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Mittwoch, 07.12.11 um 18:08 Uhr

WDR 3 Resonanzen

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur

Mit Ulrich Biermann

Musikangaben zu der Sendung finden Sie in der Playlist

18.08 bis 19.00 Uhr

Das Tremolo der Utopie

Hans Christoph Buch; Rechte: Karlheinz Schindler
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Schriftsteller Hans Christoph Buch

Schriftsteller zur Idee von Europa

Vor einigen Tagen veröffentlichten die Schriftsteller Hans Christoph Buch und Peter Schneider ein Manifest, in dem sie daran erinnerten, dass Europa einst eine Utopie meinte - die Idee eines Kontinents, der die Ära zwischenstaatlicher Kriege hinter sich gelassen habe; eine Bastion der Demokratie, der Menschenrechte und des sozialen Ausgleichs. Kurzfristig unterzeichneten auch André Glucksmann und Bernard Henri-Lévy diesen Text, und seither fand der vielfachen Widerhall in den Medien. Hans-Joachim Lenger hat sich das Manifest angesehen; die allgemeine Begeisterung jedoch kann er nicht teilen.

Anmerkungen von Hans-Joachim Lenger zum Europa-Manifest einiger Schriftsteller

Darauf eine Trostschokolade!

Buchhandlung in Leipzig; Rechte: Waltraud Grubitzsch dpa
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Bundhandel bald ohne Fachpersonal?

Der Buchhandel setzt auf alles, nur meist nicht aufs Buch

Eine neue Ausbildungsverordnung für Buchhändler sorgt aktuell für Diskussionen - so auch auf der jährlichen Branchentagung, die zurzeit in München stattfindet. Durch verschiedene Interpretationen des Curriculums haben Berufsschulen in Deutschland das Fach "Literaturkunde" gekürzt bzw. abgeschafft. Andere Berufsschulen haben das gleiche Fach unverändert beibehalten bzw. gestärkt - wie das private, vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels getragene Institut "mediacampus" in Seckbach. Was ist geschehen? Gibt es bald Buchhändler ohne Literaturkompetenz? Und wieso hat man als Kunde allgemein den Eindruck, Bücher seien in vielen Buchhandlungen lediglich Anlockware, um Trostschokolade, Geschenkpapier und Merchandising-Artikel zu verkaufen?

Gespräch mit dem Journalisten Jan Drees

Alltag Sklaverei

Lydia Cacho: Sklaverei; Cover
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Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel

Lydia Cacho, 48 Jahre alt, ist ungeheuer mutig. Bereits 2005 hatte die Mexikanerin in einem Buch über Kinderhandel und Kinderpornografie Namen von Tätern genannt und damit einen Skandal ausgelöst. Die Polizei entführte und folterte sie, die Verbrecher aus und in der Politik überzogen sie mit Klagen. Doch sie hat weiter recherchiert. Diesmal über den weltweiten Frauen- und Kinderhandel. Und sie hat wieder Morddrohungen erhalten, zuletzt im Juli. Per Mail und Telefon drohte man, ihr die Hände abzuhacken. Lydia Cacho vermutet, dass ein Angehöriger des mexikanischen Militärs dahinter steckt. Trotz aller Hindernisse hat sie ihr Buch 2010 fertig gestellt, jetzt ist es auch in deutscher Übersetzung erschienen - unter dem Titel: „Sklaverei: Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel“. Übrigens: Nach Schätzungen der Organisation Hydra kommen mehr als die Hälfte der 400.000 Prostituierten in Deutschland aus dem Ausland, die meisten aus Osteuropa. Es folgen Lateinamerika, Thailand und Afrika. Die Mehrzahl dieser Frauen wurde illegal eingeschleust und zur Prostitution gezwungen.

