Freitag, 03.09.10 um 15:05 Uhr
WDR 3 TonArt
Mit Jörg Lengersdorf
Musikangaben zu dieser Sendung finden Sie in der Playlist
Uraufführung Mahlers 10. Sinfonie
"Ein Besessener" sei er und "zweifelsohne hochbegabt", schwärmt, wer Yoel Gamzou beim Dirigieren gesehen oder ihn gar getroffen hat.
Mit zwölf Jahren führt der gebürtige Israeli zum ersten Mal einen Taktstock, zwei Jahre später beginnt er sein Studium. Mittlerweile ist Gamzou 22 Jahre alt und Chefdirigent der Neuen Philharmonie München.
Neben dem Dirigieren hat der ehrgeizige Yoel Gamzou eine zweite Leidenschaft: Gustav Mahler. Schon als Sechzehnjähriger beginnt er, an Mahlers unvollständiger 10. Sinfonie zu arbeiten. Unterstützt von der der Gustav Mahler Gesellschaft und Mahlers Enkelin Marina Mahler hat er seine Version der 10. mittlerweile abgeschlossen - gerade rechtzeitig zur Uraufführung, die heute bei den Jüdischen Kulturtagen in Berlin stattfindet.
Beitrag von Julia Kaiser
CD-Rezension

Recomposed by Matthew Herbert: Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 10
Philharmonia Orchestra
Giuseppe Sinopoli
Deutsche Grammophon 006025 273 4438 6
Beitrag von Raphael Smarzoch
Im Studio: Rebekka Hartmann
Fünf Jahre alt war Rebekka Hartmann, als beschloss Geige zu lernen. Ihre Mutter brachte sie zu Helge Thelen, der damals auch andere vielversprechende Talente unterrichtete - Julia Fischer zum Beispiel oder Lena Neudauer. Sie sei eigentlich zu alt, sagte Thelen Rebekkas Mutter, nahm sie aber trotzdem als Schülerin an.
"Zu alt" hin oder her - Rebekka Hartmann legte eine beeindruckende Karriere hin, gewann mehrere internationale Wettbewerbe und nahm mit 25 Jahren ein hoch gelobtes Debüt-Album auf, in dem sie Werke von Johann Sebastian Bach, Paul Hindemith und Bernd Alois Zimmermann gegenüberstellt.
Trotzdem ist Rebekka Hartmann noch immer ein Geheimtipp. Bevor sie zu einer England-Tournee aufbricht, erzählt sie im Studio von WDR 3 TonArt ob das Strategie ist - und spielt Auszüge aus ihrem Programm.
Festival SACRE PLUS
29. Mai 1913, Paris: Hunderte Neugierige haben sich versammelt, um die neueste Uraufführung der weltbekannten Ballets Russes zu sehen: Ein Ballett des noch kaum bekannten Igor Strawinsky. Aber kaum erklingen die ersten Töne des "Sacre du Printemps" bricht das Publikum zunächst in Gelächter, dann in Tumult aus.
Strawinski, dessen Karriere durch die Uraufführung endgültig den nötigen Antrieb bekam, war nichtsdestotrotz sehr getroffen von der Redaktion des Publikums. Die Schuld an dem Skandal gab er dem Choreographen Vaslav Nijinsky - dabei galt der als einer der virtuosesten Tänzer der Welt.
Heute ist Le Sacre du Printemps längst kein skandalumwittertes Stück mehr - aber eine Herausforderung für Choreographen und Tänzer bleibt das Ballett. Tanzhaus NRW in Düsseldorf stellt sich ihr mit dem Festival SACRE PLUS, das sich ganz Strawinskys Stück widmet.
Beitrag von Ulrike Burgwinkel
Orchesterzentrum Dortmund
Für Musikstudenten ist es oft der große Traum: Ein Platz in einem der großen Orchester. Um dort hinzukommen, müssen sie allerdings erstmal eine gewaltige Hürde überwinden: das Probespiel, eine Art Aufnahmeprüfung vor ebenso gestandenen wie gestrengen Orchesterprofis. Und wenn das überstanden ist, wartet das Probejahr, wo ebenfalls einige scheitern: durch leistungsmindernden Auftrittsstress oder weil das Studium sie kaum auf das Orchesterrepertoire vorbereitet hat.
Etliche Musikhochschulen in Deutschland haben dies erkannt und daraus Konsequenzen gezogen. So bieten die vier Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen ein Aufbaustudium an, um die Lücke zwischen Studium und Praxis zu schließen: den Masterstudiengang „Orchesterspiel“ im Orchesterzentrum Dortmund.
Beitrag von Burkhard Laugwitz
Kulturnachrichten
Redaktion: Ulrike Gruner
















