Donnerstag, 05.05.11 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Trauer und Traumata
Die politische Seite der Oberhausener Kurzfilmtage
Die politische Tradition der Oberhausener Kurzfilmtage ist längst Legende. Hier wurde der Tod von Papas Kino ausgerufen, was allerdings auch schon fast 50 Jahre her ist. Aber auch heute spielen gesellschaftlich brisante Themen eine große Rolle auf dem Festival. Weil Kurzfilme keine ökonomischen Erfolge versprechen und oft schnell gedreht werden, können die Filmemacher spontaner auf aktuelle Ereignisse reagieren. So gibt es auch in diesem Jahr in allen Wettbewerbssektionen politische Inhalte und ungewöhnliche Sichtweisen. Ein Filmemacher aus Samoa reflektiert die Folgen des Tsunamis, ein Deutscher erforscht kommunistische Biographien und Proteste gegen Castor-Transporte sind ebenso Thema wie die Traumata der Kriegsheimkehrer.
Ein Beitrag von Stefan Keim
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- Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
Sade auf Deutschland-Tour
Die Soul-Ikone gab gestern ihr Debüt in Nordrhein Westfalen
18 Jahre lang hat sie auf keiner deutschen Konzertbühne gestanden: die stimmgewaltige britische Sängerin Sade. Seit April ist die 52-jährige nun wieder auf Welttournee, gestern gab sie in Oberhausen ihr erstes Konzert in NRW. Sade, die 1984 ihr erstes Album „Diamond Life“ heraus brachte, ist eher sparsam mit Neuveröffentlichungen. Auf ihr aktuelles Album „Soldier Of Love“, das sie letztes Jahr heraus brachte, musste man zehn Jahre warten. Was es in Oberhausen zu hören gab und welche magischen Momente es während des zwei Stunden dauernden Konzertes gab, dazu mehr in den Resonanzen.
Eine Konzertkritik von Anja Reinhardt
Unhintergehbare Dinge
Marbacher Litaraturarchiv zeigt die Macht des Schicksals
Für Heinrich von Kleist war „Schicksal“ noch ein Schlüsselbegriff; die Moderne dagegen hat das „Fatum“ energisch außer Dienst gestellt. Und doch: für jeden von uns gibt es auch heute Begegnungen, Ereignisse, Wendepunkte, die sich als schicksalhaft erweisen. Und der Intellektuelle, der Schriftsteller zumal, ist schicksalsgläubiger, als wir alle zunächst meinen. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach versammelt Bücher und Gegenstände, die für einige Geistesarbeiter zum Schicksal wurden: die Exponate stammen von Ludwig Wittgenstein und Peter Sloterdijk, von Aby Warburg und Bazon Brock, von Friedrich Schiller und Martin Walser. Allesamt warten sie mit Geschichten hinter den Gegenständen auf.
Ein Beitrag von Christian Gampert
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- Deutsches Literaturarchiv Marbach
19.05 bis 20.00 Uhr
Briefe aus der Ferne

Anforderungen an ein feministisches Projekt von heute
„Die Frauenbewegung als Wirklichkeit und als etwas, worüber die Medien berichteten, verschwand vor über 20 Jahren“, sagt die Soziologin und Publizistin Frigga Haug. Mit ihrem Buch „Briefe aus der Ferne – Anforderungen an ein feministisches Projekt“ will die Soziologin die Dominanz der „neoliberalen Erbschleicher der Frauenbewegung“ (Sarah Palin, Thea Dorn, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder) herausfordern. Um einen linken Feminismus zu revitalisieren, hat sie sich an Frauen in aller Welt gewandt. 49 Feministinnen aus 13 Ländern haben sich in persönlichen Statements zu Wort gemeldet und in Essays und Briefen formuliert, was Feminismus heute sein muss. Das Fazit ihres Buches macht eindrücklich klar, dass die Frauen „aus dem Himmel des freien Wünschens herab müssen, um das Nötigste jetzt in Angriff zu nehmen“.
Ein Gespräch mit der Soziologin Frigga Haug
Frigga Haug: Briefe aus der Ferne
Anforderungen an ein feministisches Projekt heute
Argument-Verlag GmbH, 2010
18,50 euro
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Starke Frauen
Regie-Frauen. Ein Männerberuf in Frauenhand
Die Akademie der Künste in Berlin zeigt anlässlich des Theatertreffens morgen (6. Mai) die Video-Ausstellung «Regie-Frauen». Für das Projekt wurden rund 40 Theater- und Opernregisseurinnen vor der Kamera nach ihrem Werdegang, ihrer künstlerischen Arbeit und ihren Erfahrungen als Frauen in dem Job befragt. Und wenn es im Theater eine Frauenquote gäbe, hätte sie das Berliner Theatertreffen in diesem Jahr erfüllt. Während von 1964 bis heute knapp 10 Prozent der eingeladenen Inszenierungen von Frauen stammten, sind es in diesem Jahr 30 Prozent. Karin Beyer, Karin Henkel und das Performancekollektiv She She Pop sind in Berlin dabei – Intendantinnen, Bühnenbildnerinnen, Dramatikerinnen. Hat also eine neue Ära begonnen?
Ein Beitrag von Oliver Kranz
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- Akademie der Künste
Der Zeus der Philosophie

Zum 300. Geburtstag David Humes erscheint eine opulente Biographie
Im englischen Sprachraum ist er als „Zeus der klassischen Philosophie“ bekannt: der schottische Aufklärer David Hume. Pünktlich zum 300. Geburtstag (am 7. Mai) des bedeutenden Empiristen hat der in Graz lehrende Philosoph Gerhard Streminger nun eine monumentale Biographie David Humes vorgelegt. Der Einfluss Humes auf die modernen Wissenschaften, meint Streminger, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ob als Erkenntnistheoretiker oder kämpferischer Religionskritiker: David Hume wollte den Menschen lange vor Kant aus seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien.
Ein Beitrag von Günther Kaindlstorfer
Gerhard Streminger: David Hume – Der Philosoph und sein Zeitalter
C.H. Beck Verlag, 2011
34,00 Euro
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Redaktion: Silvia Wiegand
Musikzusammenstellung: Anja Reinhardt
















