Freitag, 15.07.11 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
18.05 bis 19.00 Uhr
FDP und CDU im Plagiats-Ranking vorn
Leistung muss sich wieder lohnen
Am Anfang stand der Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg, CSU-Mitglied. Es folgten Silvana Koch-Mehrin und Georgios Chatzimarkakis, beide FDP. Matthias Pröfrock von der CDU wurde der Titel in Tübingen entzogen, der Fall des CDU-Politikers Bernd Althusmanns wird noch geprüft, da treten schon neue Kandidaten für eine Aberkennung ihres Doktortitels an: Herr Djir-Sarai oder Margarita Mathiopoulos, ebenfalls Freidemokraten, und ein Ende ist kaum abzusehen. Freidemokraten und Christdemokraten liegen im Ranking der Plagiatoren bislang jedenfalls vorn; und Hans-Joachim Lenger fragt sich, woran das liegen könnte.
Ein Beitrag von Hans-Joachim Lenger
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Kulturgeschichte der Monster – oder:
Die Rolle des Monströsen in der Gesellschaft
King Kong, Vampire, Werwölfe - solche Monster sind plötzlich da und trachten dem Menschen nach dem Leben. Doch auch außerhalb der Literatur treiben Monster ihr Unwesen: Amokläufer, Pädophile oder Terroristen tauchen in den Boulevard-Medien als solche auf. Man denke an den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden oder den umstrittenen libyschen Herrscher Muammar al Gaddafi. Was steckt hinter solchen Etikettierungen? Monster sind nie absolut, sondern werden von der jeweiligen Kultur geprägt. Sie sind relativ. Und offenbar kommt keine Kultur ohne die Existenz von Monstern aus. Aber warum ist das Monströse von solch großer Bedeutung - in der Gesellschaft und im Leben des Einzelnen? Zwei Kölner Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Lehre der Monstrologie.
Lisa von Prondzinski mit einem Beitrag über Sinn und Zweck des Monströsen
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ARD Radiofestival 2011

Das Beste genießen
Mit einem opulent gestalteten Programm wollen die Kulturradios im ARD Radiofestival wieder gemeinsam für wunderbare Sommerabende sorgen. Acht Wochen lang - vom 16. Juli bis zum 10. September 2011 - sind von 20.05 Uhr bis 24.00 Uhr herausragende Radio-Produktionen der ARD zu hören: Konzerte und Opernübertragungen, Geschichten rund um bedeutende Künstler und renommierte Festivals, Gespräche und Lesungen, Jazz und Hörspiel - ein anspruchsvolles und hochkarätiges Programm mit regionalen, nationalen und internationalen Highlights. Den Auftakt zum ARD Radiofestival 2011 macht morgen um 20.05 Uhr eine Liveübertragung des Oratoriums "Die Legende von der heiligen Elisabeth" zum MDR Musiksommer aus der Frauenkirche in Dresden. Die Lesungen im Rahmen des Radiofestivals haben diesmal eine thematische Überschrift: "Kindheit, Jugend, Erwachsenwerden". Thomas Bernhard wäre am 9. Februar 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass lesen Gert Voss, Ulrich Matthes und Wolfram Berger die autobiografischen Schriften "Ein Kind", "Die Ursache" sowie "Der Atem". Dazu wird das Thema in aktuellen, exklusiv für das "ARD Radiofestival 2011" geschriebenen Geschichten deutschsprachiger Erzählerinnen und Erzähler gespiegelt: Zsuzsa Bánk, Ilija Trojanow, Alissa Walser und Judith Zander sind zu hören. In den Gesprächen äußern sich Literaten, Musiker und Maler wie Siri Hustvedt, Sol Gabetta und Armin Mueller-Stahl, Schauspieler und Filmemacher wie Martin Wuttke und Wim Wenders geben Auskunft, Politiker wie Richard von Weizsäcker und Künstler wie Christo erzählen aus ihrem Leben. Der Jazz blickt auf die über 100 Jahre währende Geschichte der improvisierten Musik und stellt zum Beispiel unvergängliche Aufnahmen von Louis Armstrong, Big-Band-Leader wie Gil Evans und Colin Towns, stilbildende Solisten wie Miles Davis und Carla Bley oder wegweisende europäische Improvisatoren wie Hans Koller und Louis Sclavis vor. Und die Freunde des Hörspiels dürfen u. a. auf das "Highspeed-Hörspiel" von Christoph Schlingensief gespannt sein, das 2003 mit dem "Hörspielpreis der Kriegsblinden" ausgezeichnet wurde.
Ein Ausblick auf das Radiofestival mit Werner Wittersheim, Leiter der Programmgruppe Musik für WDR 3
19.05 bis 20.00 Uhr
Ende einer Ära in Mülheim an der Ruhr
Roberto Ciulli gibt die Geschäftsführung seines Theaters ab
Generationenwechsel am Theater an der Ruhr: Vor 31 Jahren schuf der heute 77jährige und in Mailand geborene Theatermann Roberto Ciulli mit seiner „freien“ Theatergründung eine bundesweit einmalige Konstruktion, eine künstlerische und wirtschaftliche Alternative zum herkömmlichen Stadttheatermodell. Zum 1. August steigt er nun aus der Geschäftsführung seines Theaters aus. Die Leitung des Hauses liegt künftig in den Händen des Theatermitbegründers und künstlerischen Leiters Helmut Schäfer, sowie des Dramaturgen Sven Schlötcke. – Vor dem Hintergrund der gestern gestarteten alljährlichen „Weißen Nächte“ des Theaters an der Ruhr fragt Regina Völz nach der Rolle des Theaters gestern und heute.
