Montag, 02.05.11 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Krawall oder Protest - Die ritualisierte Randale am 1. Mai
Von der Veränderung der Protestkultur
Es gibt die Randalierer, Modernisierungs- und Globalisierungsverlierer, die Jahr für Jahr erneut das demokratische Prinzip gewaltsam in Frage stellen. Es gibt die Wutbürger, die Bildungsbürger, die demokratisch ausgerichtet, aber politik- und politikerverdrossen sind. Die auf die Straße gehen, ihre Sprachlosigkeit ablegen und sich engagieren und protestieren. Die politische Projekte zunichte machen (Schulreform Hamburg, Stuttgart 21, Studentenproteste gegen die Bologna-Reform etc). Wie hat sich die Protestkultur seit den 1968er Jahren verändert und welche Entwicklung wird sie nehmen?
Ein Gespräch mit dem Protestforscher Prof. Dieter Rucht, vom Wissenschaftszentrum Berlin
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Legitimation des Tyrannenmordes
Zum Tod des Top-Terroristen Osama Bin Laden
Nicht nur für US-Bürger stand Osama Bin Laden seit dem 11. September 2001 in einer Reihe mit historischen Schreckensgestalten wie Hitler und Stalin. Der Terrorist bedrohte die westlichen Demokratien, allen voran die USA, mit tödlichen Anschlägen: im Dschihad sei es für jeden Muslim eine Pflicht, Amerikaner, Juden und „Kreuzfahrer“ zu töten, ganz gleich, ob es sich um Zivilisten oder Soldaten handele. Bin Laden entwickelte mit dem Netzwerk Al Qaida ein tyrannisches Herrschaftsinstrument, das weltweit operiert und zumindest bis 2001 ganz Afghanistan in seiner Macht hatte. War die Tötung Bin Ladens durch ein Kommando der US-Navy Seals ein Tyrannenmord, wie er seit der Antike als Mittel zur Abschaffung ungerechter Herrschaft legitimiert wird? Oder eine Kampfhandlung in einem weltweit ausgetragenen Guerillakrieg?
Ein Kommentar von Wolfgang Stenke
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Anstößig: Kunst und Medien
Wie steht es um die Pressefreiheit?
Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft veranstaltet im Zentrum für verfolgte Künste/Kunstmuseum Solingen eine Podiumsdiskussion am Vorabend des World Press Freedom Day, der an verfolgte, inhaftierte und gefolterte Journalisten erinnert. Zunehmend werden aber auch regimekritische Künstler verfolgt. Beispielhaft seien der iranische Regisseur Jafar Panahi, der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo genannt. Es diskutieren der Schriftsteller und Journalist Dogan Akhanli, Prof. Kasper König (Direktor Museum Ludwig, Köln), Ulrich Klan (Musiker), Bazon Brock (ehem. Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung). Die Moderation der Runde übernimmt die ehemalige WDR-Chefredakteurin Helga Kirchner.
Ein Gespräch mit Helga Kirchner
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- Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft
19.05 bis 20.00 Uhr
Reformstau in Deutschland
Abschluss der Jahrestagung des Europäischen Netzwerkes „Kirche im Aufbruch“ in Barcelona
Vom 28. April bis 1. Mai fand in Barcelona die Jahrestagung des Europäischen Netzwerkes "Kirche im Aufbruch" statt. Wie gestaltet sich dieser "Aufbruch" – vor allem mit Blick auf die krisenhafte Situation in Deutschland, den vielfach kritisierten Reformstau in der Kirche (Pflichtzölibat, Verweigerung von Frauenordination, Diskriminierung von Frauen und auch homosexuellen Menschen), der rapide Vertrauensverlust der Institution, Austrittswellen und die bislang ausstehende Ratifizierung der UN-Menschenrechtserklärung von Seiten des Vatikans.
Ein Gespräch mit Christian Weisner vom Bundesteam der KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“
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- Wir sind Kirche - KirchenVolksBewegung
Elf Freundinnen sollt ihr sein
Eine Ausstellung zeigt die Geschichte des Frauenfußballs
Nach 2006 startet jetzt das neue Sommermärchen. „Nur“ dass jetzt die Frauen ihr Glück um den WM-Titel versuchen. Allerdings mit viel realistischeren Chancen, denn sie könnten zum 3. Mal hintereinander den Cup gewinnen. Doch wann begann in Deutschland eigentlich der Frauenfußball? Der DFB, der sich heute als Förderer hervortut, verbot bis 1970 den Frauenfußball. In der Berichterstattung über fußballspielende Frauen finden sich bis heute Stereotypen, die zwischen "Mann-Weibern" und "Sexy Kickerinnen" schwanken. Die Ausstellung porträtiert Protagonistinnen und Protagonisten des deutschen Frauenfußballs. Ihr subjektives Erleben der Anfänge einer Erfolgsgeschichte wird in fotografischen Porträts festgehalten. Deutlich wird, wie unterschiedlich und dennoch kollektiv sich ein Zeitgeist ausdrückt, der in den 70er Jahren gesellschaftlichen Aufbruch, Liberalisierung und nicht zuletzt die Emanzipation der Frau beinhaltet. Die Ausstellung wird nach Berlin auch in Köln, Wolfsburg, Frankfurt, Bochum und Sinsheim gezeigt.
Ein Beitrag von Christoph Richter
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- Pionierinnen des Frauenfußballs
Geld, Gier und Pfeffersäcke?
Die Erfolgsgeschichte der Deutschen Hanse
Zur Hanse, eine Organisation von niederdeutschen Kaufleuten, gehörten im Mittelalter 70 große und rund 130 kleinere Städte, verteilt auf ein Gebiet, das heute sieben europäische Staaten umfasst: Es reichte von den Niederlanden über Estland, Schweden bis zur Linie Köln-Erfurt-Breslau-Krakau. Bis ins 16. Jahrhundert wurde dieser geografische Bereich enorm ausgebaut, der politische und kaufmännische Einflussbereich der Hanse erstreckte sich auf rund 20 Staaten. Die Hanse entwickelte sich auf diese Art und Weise zu einem mächtigen Imperium, das fast ein halbes Jahrtausend die Welthandelsmärkte prägte und bereits damals Spekulantentum und Finanzkrisen bewältigen musste. Notfalls auch mit Wirtschaftsblockaden bzw. Krieg.
Ein Gespräch mit Professor Rolf Hammel-Kiesow, Buchautor und
stellv. Leiter des Archivs der Hansestadt Lübeck
Gisela Graichen/Prof. Rolf Hammel-Kiesow: Die Deutsche Hanse.
Eine heimliche Supermacht
Rowohlt Verlag, 2011
24,95 Euro
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Redaktion: Annette Morczinek
Musikzusammenstellung: Anja Reinhardt


















