Samstag, 03.12.11 um 16:05 Uhr
WDR 3 Variationen
Mit Klaus Leymann
Heute:
Viel besser, als es sich bislang herumgesprochen hat:
die Wuppertaler Oper
Wuppertal hat ein bemerkenswert junges Ensemble, prädestiniert für einen außerordentlichen Spielplan. In Wuppertal entdeckt der Opernfan Martinus "Griechische Passion" als aktuelles politisches Musiktheater. Haydns "L’incontro improvviso" gerät zur anrührenden Begegnung von Orient und Okzident, und Richard Strauss’ "Arabella" wird zur Parabel über den Tod. Unvergesslich. Dass in Zeiten wie diesen Puccinis "La Bohème" in Wuppertal eiseskalt und bitter ausfällt, versteht sich von selbst. Die Elettra der Elena Fink in Mozarts "Idomeneo" hat internationales Niveau; Banu Böke und Kay Stiefermann singen in "Arabella" absolut souverän. Und werden begleitet von einem Orchester, das blendend in Form ist. Trotzdem sind Qualitäten wie diese anscheinend nur ein paar Eingeweihten bekannt. Warum interessieren sich nicht mehr junge Zuschauer für dieses junge Theater? Rutscht "Oper" unaufhaltsam weiter auf ein Nebengleis?
Wir stellen die alltägliche Arbeit im Haus vor und reden mit Intendant Johannes Weigand und seinem Ensemble.
"Richten wir alles für die Komödie her!"
Proben für Verdis "Falstaff"
Im 2. Akt des "Falstaff" wird eine raffinierte Komödie vorbereitet, und genau so geschieht es auch im Probenalltag des Opern-Ensembles der Wuppertaler Bühnen.
Die WDR 3 Variationen haben Wochen vor der "Falstaff"-Premiere eine Klavierprobe besucht. Was bespricht der Regisseur Johannes Weigand mit Solisten und Chor, welche Probleme und Fragen müssen geklärt werden, wie wird die Bühen eingerichtet, wer arbeitet in dem Probenprozess auf, vor und hinter der Bühne mit? Und vor allem: wie kriegt man einen gigantischen Falstaff in einen Wäschekorb. Christian Kosfeld war dabei.
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- Falstaff in Wuppertal
Alltag und Organisation im Kulturbetrieb
Damit im Wuppertaler Opernhaus viel Zeit und Raum für Kreativität ist, muss so ein Betrieb, der mit rund 200 festen Mitarbeitern immerhin so groß wie ein mittelständisches Unternehmen ist, funktionieren. Viele Rädchen greifen hier ineinander. Die Öffentlichkeitsarbeit sorgt für die nötige Werbung, um viele Zuschauer in die Vorstellungen zu locken. Die Geschäftsführung steckt der Kunst einen finanziellen Rahmen, und das künstlerische Betriebsbüro muss auch in Krisensituationen schnell reagieren. Unsere Reporterin Michaela Bruch hat Eindrücke hinter den Kulissen gesammelt.
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Im Gespräch: Banu Böke, Kay Stiefermann und Johannes Weigand
Seit der Spielzeit 2007/08 ist Banu Böke Ensemblemitglied der Wuppertaler Bühnen. Hier erweitert sie ihr Repertoire um Partien des jugendlich-dramatischen Fachs.
In dieser Spielzeit singt sie die Partien der Mimì in Puccinis "La Bohème", die 1. Dame in Mozarts "Die Zauberflöte", die Titelpartie von Richard Strauss' "Arabella" und zuletzt Alice Ford in Verdis "Falstaff".
Seit der Spielzeit 2001/02 ist Kay Stiefermann Mitglied der Wuppertaler Bühnen. Sein Repertoire in Wuppertal umfasst die wichtigen Partien des lyrischen und Kavalierbaritonfaches, so die Titelpartie in Mozarts "Don Giovanni", Guglielmo in "Così fan tutte", Conte Almaviva in "Die Hochzeit des Figaro", Figaro in "Il Barbiere di Siviglia", Dandini in "La Cenerentola", die Titelpartie in "Eugen Onegin", Sharpless in "Madama Butterfly", Eisenstein in "Die Fledermaus" und Albert in Massenets "Werther".
2001 wurde Johannes Weigand Oberspielleiter der Wuppertaler Oper. Schon seine zweite Arbeit in Wuppertal, Rossinis "Barbier von Sevilla" (2003), brachte dem 1966 geborenen Weigand Nominierungen als NRW-weit bester Nachwuchs-Regisseur ein. Er erarbeitete für Wuppertal ein breites Repertoire aller Genres von Operette und Kinderstück bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Johannes Weigand Intendant der Oper der Wuppertaler Bühnen.
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Redaktion: Eva Küllmer/ Klaus Leymann

