Ein Beitrag von Birgit Morgenrath

Lydia Cacho: Sklaverei
Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel
Übersetzung: Jürgen Neubauer
Fischer S. Verlag GmbH, 2011
19,95 Euro

19.05 bis 20.00 Uhr

Schöne Bescherung am Thalia in Hamburg

Bürger entscheiden über Theater-Spielplan

Demokratie und Kunst - geht das zusammen? Die bisherigen Erfahrungen beweisen in der Regel, dass es nicht geht. Das Thalia-Theater in Hamburg startet nun einen neuen Anlauf. Die Hälfte des Spielplans für die kommende Spielzeit darf das Publikum (Einsendeschluss am 16. Dezember) auswählen. Auf der Homepage des Theaters heißt es: Sie bestimmen einfach selbst, was gespielt wird. Joachim Lux, Spielleiter des Thalia Theaters, sieht darin einen Versuch, ein Bewusstsein für das Spannungsverhältnis aus Kunst, Quote und Elite zu entwickeln. Ein Versuch, der schon vor Ablauf der Wahlfrist als gescheitert betrachtet werden darf.

Eine Glosse von Michael Laages

Ansturm der Interessenten

Das freiwillige Kulturjahr

Was tun, wenn der Schulabschluss naht, und man noch nicht weiß, welchen Beruf man ergreifen will? Oder: Wenn man befürchtet, nicht sofort einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu erhalten? Kluge junge Leute fahren mehrgleisig und bewerben sich gleichzeitig um ein freiwilliges soziales Jahr, kurz: FSJ. Plätze gibt es mittlerweile nicht mehr nur im sozialen Bereich, sondern auch in der Denkmalpflege, im Sport und in der Kultur. Das freiwillige Kulturjahr wird bundesweit seit zehn Jahren angeboten und ist regelrecht überlaufen: In NRW gab es dieses Jahr 1400 Bewerbungen auf landesweit 170 Plätze. Deswegen können sich diejenigen, die einen Platz ergattert haben, glücklich schätzen.

Ilka Platzek über das freiwillige Kulturjahr

Kapstadt Südafrika

Klimawandel - Weite Teile Kapstadts könnten überschwemmt werden; Rechte: epa Nic Bothma
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Weite Teile Kapstadts könnten überschwemmt werden

Mit Hip Hop gegen den Klimawandel

„Wir sind am stärksten von Klimawandel betroffen“ sagt eine Gruppe junger Hip Hop-Künstler aus einem Township in Kapstadt. Den Menschen in den Armenvierteln fehlt das Geld, um sich auf das veränderte Klima einzustellen. Isolierte Häuser, Heizungen oder biologisch angebautes Gemüse können sie sich nicht leisten. Mit Poetry und Musik kämpfen die Mitglieder des Hip Hop-Kollektives aus Kapstadt auf ihre Art gegen den Klimawandel.

Kerstin Poppendieck hat die Künstler getroffen.

Warum Sie diesmal wirklich keine Weihnachtsgeschenke kaufen sollten

Waldfogel Weihnachtsbuch; Cover
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Eine kleine Lesung

Weihnachten ist das Fest des Schenkens. Jedes Jahr zu Weihnachten werden weltweit Milliarden für Geschenke ausgegeben. Und jeder kennt das Gefühl, ein Geschenk zu bekommen oder verschenkt zu haben, das gar keine Freude macht. Stopp, ruft deshalb der renommierte Ökonomieprofessor Joel Waldfogel, hört endlich mit dieser irren Verschwendung auf! Weihnachten möge zwar vordergründig die Wirtschaft ankurbeln, sei aber insgesamt eine globale Orgie der Wertevernichtung. Warum das so ist, zeigt Waldfogel in seinem inspirierenden, witzigen Büchlein - und er liefert jede Menge fundierter Argumente, sich nicht länger an der wilden Schenkerei zu beteiligen. Selbstverständlich gibt Professor Waldfogel auch Anregungen für sinnvolle und Wert stiftende Weihnachtsgeschenke, die immer Freude machen. „Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber das ist ein Buch, das unter jeden Weihnachtsbaum gehört", so die Financial Times.

Die RESONANZEN mit einer kleinen Lesung

Joel Waldfogel: Warum Sie diesmal wirklich keine Weihnachtsgeschenke kaufen sollten
Aus d. Engl. v. Ulrike Becker 
Verlag: Kunstmann, 2011
9,90 Euro

Redaktion: Gabriele Gillen

Musikzusammenstellung: Ulrike Kukula


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