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Dienstag, 22.06.10 um 18:08 Uhr

WDR 3 Resonanzen

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

Mit Annette Hager

Musikangaben zu dieser Sendung finden Sie in der Playlist

Was uns fehlen wird (2)

Hobbykeller; Rechte: Fotografie/Kayes, Leonie
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Der Hobbykeller für Tüftler und Bastler

Abgesänge auf die Errungenschaften der Mittelschicht

Das ist die Nachricht dieser Tage: Die Mittelschicht wird immer dünner. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat festgestellt, dass in Deutschland Arme immer ärmer und Reiche immer reicher werden. Die Mittelschicht schrumpft und könnte bald vielleicht ganz verschwunden sein. Experten fürchten nun um die Stabilität der Gesellschaft. Doch mit dem Schwinden der Mittelschicht stehen auch Symbole unserer kulturellen Identität auf dem Spiel - die Errungenschaften der Mittelschicht: das Reihenhaus, das Konzertabo, das Hallenbad, die Volkshochschule ... WDR 3 trauert schon heute um sie.

Heute: Der Hobbykeller

Ein Beitrag von Martin Becker

Freie Gartenakademie Münster

Schrebergarten;Rechte: Lukas Barth dpa
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Ein Ort für Kunst: der Schrebergarten

Woran denken Sie beim Thema Schrebergarten? An Gartenzwerge vielleicht, an mit Nagelscheren beschnittene Rasenflächen, an Kleinbürger bestimmt. Auf jeden Fall assoziiert man die Gartenanlagen mit den putzigen Lauben nicht mit alljährlich wieder aufkeimendem Kulturprogramm. In Münster ist das ein wenig anders, da öffnet bereits zum fünften Mal eine freie Gartenakademie ihre Zaunpforten. Pünktlich zum kalendarischen Sommeranfang war es gestern wieder soweit und bis Ende August schießen in einem kleinen Garten Künstler wie Pilze aus dem Boden. Eine Ortsbegehung mit dem Kulturgärtner Wilm Weppelmann.

Ein Beitrag von Barbara Overbeck

Unerwartet/Unexpected

Von der islamischen Kunst zur zeitgenössischen Kunst

Die abendländische Kunstgeschichte ist wesentlich von der christlichen Weltsicht geprägt. Sie hat ein bestimmtes Instrumentarium entwickelt, um nicht-christliche, nicht-abendländische Kunst zu betrachten. Aus dieser Perspektive kommt es automatisch zu Klischeebildern, Pauschalisierungen und Verallgemeinerungen der „fremden“ Kunst. Das Kunstmuseum Bochum geht seit 10 Jahren der Frage nach, was denn passiert, wenn die Sichtweisen der abendländischen Kunstgeschichte auf die Kunst anderer Kulturkreise stoßen. Im Jahr 2000 entwickelte das Kunstmuseum das Großprojekt „Zen und die westliche Kunst“, 2003 „Jüdische Perspektiven in der modernen Kunst“ und nun nimmt es die islamische Kunst ins Visier. Der Titel der Ausstellung lautet: „Unerwartet/Unexpected - Von der islamischen Kunst zur zeitgenössischen Kunst“. Es ist der offizielle Beitrag des Kunstmuseums Bochum zu „Mapping the Region“, der Ausstellungsreihe der RuhrKunstMuseen im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010.

Ein Beitrag von Thomas Frank

19.05 bis 20.00 Uhr

Foltergesetze

Folter in Deutschland zum Zwecke einer Aussagenerpressung ist unlässig; Rechte: Peter Endig/dpa
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Folter zum Zwecke einer Aussagenerpressung ist unzulässig

Von Fiktion und Wirklichkeit

Folter von Tätern zum Schutz von Opfern war in einem Rechtsstaat wie Deutschland lange Zeit nicht denkbar - bis im Jahr 2002 eine medienwirksame Entführung in den Köpfen einiger Politiker die Idee in Gang setzte, Folter mit Hilfe eines Gesetzes in bestimmten Fällen zu erlauben. Dieses Gesetz ist nun beschlossen - so zumindest in der fiktiven Darstellung von Thomas Moser.

Am 26.06. findet seit 1998 der internationale Tag der Folteropfer statt. Und zu diesem Anlass stellen die WDR3 Resonanzen mit Hilfe einer Satire die kritische Frage nach den Ursprüngen und Zielen einer Debatte, die man eigentlich im Mittelalter vermutete.

Ein Satire von Thomas Moser und ein Gespräch mit Horst Meier

Jeansmädchen sterben schneller

Der Kommissar; DVD-Cover
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Die Krimiserie „Der Kommissar“ ist bis heute Kult und bietet interessante Blicke auf die siebziger Jahre.

Neben Derrick ist er der erfolgreichste Ermittler des deutschen Fernsehens: „Der Kommissar“, gespielt von Erik Ode, in 97 schwarzweißen Folgen zwischen 1969 und 1976. Es ist die Zeit des heftigen Generationenkonflikts nach der Studentenrevolte, der alternativen Lebensformen, durch die sich ein Teil des konservativen Bürgertums bedroht fühlte. Ein guter Krimi ist immer auch Spiegel der Probleme seiner Zeit. Nun erscheint nach jahrelangem Streit um die Rechte die Serie „Der Kommissar“ auf DVD, in vier Boxen. Die erste davon ist nun im Handel, natürlich kann man sie sich als nostalgische Unterhaltung anschauen, aber auch als Zeitdokument.

Ein Beitrag von Stefan Keim

Der Kommissar: Kollektion 1, Folgen 01-24 (7 DVDs)
Regie: Grädler, Theodor
Universumfilm, 2010
29,99 Euro


Redaktion: Fatma Schulz

Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula


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