beispielhafte Symbiose von Kunst und Gesellschaft.
Kurz vor den Klima-Gipfel in Kopenhagen im Dezember ist in Brügge letzte Woche eine Wanderausstellung eröffnet worden, die fünf Jahre lang mit 12 Containern um die ganze Welt reisen wird. Der bekannte belgische Polarexperte Dixie Dansercoer hat sie organisiert. Die Ausstellung zeichnet einen engagierten, frischen, künstlerischen Blick von der zerbrechlichen Schönheit der Eisflächen des Nord- und Südpols. Sie regt die Besucher dazu an, mit all ihren Sinnen die Folgen des Klimawechsels zu erleben und gibt Anregungen, klimabewusst zu leben und zu handeln.
Ein Beitrag von Nicole de Bock
Informationen über den Start der Ausstellung in Brügge unter www.ijssculptuur.be
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- (Ant)Arctic Matters
Causa Steinbach
Der Bund der Vertriebenen (BdV) bekommt im verhärteten Streit in Sachen Erika Steinbach Rückenwind aus der CDU-Fraktion. Die Präsidentin des BdV, die einen Sitz im Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" anstrebt, wird nun doch von Außenminister Guido Westerwelle gehört werden. Auch wenn Westerwelle an seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Vertriebenen-Präsidentin heute keinen Zweifel ließ. Man muß diese Frau nicht unbedingt mögen, meint unser Kommentator Wolfgang Stenke, aber ....
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19.05 bis 20.00 Uhr
Wie Deutschland seine mathematische Intelligenz vertrieb
Ausstellung "Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur" in Münster
Im Kaiserreich und in der Weimarer Zeit spielten jüdische Mathematiker noch eine besondere Rolle im wissenschaftlichen und kulturellen Leben Deutschlands. Ohne ihre mathematischen Entdeckungen wäre das Fach "Mathematik" nicht wissenschaftlich vorangekommen. Zwischen 1914 und 1933 gab es in Deutschland etwa einhundert ordentliche Professuren für Mathematik - ein Drittel davon waren jüdischen Glaubens. Göttingen zum Beispiel war damals das "Mathe-Mekka" der Welt. Als die Nazis an die Macht kamen, änderte sich alles. Die jüdischen Mathematiker mussten fliehen. Viele kamen in den Konzentrationslagern um, anderen gelang im Ausland eine bemerkenswerte Karriere. Über all diese Aspekte will die Ausstellung in Münster informieren.
Ein Gespräch mit Professor Moritz Epple, Kurator der Ausstellung
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- Ausstellung: Jüdische Mathematiker
Frauen unter dem Einfluss von Tradition und Shari’a

Freiheit im Sport, dennoch nicht gleichberechtigt
Eine Tagung zum Thema Frauenrechte in der arabischen Welt zwischen Anspruch und Realität
Der 25. November ist der Tag der Vereinten Nationen gegen Gewalt gegen Frauen. In der arabisch-islamischen Welt nutzen engagierte Frauenorganisationen alljährlich diesen Tag auch dazu, gegen die Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu protestieren. Auf Einladung der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) diskutierten vergangene Woche in Bonn Frauenrechtsaktivistinnen, Juristinnen und Entwicklungsexpertinnen aus verschiedenen arabischen Ländern über aktuelle Strategien gegen patriarchale Unterdrückung in den arabischen Gesellschaften und über Wege zu mehr Gleichberechtigung. Gesetze spielen dabei eine wichtige Rolle. Martina Sabra hat die Tagung besucht und sich in Marokko ein wegweisendes Frauenprojekt angesehen.
Ein Beitrag von Martina Sabra
Homepage der marokkanischen Frauenorganisation “Frauensolidarität” (auf Französisch)
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- Broschüre gegen Diskriminierung
Ein säkulares Zeitalter“ von Charles Taylor

Die Diskussion um den Platz der Religion in der säkularen Gesellschaft geht weiter.
Der Europäische Gerichtshof entschied vor kurzem, das christliche Kreuzessymbol sei im öffentlichen Raum, z. B. in der Schule rechtswidrig und verletze die Religionsfreiheit. Umgekehrt argumentierte jetzt das Berliner Verwaltungsgericht mit der „öffentlichen Bekenntnisfreiheit“, als es einem muslimischen Schüler einen Gebetsraum im Gymnasium zugestand. Diese Widersprüche resultieren aus einer langen Geschichte, die nun der kanadische Philosoph Charles Taylor in seinem Buch „Ein säkulares Zeitalter“ noch einmal aufrollt. Für ihn mündet die Geschichte der christlichen Reformbestrebungen in einen religiösen Pluralismus der globalisierten Welt. Und dieser Pluralismus verlangt Taylor zufolge ein neues Verständnis von Säkularisierung als „Management der Vielfalt“; also die gleichberechtigte Anerkennung aller Religionen; auch im öffentlichen Raum.
Elke Dauk stellt das Buch vor
Charles Taylor: Ein säkulares Zeitalter
Aus dem Englischen von Joachim Schulte
Suhrkamp Verlag
EUR 68,00
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Redaktion: Silvia Wiegand
Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula














