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Donnerstag, 05.05.11 um 18:08 Uhr

WDR 3 Resonanzen

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

Mit Annette Hager

Musikangaben zu der Sendung finden Sie in der Playlist

Trauer und Traumata

Plakatmotiv der 57. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen; Rechte: Kurzfilmtage / Boros
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Die politische Seite der Oberhausener Kurzfilmtage

Die politische Tradition der Oberhausener Kurzfilmtage ist längst Legende. Hier wurde der Tod von Papas Kino ausgerufen, was allerdings auch schon fast 50 Jahre her ist. Aber auch heute spielen gesellschaftlich brisante Themen eine große Rolle auf dem Festival. Weil Kurzfilme keine ökonomischen Erfolge versprechen und oft schnell gedreht werden, können die Filmemacher spontaner auf aktuelle Ereignisse reagieren. So gibt es auch in diesem Jahr in allen Wettbewerbssektionen politische Inhalte und ungewöhnliche Sichtweisen. Ein Filmemacher aus Samoa reflektiert die Folgen des Tsunamis, ein Deutscher erforscht kommunistische Biographien und Proteste gegen Castor-Transporte sind ebenso Thema wie die Traumata der Kriegsheimkehrer.

Ein Beitrag von Stefan Keim

Sade auf Deutschland-Tour

Die Sängerin Sade während eines Konzerts in Hamburg;  Rechte: Angelika Warmuth/dpa
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Sade

Die Soul-Ikone gab gestern ihr Debüt in Nordrhein Westfalen

18 Jahre lang hat sie auf keiner deutschen Konzertbühne gestanden: die stimmgewaltige britische Sängerin Sade. Seit April ist die 52-jährige nun wieder auf Welttournee, gestern gab sie in Oberhausen ihr erstes Konzert in NRW. Sade, die 1984 ihr erstes Album „Diamond Life“ heraus brachte, ist eher sparsam mit Neuveröffentlichungen. Auf ihr aktuelles Album „Soldier Of Love“, das sie letztes Jahr heraus brachte, musste man zehn Jahre warten. Was es in Oberhausen zu hören gab und welche magischen Momente es während des zwei Stunden dauernden Konzertes gab, dazu mehr in den Resonanzen.

Eine Konzertkritik von Anja Reinhardt

Unhintergehbare Dinge

Friedrich Kittler: Selbstgebastelter Synthesizer aus den siebziger Jahren; Rechte: Chris Korner/DLA Marbach
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Selbstgebastelter Synthesizer

Marbacher Litaraturarchiv zeigt die Macht des Schicksals

Für Heinrich von Kleist war „Schicksal“ noch ein Schlüsselbegriff; die Moderne dagegen hat das „Fatum“ energisch außer Dienst gestellt. Und doch: für jeden von uns gibt es auch heute Begegnungen, Ereignisse, Wendepunkte, die sich als schicksalhaft erweisen. Und der Intellektuelle, der Schriftsteller zumal, ist schicksalsgläubiger, als wir alle zunächst meinen. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach versammelt Bücher und Gegenstände, die für einige Geistesarbeiter zum Schicksal wurden: die Exponate stammen von Ludwig Wittgenstein und Peter Sloterdijk, von Aby Warburg und Bazon Brock, von Friedrich Schiller und Martin Walser. Allesamt warten sie mit Geschichten hinter den Gegenständen auf.

Ein Beitrag von Christian Gampert

19.05 bis 20.00 Uhr

Briefe aus der Ferne

Frigga Haug: Briefe aus der Ferne; Buchcover

Anforderungen an ein feministisches Projekt von heute

„Die Frauenbewegung als Wirklichkeit und als etwas, worüber die Medien berichteten, verschwand vor über 20 Jahren“, sagt die Soziologin und Publizistin Frigga Haug. Mit ihrem Buch „Briefe aus der Ferne – Anforderungen an ein feministisches Projekt“ will die Soziologin die Dominanz der „neoliberalen Erbschleicher der Frauenbewegung“ (Sarah Palin, Thea Dorn, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder) herausfordern. Um einen linken Feminismus zu revitalisieren, hat sie sich an Frauen in aller Welt gewandt. 49 Feministinnen aus 13 Ländern haben sich in persönlichen Statements zu Wort gemeldet und in Essays und Briefen formuliert, was Feminismus heute sein muss. Das Fazit ihres Buches macht eindrücklich klar, dass die Frauen „aus dem Himmel des freien Wünschens herab müssen, um das Nötigste jetzt in Angriff zu nehmen“.

Ein Gespräch mit der Soziologin Frigga Haug

Frigga Haug: Briefe aus der Ferne
Anforderungen an ein feministisches Projekt heute
Argument-Verlag GmbH, 2010
18,50 euro

Starke Frauen

Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach; Rechte: Horst Ossinger/dpa
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Regisseurin Katharina Thalbach

Regie-Frauen. Ein Männerberuf in Frauenhand

Die Akademie der Künste in Berlin zeigt anlässlich des Theatertreffens morgen (6. Mai) die Video-Ausstellung «Regie-Frauen». Für das Projekt wurden rund 40 Theater- und Opernregisseurinnen vor der Kamera nach ihrem Werdegang, ihrer künstlerischen Arbeit und ihren Erfahrungen als Frauen in dem Job befragt. Und wenn es im Theater eine Frauenquote gäbe, hätte sie das Berliner Theatertreffen in diesem Jahr erfüllt. Während von 1964 bis heute knapp 10 Prozent der eingeladenen Inszenierungen von Frauen stammten, sind es in diesem Jahr 30 Prozent. Karin Beyer, Karin Henkel und das Performancekollektiv She She Pop sind in Berlin dabei – Intendantinnen, Bühnenbildnerinnen, Dramatikerinnen. Hat also eine neue Ära begonnen?

Ein Beitrag von Oliver Kranz

Der Zeus der Philosophie

Gerhard Streminger: David Hume – Der Philosoph und sein Zeitalter; Buchcover

Zum 300. Geburtstag David Humes erscheint eine opulente Biographie

Im englischen Sprachraum ist er als „Zeus der klassischen Philosophie“ bekannt: der schottische Aufklärer David Hume. Pünktlich zum 300. Geburtstag (am 7. Mai) des bedeutenden Empiristen hat der in Graz lehrende Philosoph Gerhard Streminger nun eine monumentale Biographie David Humes vorgelegt. Der Einfluss Humes auf die modernen Wissenschaften, meint Streminger, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ob als Erkenntnistheoretiker oder kämpferischer Religionskritiker: David Hume wollte den Menschen lange vor Kant aus seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien.

Ein Beitrag von Günther Kaindlstorfer

Gerhard Streminger: David Hume – Der Philosoph und sein Zeitalter
C.H. Beck Verlag, 2011
34,00 Euro

Redaktion: Silvia Wiegand

Musikzusammenstellung: Anja Reinhardt


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