Samstag, 27.02.10 um 16:05 Uhr
WDR 3 Variationen
Heute:
- Die erste Eigenproduktion der Dortmunder Kinderoper
- Klänge im Kerzenlicht – Frédéric Chopins Tasteninstrumente
- Im Gespräch: die Pianistin Anna Gourari
Die Dortmunder Kinderoper zeigt "affe besiegt knochengeist" des Niederländers Peter Schat
In China ist die Geschichte bekannt wie bei uns die populären Märchen der Brüder Grimm: Ein Mönch geht mit seinen Schülern Affe, Schweinchen und Sandy auf eine Pilgerreise. Sie suchen die Weisheit und werden von Dämonen gejagt, die danach streben, die kleine Gruppe in ihren Kochtopf zu bekommen. Vor allem der Affe nimmt den Kampf gegen den Anführer der Monster, den wandelbaren Knochengeist, auf.
Der vor sieben Jahren verstorbene holländische Komponist Peter Schad hat den Bildroman aus dem China des 17. Jahrhunderts in eine Comic-Strip-Oper umgesetzt. Dortmunds Generalmusikdirektor Jac van Steen und Michael Hönes dirigieren die deutsche Erstaufführung, Anja Nicklich inszeniert. Die Dortmunder Kinderoper wird seit ihrer Gründung vor zwei Jahren vom Publikum sehr gut angenommen. Doch bisher liefen dort vor allem Gastspiele und Produktionen aus dem Repertoire. Nun könnte kreativer Schwung in diese Spielstätte kommen.
Premiere: 20. Februar 2010, 15.00 Uhr (bereits ausverkauft)
Weitere Vorstellungen: 28. Februar, 5., 7., 9., 10., 17., 19., 23. und 26. März.
Ein Beitrag von Stefan Keim
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- Kinderoper Dortmund
Mehr Charakter - Klavierklangwelten des 19. Jahrhunderts
Frédéric Chopin hatte einen vorsichtigen, geradezu zarten Anschlag. Damit war sein Klavierspiel im Grunde für große Konzertsäle ungeeignet. Ohnehin trat er lieber in kleineren Räumen auf. Hier kamen die Qualitäten seines Spiels, aber auch die Qualitäten der damaligen Instrumente besser zur Geltung. Die Flügel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen nicht jene Wucht, jene imperiale Größe wie die heutigen Instrumente. Ihr Klangbild war ein völlig anderes: spröder, aber auch transparenter, was vor allem den Mittellagen besonders zugute kommt. Ob Instrumente von Erard und Pleyel in Frankreich, von Streicher in Wien oder vom noch jungen Blüthner-Unternehmen in Leipzig, sie alle waren sehr unterschiedlich – in ihren Klang-Farben und Klang-Charakter.
Ein Beitrag von Christoph Vratz
Verwurzelt in der polnischen Volksmusik - Chopins Mazurken
Im Gespräch: die Pianistin Anna Gourari
Polnische Tänze ziehen sich durch Frédéric Chopins gesamtes Schaffen. Seine erste und auch seine letzte Komposition war eine Mazurka. Insgesamt schrieb er knapp 60 Mazurken. Daraus hat die im russischen Kazan geborene Pianistin Anna Gourari auf Ihrer neuen CD eine persönliche Auswahl getroffen. Von „klingenden-Tanz-Gedichten“ erzählt die Pianistin, vom Mikrokosmos der Chopinschen Mazurken, der weit über alles Pianistische hinausgehe und ein unendliches Kaleidoskop des Lebens und der Gefühle sei.
Anna Gourari wurde 1972 in Kasan/Russland geboren, als Fünfjährige erhielt sie Klavierunterricht, mit 13 Jahren gewann sie ihren ersten Wettbewerb, mit 17 Jahren den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Göttingen. Seit 1990 lebt sie in München. Nach dem Sieg beim „Concours Clara Schumann“ in Düsseldorf gelang ihr der Durchbruch. Anna Gourari ist seitdem eine gefragte Solistin.
Zu Chopin hat sie eine besondere Beziehung. Kurz vor ihrer Geburt lief eine Etüde von Chopin im Radio. Auch ihre Eltern, beide Konzertpianisten, spielten zu Hause viel Chopin.

Frédéric Chopin
The Mazurka Diary
Anna Gourari, Klavier
Berlin Classics
Bestell-Nr.: 0016662 BC
- Ein Ausschnitt aus dem Gespräch mit Anna Gourari
- Anna Gourari
Redaktion: Eva Küllmer















