Montag, 12.07.10 um 18:08 Uhr
WDR 3 Resonanzen
Die Welt aus dem Blickwinkel der Kultur
Kirche gegen Kunst
Ein Moskauer Gericht hat die Kunstexperten Andrej Jerofejew und Juri Samodurow schuldig gesprochen
Mit der Ausstellung "Verbotene Kunst" haben die Kunstexperten zu "religiösem Hass aufgewiegelt", urteilte das Gericht. Jeder von ihnen wurde zu einer Geldstrafe von rund 4.000 Euro verurteilt. Beide hatten 2007 in der Ausstellung "Verbotene Kunst" religiöse und politische Tabus in der russischen Kunstwelt zum Thema gemacht. Es waren unter anderem küssende Polizisten und ein Jesus mit Mickey-Maus-Kopf zu sehen. Die Ausstellung hatte den Unmut russisch-orthodoxer Christen auf sich gezogen.
Ein Gespräch mit Christiane Nagel
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Srebrenica
Künstler erinnen an das Massaker und wollen eine Säule der Schande errichten
Gestern vor 15 Jahren kam es zu einem Kriegsverbrechen, das die ganze Welt erschütterte. Innerhalb weniger Stunden wurden 8000 wehrlose Jungen und Männer in der Nähe von Screbrenica von serbischen Todesschwadronen erschossen. Diese hatte zuvor die UNO Blauhelmsoldaten unter Druck gesetzt und gedroht die Stadt zu stürmen. Die Angehörigen der Opfer des Massakers fordern schon seit Jahren, dass die UN Zentrale jeweils am 11. Juli die Flaggen auf Halbmast setzt. Nun will eine Gruppe von Berliner Künstler an das große Versagen der Weltgemeinschaft erinnern. Zusammen mit den Müttern von Srebrenica wollen sie als Mahnung eine Säule der Schande errichten.
Aus Berlin berichtet Christoph Richter
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Trügerisches Soldaten-Idyll
Ausstellung zum 100. Geburtstag des Publizisten Erich Kuby
Mit einer Flut von Erinnerungs-Büchern haben Soldaten des Zweiten Weltkriegs ihre "Fronterlebnisse" geschildert. Auch Künstler wie der spätere abstrakte Maler Ruprecht Geiger arbeiteten im Auftrag der Wehrmacht als Kriegsberichterstatter. Nun fördert eine Ausstellung im Willy-Brandt-Haus Berlin Überraschendes von Erich Kuby zutage, der dieser Tage 100 Jahre alt geworden wäre: Der kritische Publizist hat als einfacher Wehrmachtssoldat gezeichnet und aquarelliert. Erstmals ausgestellt werden diese Skizzen zusammen mit Tagebuchnotizen Kubys, die unter dem Titel "Mein Krieg" seit 1947 in mehreren Auflagen erschienen sind.
Ein Bericht von Jochen Stöckmann
Erich Kuby: Aufzeichnungen 1939-1945 im Willy-Brandt-Haus Berlin bis 5. September
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- Willy Brandt Haus
19.05 bis 20.00 Uhr
Vor dem Abpfiff
Wie der Stummfilmkünstler Stephan von Bothmer auf der Orgel WM-Spiele interpretierte
Einen Monat lang richteten sich die Augen der Welt auf Südafrika. Mit dem Finale in Johannisburg endete gestern die Fußballweltmeisterschaft. Mehr als eine Milliarde Menschen haben die Fernsehübertragung in unzähligen Sprachen verfolgt. In Berlin lebt der wohl einzige Fußballkommentator, der in jedem Land der Welt verstanden würde. Der Pianist Stephan von Bothmer interpretierte das Spiel in der universellen Sprache der Musik. Statt Reporterfloskeln hörten die Besucher der Emmauskirche mitreißendes Dribblingstakkato und dramatische Akkorde bei Strafraumszenen. Ein Konzept, das im multikulturellen Kreuzberg erstaunlichen Erfolg hatte.
Ein Beitrag von Peter Schubert
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- Projekte mit Stephan von Bothmer
Nach dem Abpfiff
Was bleibt für Afrika?
Es war ein großes Fußballfest, mit einer erfolgreichen deutschen Mannschaft und mit dem neuen Weltmeister Spanien. Afrika wurde gefeiert. Dabei hatten im Vorfeld die Kommentatoren lange bezweifelt, dass Südafrika als Austragungsort eine richtige Wahl war: Das Land sei organisatorisch überfordert und wegen der hohen Kriminaltiät viel zu gefährlich für den Ansturm der Fans. Und nicht zuletzt wurde immer wieder gefragt, ob ein Entwicklungsland, in dem ein Großteil der Bevölkerung in absoluter Armut lebt, viele Milliarden Euro in Fußballturnier investieren kann und darf. Wie geht es nach der WM weiter in Südafrika?
Ein Gespräch mit dem Afrika-Journalisten Ludger Schadomsky
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Intensif-Station
Rauminstallationen im K21 Ständehaus
Intensif-Station nennt der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn seine Installation mit 5 Großobjekten im Düsseldorfer K 21. Intensiv und belebend soll das Erlebnis seiner Arbeit sein. Auch die weiteren Künstlern wie Katharina Fritsch, Hans-Peter Feldmann oder Monica Bonvicini richten jetzt im alten Ständehaus einige Räume selbst ein.
Ein Bericht von Cornelia Müller
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- Intensif-Station
Oskar sala
Pionier der elektronischen Musik
Am 18. Juli wäre Oskar Sala hundert Jahre alt geworden. Er hat für Hitchcock "Die Vögel" akustisch neu erfunden: Eine neue Grusel-Dimension aus dem Synthesizer.
Ein Gespräch mit Martina Müller-Wallraf und eine Kostprobe der Vögel-Komposition.
Redaktion: Frank Höller
Musikzusammenstellung: Jörg Heyd



















