Samstag, 11.07.09 um 18:05 Uhr
Die Rarität: Die "Launen" des Bellerofonte Castaldi /
Johannes Calvin und die Folgen
Die "Launen" des Bellerofonte Castaldi (18.05 - 19.00 Uhr)
Von Sabine Radermacher
Das Leben des Bellerofonte Castaldi (1581-1649), ein adeliger Instrumentalist, Sänger, Komponist, Dichter, Satiriker, Musikverleger und Abenteurer aus dem italienischen Modena, scheint einem Roman entnommen. Extravagant und mit phantastischen Titeln versehen sind auch seine Kompositionen, vorzugsweise für sein Lieblinsinstrument, die Theorbe. Die 1622 im Selbstverlag veröffentlichten „Capricci für zwei Instrumente […] und um allein allerlei versponnene Tänze zu spielen“ sind eine ganz besondere Rarität. Die Duette dieser Sammlung wurden für „normale“ Theorbe und dem überaus seltenen „Tiorbino al ottava“ komponiert - eine reizvolle Kombination aus dunkel-volltönendem und silbrig-hellem Klang. Präsentiert werden Interpretationen der Lautten Compagney aus Berlin, die sich für ihre Einspielung der „Capricci“ extra ein „Tiorbino“ rekonstruieren ließ. Autorin der Sendung: Sabine Radermacher
Bellerofonte Castaldi
Aria “Gioia di ritorno”
Capriccio ceremonioso
Tasteggio soave
Capriccio detto Chiaccherino
Capriccio hermafrodito
Capriccio detto svegliatolo
La FolliaQuagliotta
CanzoneCapriccio detto spagnolino
Capriccetto Bischizzoso
Mascherina Canzone
Gagliarda persuasiva
Branle
Volta francese
Aria “Francese lamentevole”
Aria “E vattene malenconia”
Lautten Compagney
Johannes Calvin und die Folgen (19.00 - 20.00 Uhr)
Zum 500. Geburtstag des Reformators
Von Gela Birckenstaedt
Vor 500 Jahren, am 10. Juli 1509, wurde er in Nordfrankreich in der Picardie geboren: Jean Cauvin alias Johannes Calvin ― einer der großen Reformatoren neben Martin Luther, Ulrich Zwingli und Philipp Melanchthon. Als Sohn eines bischöflichen Beamten wuchs Calvin in gänzlich katholischem Umfeld auf. Vom Vater für eine Juristenlaufbahn vorgesehen, kam er während seines Jurastudiums in Paris mit reformatorischen Ideen in Berührung. 1534 wandte sich Calvin dann ganz der Theologie zu und bekannte sich offen zur Lehre der Reformation. Im Zuge der Protestantenverfolgung musste er noch im selben Jahr Frankreich verlassen. Sein Weg führte via Basel nach Genf, von wo aus er mit kurzen Unterbrechungen über 20 Jahre als führender Kopf der Reformation wirkte. Calvin verfasste nicht nur zahlreiche theologische Schriften, auf ihn geht auch der so genannte „Genfer Psalter“ bzw. „Hugenottenpsalter“ zurück: eine Liedsammlung von Psalmen in französischen Nachdichtungen auf volkstümliche, einstimmige Melodien. Dieses Gesangbuch war so beliebt, dass bald andere landessprachliche Psalmliedsammlungen nach Vorlage des „Genfer Psalters“ entstanden, darunter die niederländischen „Souterliedekens“ und der deutsche „Lobwasserpsalter“. Anlässlich des diesjährigen Calvin-Jahres stellt die Vesper Originallieder aus diesen Sammlungen vor, sowie ihre mehrstimmigen Bearbeitungen.
Martin Luther
Non moriar sed vivam (Psalm 118)
Johann Rosenmüller Ensemble
Leitung: Arno Paduch
Loys Bourgois
Las, en ta fureur aigue (Psalm 38)
Ensemble Clément Janequin
Leitung: Dominique Visse
Claude Goudimel
Estans assis aux rives aquatiques (Psalm 137)
Ensemble Clément Janequin
Leitung: Dominique Visse
Jan Pieterszoon Sweelinck
L’Eternel est regnant (Psalm 97)
Ensemble Vocal Sagittarius
Freddy Eichelberger, Orgel
Leitung: Michel Laplénie
Clemens non Papa
Niederländische Volksweise
Die Nachtegael
Wel salich zijnse hier op aerden levenden (Psalm 127)
Camerata Trajectina
Gherardus Mes
Niederländische Volkweise
Het regende seer
O Heer hoe zijnse so menichfout (Psalm 3)
Camerata Trajectina
Jan Pieterszoon Sweelinck (zugeschr.)
Psalm 23
Léon Berben, Orgel
Paul Siefert
Selig ist, der gepreiset (Psalm 128)
Vocalconsort Berlin
Leitung: Klaus-Martin Bresgott
Felix Mendelssohn Bartholdy
Wer in des Allerhöchsten Hut (Psalm 91)
Ihr Völker auf der Erde all’ (Psalm 100)
aus: Sieben Lobwasser-Psalmen
Vocalconsort Berlin
Leitung: Klaus-Martin Bresgott
Ali Ufkî (Wojciech Bobowski)
Niçün ümem girerler teşvīşe (Psalm 2)
The King’s Singers
Saraband
Redaktion: Richard Lorber














