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Samstag, 17.09.11 um 16:05 Uhr

WDR 3 Variationen

Heute:

- 100 Jahre finnische Nationaloper
- Der schwedische Komponist Allan Pettersson
- Der schwedische Bänkelsänger Carl Michael Bellman

Ein Haus für große Gefühle - 100 Jahre Finnische Nationaloper

Opernhaus Helsinki.Rechte:WDR/Paul Eckenroth
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Opernhaus Helsinki

Am 2. Oktober 1911 schlug die Geburtsstunde der Finnischen Nationaloper: in dem ehemaligen russischen Garnisonstheater "Aleksanterin Teatteri" ging das zeitgenössische Verismodrama "Der Bajazzo" von Ruggero Leoncavallo in schwedischer Sprache über die Bühne. Nachdem Finnland seine Unabhängigkeit erlangt hatte, erhielt die Oper 1918 im Alexander-Theater eine feste Spielstätte. Ende 1993 wurde schließlich in Helsinki ein neues elegantes Opernhaus eingeweiht, mit der Uraufführung von Aulis Sallinens Oper "Kullervo". Da Finnlands Opernpublikum gegenüber Mittel-und Südeuropa einen enormen Nachholbedarf hat, hält sich das Genre frisch und lebendig: allein im Jahr 2000 gab es 17 Uraufführungen, außerdem zahlreiche Kinderopern, Gesangswettbewerbe, Festivals, darunter die international renommierten Opernfestspiele von Savonlinna, die 2012 ihr 100jähriges Bestehen feiern.

Ein Beitrag von Hildburg Heider

Musiikkitalo - Ein neues Konzerthaus für Helsinki

Von Hamburg aus, wo das Prestigeobjekt „Elbphilharmonie“ immer teurer wird und immer später fertig, schaut man in diesen Tagen neidisch nach Norden - auf die finnische Metropole Helsinki. Dort ist gerade das neue Konzerthaus eröffnet worden und reiht sich nun in die Kulturmeile ein, zwischen der Finlandia-Halle und einem Museum für moderne Kunst.
Nikolaus Bernau stellt ein Gebäude vor, bei dem zuerst der Akustiker ausgesucht wurde, dann der Architekt, das außerdem kein Wahrzeichen sein will, sondern ein offenes Haus ist für alle Finnen - und für die Hauptsache: die Musik.

Bekenntnismusik - der schwedische Komponist Allan Pettersson

Dr. Michael Kube.Rechte: Privat
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Dr. Michael Kube

Am 19. September 1911 wurde der Komponist Allan Petterson geboren. In der Musik des 20. Jahrhunderts nimmt er eine einzigartige Stellung ein. 17 Symphonien hat er geschrieben, zwei davon blieben Fragmente. Alle Werke sind von hoher Expressivität, verwenden ein großes Orchester und sind meist in Form nur eines Satzes geschrieben. In dem unterzieht Petterson seine musikalischen Ideen einer langsamen Metamorphose. Dabei hörte er immer auf seine „innere Stimme“, nicht auf Strömungen seiner Zeit.
1953 wurde die 2. Symphonie in Köln aufgeführt, in den 90er Jahren gab es einen großen Petterson-Zyklus in Nordrhein-Westfalen. Danach aber ist es wieder still geworden um diesen Einzelgänger aus Schweden. 1980 ist er gestorben nach einem Leben, das Petterson selbst als immerwährenden Kampf gesehen hat: Kampf gegen seine Herkunft aus ärmlichsten Verhältnissen, Kampf gegen Krankheit, Kampf aber auch gegen die Missachtung seines Schaffens und für Humanität.
Im Gespräch erläutert der Vorsitzende der Internationalen Petterson-Gesellschaft, Dr. Michael Kube, anhand von Beispielen, wie sich Pettersons persönlicher Stil entwickelt hat und in welcher Beziehung er zu anderen Symphonikern des 20. Jahrhunderts steht.

„Schlechte Zeiten, nichts als Pleiten“

Carl Michael Bellman.Rechte: Wikipedia
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Carl Michael Bellman

Ein Portrait des schwedischen Bänkelsängers Carl Michael Bellman

"Schlechte Zeiten, nichts als Pleiten, Banken steh'n vor dem Bankrott". Diese Zeilen könnten von heute sein. Doch sie stammen von einem Bänkelsänger des 18. Jahrhunderts: Carl Michael Bellman. In seinen Liedern schöpft er aus dem prallen Gesellschaftsleben Stockholms unter der Regierung Gustav III. Sein Herz gilt besonders den Menschen der Unterschicht, da ist etwa der versoffene Uhrmacher Fredman oder der schwindsüchtige Musiker Movitz, ein alter ego Bellmans. Aber auch wunderschöne Hymnen an die Natur und sanfte Wiegenlieder entstammen seiner Feder. Oftmals verarbeitete er dafür Melodien, die durch das kosmopolitische Stockholm seiner Zeit wehten: französische Operetten, Mozart und Händel.

Bis heute sehen die Schweden ihn als ihren Nationaldichter und auch in Deutschland hat er seine Anhänger: Ernst Moritz Arndt und Carl Zuckmayer lobten ihn in höchsten Tönen. Carl Raddatz, Manfred Krug, Harald Juhnke und Hannes Wader drückten seinen Liedern ihren Stempel auf. Ihnen gilt er als Urvater aller Liedermacher. Aber auch Sänger mit klassischem Gesangshintergrund singen und lieben ihn. Was macht die nun schon über 200 Jahre währende Faszination seiner Lieder aus?

Ein Beitrag von Sabine Fringes


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