Samstag, 24.01.09 um 16:05 Uhr
WDR 3 Variationen
Mit Klaus Leymann
Heute:
- Live Music Now – Junge Musiker spielen in sozialen
Einrichtungen
- 100 Jahre „Elektra“ von Richard Strauss
- Im Gespräch: Stefan Blunier
Live Music Now – Junge Musiker spielen in sozialen Einrichtungen
Von Barbara Overbeck
Yehudi Menuhin, der vor 10 Jahren verstarb, brachte Musik auch zu jenen Menschen, die in der Regel kein Konzert besuchen können. Der berühmte Violinist spielte während des 2. Weltkrieges in Lazaretten und später für die Überlebenden von Konzentrationslagern. Während der Zeit der Apartheid gab er trotz Strafandrohung Konzerte für schwarze Südafrikaner. 1977 gründete Menuhin Live Music Now (LMN) in England. Die Idee: Junge Musiker treten in sozialen Einrichtungen auf, beziehen ein durch Spenden finanziertes Honorar und ehrenamtliche Mitarbeiter organisieren die Auftritte. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland 16 gemeinnützige Vereine von Live Music now.
100 Jahre „Elektra“ von Richard Strauss
Von Ulrich Mutz
„Sie sind der geborene Librettist“, lobt Richard Strauss im Juli 1908 sein dichterisches alter ego Hugo von Hofmannsthal und fährt fort: „in meinen Augen das größte Kompliment, da ich es für viel schwerer halte, eine gute Operndichtung zu schreiben als ein schönes Theaterstück. Sie werden natürlich anderer Ansicht sein und haben dabei ebenso recht wie ich!“ Dabei hatte Hofmannsthal sein „Elektra“-Drama, an dessen Vertonung Strauss damals arbeitete, ursprünglich gar nicht für das Musiktheater konzipiert, sondern eben – als Schauspiel.
1903 hatte Strauss in Berlin Max Reinhardts Uraufführungs-Inszenierung von Hofmannsthals „Elektra“ gesehen, 1906 begann er mit der Komposition seiner gleichnamigen Oper. Ihr Textbuch weicht nur an wenigen Stellen von Hofmannsthals ursprünglichem Drama ab, aber wenn es dem Komponisten um einen Strich im Text oder ein paar zusätzliche Verse zum Vertonen ging, zeigte sich der konziliante Dichter von seiner entgegenkommendsten Seite. „Elektra“ wurde zum Auftakt einer einzigartigen dichterisch-musikalischen Partnerschaft.
Vor 100 Jahren, am 25. Oktober 1909, ging die Uraufführung über die Bühne der Dresdner Hofoper.
Im Gespräch: Der Dirigent Stefan Blunier
Seit Beginn dieser Spielzeit ist der 43-jährige Schweizer Dirigent Stefan Blunier neuer Generalmusikdirektor des Beethoven Orchesters Bonn. Blunier studierte in seiner Heimatstadt Bern und an der Folkwang Hochschule Essen Klavier, Horn, Komposition und Dirigieren.
„Wichtig sind für mich sowohl Abwechslung als auch künstlerischer Anspruch,“ sagt Stefan Blunier. "Natürlich soll das Orchester die vertrauten Werke – darunter natürlich auch Beethoven – spielen. Ich will aber beide – Musiker und Publikum – mit Unbekanntem herausfordern."
Seinen Einstand als neuer GMD der Bonner Oper gibt Stefan Blunier mit Richard Strauss „Elektra“, die am 25. Januar Premiere hat. Regie führt Klaus Weise.
Redaktion: Eva Küllmer















