Dienstag, 17.11.09 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Kölner Haftungsgründe
Leihgeber fordern vom Stadtarchiv Leihgaben zurück
Im März 2009 stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Auslöser waren wahrscheinlich die Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Strecke in unmittelbarer Nachbarschaft des Archivs. Hunderte Leihgaben und Nachlässe wurden gemeinsam mit städtischen Dokumenten und Akten verschüttet. Inzwischen sind große Teile des Bestandes wieder geborgen. Mehrere Leihgeber, darunter die Familie von Wittgenstein oder die Söhne des Kölner Soziologen Rene König, klagen in einem Zivilprozess auf Anerkennung der Haftung durch die Stadt Köln und auf die Herausgabe der geborgenen Teile ihrer meist wertvollen Depositen. Die Verhandlungen vor dem Landgericht begannen heute.
Ein Gespräch mit Martin Stankowski
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Dollars für Öl, das im Boden bleibt
Eine Initiative in Ecuador
Die Regierung in Quito sorgt mit einem ungewöhnlichen Vorschlag weltweit für Diskussionen: Sie bietet an, knapp 1 Milliarde Barrel Rohöl "für immer" im Boden zu lassen, wenn die internationale Staatengemeinschaft die Hälfte der erzielbaren Fördereinnahmen von 350 Millionen Dollar im Jahr zahlt. Das Öl lagert unter dem Yasuni Nationalpark, in dem Indianer in freiwilliger Isolation leben. Diese Amazonasregion zählt zu den artenreichsten Waldgebieten der Erde.
Eine Reportage von Patricion Luna und Thomas Nachtigall
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Die Präzision der Beobachtung
Ein Journalist recherchiert in islamischen Kulturen
Die Otto Brenner Stiftung verleiht heute in Berlin ihren Preis für ''Kritischen Journalismus''. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die das Motto ''Gründliche Recherchen statt bestellter Wahrheiten'' herausragend umgesetzt haben. Den ersten Preis erhält Marc Thörner für eine Radio-Reportage aus dem deutsch kontrollierten Norden Afghanistans. Thörner entlarve, schreibt die Jury, mit ''chirurgischer Präzision den vermeintlichen Kampf der Kulturen zwischen aufgeklärten westlichen Demokratien und rückständigen dogmatisch-islamischen Traditionalisten als ideologisches Konstrukt''. Über seine Arbeitsmethoden spricht der Autor in den ''Resonanzen''.
Ein Gespräch mit Marc Thörner
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19.05 bis 20.00 Uhr
Kampf dem Bongo-Bongoismus
Ein Ethnologe entdeckt Gemeinsamkeiten der Kulturen
Eigentlich gilt die Ethnologie als die Wissenschaft der kulturellen Differenzen. Überspitzt formuliert: Ethnologen reisen für den Nachweis in die Welt, dass irgendeine Selbstverständlichkeit beim Volk der Bongo Bongo nicht vorkommt. Das nennt man ''Bongo-Bongoismus''. Der Ethnologe Christoph Antweiler geht umgekehrt vor. Er erforscht die verbindende Elemente menschlicher Kulturen, die Universalien. Er fragt etwa, warum die Sexualität überall mit Tabus belegt ist. Oder was Macht, Status und Reputation bedeuten. Oder welche Empfindungen und Wörter es in jeder Kultur gibt.
Ein Gespräch mit Christoph Antweiler
Christoph Antweiler:
''Heimat Mensch. Der Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. Uns verbindet mehr, als wir denken!''
Murmann Verlag, Hamburg 2009
18,-- Euro
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Der Nachruf ist oft besser als der Ruf
Ein Lob des Dichters Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz, 1883 geboren und heute vor 75 Jahren gestorben, war alles in einem: Schiffsjunge, Hausmeister, Bibliothekar und Fremdenführer; Künstler, Dichter, Kabarettist und Maler. Ein Mann, der von sich sagte, dass er "etwas schief ins Leben gebaut" sei. Und er hat gesagt oder geschrieben, der Nachruf sei oft besser als der Ruf. Oft ist nicht immer. Aber seinem Falle stimmt’s. Auch.
Ein Beitrag von Veronika Bock
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Redaktion: Lothar Fend
Musikzusammenstellung: Michael Kuhlmann

















