Montag, 22.02.10 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Mein Herz kann man nicht kaufen
Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat ein Werbebrief für käufliche Unternehmer-Gespräche mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers die Landes-CDU in Bedrängnis gebracht. Ob sowas wohl ein Weg aus der Krise sein kann?
Ein Kommentar von Wolfgang Stenke
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Frontlektüre
Was die Großväter in der Wehrmacht und ihre Enkel bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr lesen (sollten)
Als die Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg in Polen, Frankreich oder Rußland einmarschierten, nahmen sie Lektüre mit, sogenannte "Tornisterschriften". Diese Propagandabroschüren zeigt die Ausstellung "Frontlektüre" in der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover: Klassische Literatur neben populärer Unterhaltung, Unverfängliches neben Indoktrinierendem - was Angehörige ins Feld schickten, was Soldatenbüchereien bereit stellten und was das Oberkommando der Wehrmacht anbot oder auch vorschrieb - all das hat der Sammler Jörg Weigand zusammengetragen. Was dagegen heutzutage Soldaten im Auslandseinsatz lesen (sollen), gibt das Militärgeschichtliche Forschungsamt MGFA in Potsdam heraus: in der Reihe "Wegweiser zur Geschichte" zur Vorbereitung auf Auslandseinsätze in Bosnien, dem Kongo oder Afghanistan erscheint jetzt bereits der zehnte Band.
Ein Beitrag von Jochen Stöckmann
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- Niedersächsische Landesbibliothek
Ein Land in schwarz-weiß
Miriam Weissenstein und ihr Tel Aviver Foto-Studio „Zalmania Pri-Or“
In diesem Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden, der israelische Fotograf Shimon Rudolph Weissenstein. Geboren im österreich-ungarischen Iglau, wanderte er 1936 über Prag nach Palästina ein und wurde zu einem der erfolgreichsten Fotografen Israels. Bis heute hütet seine Witwe Miriam Weissenstein seinen fotografischen Nachlass. Täglich von 10 bis 14 Uhr sitzt sie im Fotostudio "Zalmania Pri-Or", in der Innenstadt Tel Avivs, das sie mit ihrem Mann vor siebzig Jahren gründete. Mittlerweile ist sie schon 97, was sie nicht daran hindert, die Arbeiten ihres Mannes in der ganzen Welt auszustellen. Zur Zeit sind Bilder von Rudolph Weissenstein in der Frankfurter Galerie „Heussenstamm“ zu sehen, und weitere Ausstellungen - von Berlin über Bonn bis nach Indien - sollen folgen. Ein Besuch bei der alten Dame in Tel Aviv.
Ein Beitrag von Sandra Fejjeri
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Das Buch der Könige
Eine deutsche-iranische Koproduktion zwischen dem Dramatic Arts Center Teheran und dem Freiburger Theater im Marienbad.
Das Theater im Marienbad aus Freiburg hat eine Koproduktion zwischen Teheran und Freiburg erarbeitet, über das "Buch der Könige", das persische Nationalepos, mit deutschen und iranischen Schauspielern - ausgerechnet in einer Zeit, in der die Situation im Iran so repressiv ist wie selten zuvor. Darf man das noch? Gerade jetzt? Tritt eine Kooperation nicht da auf moralische Grenzen, Theater machen, als wären die brutalen Demonstrationsniederschlagungen nie gewesen?
Ein Beitrag von Dorothea Marcus
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- Theater im Marienbad (Dossier Iran)
19.05 bis 20.00 Uhr
Grimm oder Die Hypermedialität des Papiers
Eine schwere Publikation mit rund 160 festen Seiten, eingebunden in dickem matt-schwarzen Karton - so präsentiert sich "Grimm", Band I einer neuen Reihe, seit Januar auf dem Markt . Thematisch angesiedelt zwischen Popkultur, Kunst, Politik und Prosa kann die handnumerierte Veröffentlichung als Kontrapunkt zur Oberflächlichkeit und Beliebigkeit in der Magazinlandschaft gesehen werden.
Ein Gespräch mit dem "Grimm"-Herausgeber Lars Brinkmann
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Nichts ist für immer
Wie das Deutsche Sportmuseum seine Exponate konserviert
Viele Museen stehen heute vor Problemen, die es im klassischen Ausstellungsbetrieb nicht gegeben hat. Immer noch sind Licht und Luft die schlimmsten Feinde der Exponate, allerdings stehen Sammlungen wie das Haus der Geschichte in Bonn vor ganz banalen Fragen: Wie kann ich einen Gegenstand aufbewahren und gleichzeitig ausstellen, der im "richtigen Leben" lediglich für eine Lebensdauer von wenigen Jahren ausgelegt ist? Ein Problem, das auch im Deutschen Sportmuseum den Alltag bestimmt.
Ein Beitrag von Stefan Bitterle
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- west.art WDR Fernsehen
Nenn mich nicht Onkel!
Adam Green mit neuem Album „Minor Love“ im Kölner Gloria Theater
In Deutschland ist Adam Green populärer als in seiner Heimat, den USA. Er bedient dabei die Hoch und Popkultur gleichermaßen. Besuche bei Stefan Raab oder Harald Schmidt, gehen Hand in Hand mit euphorischen Rezensionen im Feuilleton. Sogar der Suhrkamp-Verlag meinte 2005 seiner Lyrik ein Buch widmen zu müssen. Sein neu erschienenes Album „Minor Love“ setzt sich mit der Zeit nach seiner im letzten Jahr zerbrochenen Ehe auseinander. In Köln präsentierte er das neue Werk dem Publikum.
Ein Beitrag von Benjamin Buntzel
Adam Green: Minor Love
Label: ROUGH TRADE, 2010
Redaktion: Fatma Schulz
Musikzusammenstellung: Jörg Heyd















