Samstag, 03.04.10 um 16:05 Uhr
WDR 3 Variationen
Heute:
- Der KlassikSonntag mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen
- Die Entwicklung des Konzertwesens im 18. und 19. Jahrhundert
- Im Gespräch: Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner
Philharmonie
„Musik im Hier und Jetzt – das Konzert als Ereignis“
Das Konzert, seine Aufführungsformen und Chancen für die Zukunft sind Thema dieser Sendung, die auch einen Blick in die Geschichte und Entwicklung des bürgerlichen Konzertwesens wirft.
Nordrhein Westfalen hat eine weltweit einmalig dichte Orchesterlandschaft. Es sind mehr als zwanzig Sinfonieorchester, deren Konzerte - laut Statistik des deutschen Bühnenvereins von 763 000 Menschen in der Saison 2007/2008 besucht wurden. Diese große und treue Gemeinde schätzt das Live Erlebnis im Konzert und fühlt sich dem jeweiligen städtischen Orchester besonders verbunden. Doch um das Publikum zu halten und neues zu gewinnen, müssen viele Aktivitäten entwickelt und gelegentlich auch alte Konzertrituale aufgebrochen werden. Dazu gehören neue Veranstaltungsformen, wie Gesprächskonzerte, Lunch- und Stadtteil-Konzerte, Schulprojekte und Jugendkonzerte.
"Wer mehr weiß, hört mehr" - Der KlassikSonntag mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen
Es bedurfte nur einer Spielzeit, den "Klassik- Sonntag!" nicht nur höchst erfreulich zu etablieren, sondern auch weit über die Grenzen Leverkusens hinaus bekannt zu machen. Aus gutem Grund. Der "KlassikSonntag!" macht klassische Musik nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf anregende und spannende Weise für die Sinne erlebbar. Ein ganzer Sonntag rund um die Musik des jeweiligen Abendkonzertes: eine "Klassik-Talkshow" bringt das Publikum am Vormittag im Schloss Morsbroich mit Musik und Musikern auf Tuchfühlung, eine öffentlichen Probe gewährt Einblicke in die Praxis der Feinabstimmung im Orchester, dann folgt das Hauptkonzert im Forum Leverkusen. Oliver Cech besuchte den "Klassik Sonntag".
Die nächsten "Klassik Sonntage" sind am:
3. Oktober 2010
(Werke von Brahms und Dvorák)
21. November 2010
(Werke von Saint-Saens, Tschaikowsky, Ibert und Mozart)
Westdeutsche Sinfonia Leverkusen, Dirk Joeres (Leitung)
- Beitrag hören
Heitere Zerstreuung und erbauende Geistigkeit - Die Entwicklung des Konzertwesens im 18. und 19. Jahrhundert
Seit ca. 300 Jahren verschafft das Konzert Menschen in Europa ein musikalisches Erlebnis - gegen eine Eintrittsgebühr. Vorher konnte ein Nicht-Adeliger Musik nur in der Kirche, an Festtagen oder zu Hause erleben. Das Konzert hat den Musikkonsum demokratisiert – und ökonomisiert. Einer der ersten, der mit Konzerten "Kohle" gemacht hat, war ein englischer Kohlehändler. Jeden Donnerstag präsentierte er berühmte Musiker in seinem Haus: zum Beispiel Georg Friedrich Händel.
So unaufhaltsam wie das Bürgertum im 18. und 19. Jahrhundert aufgestiegen ist, so hat das Konzert Karriere gemacht: als gesellschaftliches Ereignis und als Austragungsort musikalischer Höchstleistungen. Auch das Publikum hat sich entwickelt. Anfangs rauchte, schwatze und aß es manchmal während der Konzerte, 1905 aber konnte ein Zürcher Satiriker feststellen: „Und wenn die Sinfonie beginnt/ Verklären sich gleich alle Mienen/ Als sei der heil´ge Geist erschienen“.
Claudia Belemann hat für die WDR 3 Variationen eine kleine Konzert-Kulturgeschichte zusammengestellt.
Im Gespräch: Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner Philharmonie
Begeisterung für die Vielfalt der Musik, Weltoffenheit und Vitalität gehören zu den Eigenschaften des niederländischen Musikmanagers Louwrens Langevoort. Seit der Saison 2005/2006 leitet er als Intendant erfolgreich die Kölner Philharmonie. Neue Publikumsschichten will Louwrens Langevoort erschließen und lädt zum Beispiel zu Lunchkonzerten ein. Für eine halbe Stunde können büro- und einkaufsgestresste Menschen fast jeden Donnerstag um 12.30 Uhr kostenlos in die Welt der Musik eintauchen und bei Proben lauschen. Konzerte gibt es auch in den Stadtteilen, PhilharmonieVeedel heißt die Reihe, bei der auch die Allerkleinsten willkommen sind, bei den „Babykonzerten“.
Die Kölner Philharmonie ist auch der zentrale Spielort eines der größten Musikfestivals für zeitgenössische Musik, der MusikTriennale Köln. „Heimat – heimatlos“ ist das Thema der diesjährigen MusikTriennale, die am 24. April mit einem Konzert des WDR Sinfonieorchesters Köln startet. Bis zum 16. Mai stehen rund 100 Konzerte auf dem Programm.
- MusikTriennale Köln 2010 bei WDR 3
- Gespräch mit Louwrens Langevoort
- MusikTriennale Köln 2010
Redaktion: Eva Küllmer
