Ein Beitrag von Regina Völz
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Konzentration auf die Dichtung einer Region
Zehn Jahre Museum für Westfälische Literatur
An diesem Wochenende feiert das Museum für Westfälische Literatur seinen zehnten Geburtstag. Das Museum befindet sich in einem Denkmal geschützten Gebäude des ehemaligen Rittergutes Haus Nottbeck, das im Münsterland zwischen Oelde und Rheda-Wiedenbrück gelegen ist und dessen Geschichte sich bis ins 14. Jahrhundert zurück verfolgen lässt. Hier widmet man sich der Literatur einer Region, die Besucher können die Entwicklung der literarischen Landschaft Westfalens vom Mittelalter bis in die Gegenwart verfolgen – und dabei geht es nicht nur um das geschriebene oder das gesprochene Wort, sondern auch um das gesungene. So gab es vor zwei Jahren zum Beispiel eine große Ausstellung über die Popmusik und ihre Bands aus dem westfälischen Raum: Erdmöbel, Blumenfeld, Bernadette la Hengst, um nur einige zu nennen. Literatur wird hier nicht nur ausgestellt, sondern auch visualisiert und inszeniert. - Die ständige Ausstellung klärt u.a. über „Fanatismus und Aberglauben“ oder das „Westfälische Weimar“ auf. In einem Video-Pavillon im Obergeschoss antworten westfälische Autoren auf die Frage „Warum schreibe ich?“ – und im alten Gewölbekeller können Kinder die akustische Installation „Schlossgespenst trifft Straßengang“ erleben. Im Museumsbesitz befindet sich übrigens eine besondere Rarität, die „Kölner Bibel“ aus dem Jahr 1478/79; sie ist die erste in niederdeutscher Sprache gedruckte Bibelausgabe überhaupt und enthält 113 kolorierte Holzschnitte. Einer, der viel Kraft in das Museum für Westfälische Literatur steckt, ist Professor Walter Gödden, Leiter der Westfälischen Literaturkommission in Münster, der auch dem Kulturgut Haus Nottbeck vorsteht und seit vielen Jahren Ausstellungen zu westfälischen Literaten organisiert.
Ein Gespräch mit Professor Walter Gödden
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- Museum für westfälische Kultur
Vom Regen in die Traufe
Die vergessenen Opfer des Libyen-Krieges
Rund vier Monate dauert er nun schon: der Krieg gegen den libyschen Diktator Gaddafi, an dem auch zahlreiche europäische Länder beteiligt sind. Der angebliche Grund ihres Eingreifens: Der Schutz der Zivilbevölkerung. Doch wenn es darum geht, Flüchtlinge aus Libyen in der EU aufzunehmen – auch solche, die unter Gaddafi gefoltert wurden -, scheint der Schutz der Menschen plötzlich längst nicht mehr so wichtig wie der Schutz der europäischen Grenzen vor diesen Menschen. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die seit einiger Zeit in Aufnahmelagern in Italien und an der tunesisch-libyschen Grenze arbeitet, hat Flüchtlinge nach ihren Erfahrungen gefragt und diese Erfahrungen nun unter dem Titel „Vom Regen in die Traufe. Die vergessenen Opfer des Libyen-Krieges“ veröffentlicht.
Ein Beitrag von Matthias Bertsch über die grausamen Erfahrungen der Flüchtlinge in und aus Libyen
Rebellion ohne politisches Programm
Erinnerung an die Edelweißpiraten
Sie nannten sich Edelweißpiraten, hatten ihre eigene Kluft, ihre eigenen Lieder und rebellierten gegen den Drill der Hitlerjugend. Viele von ihnen kamen aus dem linken Arbeiter-Milieu, waren Oppositionelle ohne politisches Programm, Gegner ohne klares Ziel. Ihr Erkennungszeichen war das Edelweiß. Lange hatten die Edelweißpiraten im öffentlichen Geschichtsbewusstsein kaum einen Platz, wurden mitunter gar diffamiert: Ihnen habe die richtige Einstellung zum politischen Widerstand gefehlt, hieß es. Erst 2005 wurden sie auch öffentlich als Widerstandskämpfer anerkannt. Zu ihrem Gedenken findet in Köln an diesem Wochenende nun schon zum 7. Mal das Edelweißpiratenfestival statt – in Anwesenheit einiger ehemaliger Edelweißpiraten.
Ein Beitrag von Brigitte Miskolczi
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- Edelweisspiratenfestival 2011
Redaktion: Gabriele Gillen
Musikzusammenstellung: Anja Reinhardt


















