Samstag, 20.02.10 um 18:05 Uhr
Violinsonaten aus Österreich und „Musik der Stille“
Violinsonaten aus Österreich (18:05 - 19:00 Uhr)
von Clemens Mathia ab Ehrenruef, Antonio Bertali, Johann Hieronymus Kapsberger, Johann Heinrich Schmelzer, Georg Muffat u. a.
Von Bernd Heyder
Über ganz Europa verstreut finden sich in den Musikbeständen alter Schlösser und Kirchen wertvolle Zeugnisse der blühenden Musikkultur Habsburgs. Musiker und Komponisten ersten Ranges aus den Ländern diesseits und jenseits de Alpen zählte das Herrscherhaus im 17. und 18. Jahrhundert – unter selbst musizierenden und komponierenden Kaisern – zu den Mitgliedern seiner Hofkapelle. Ebenso bereitwillig schenkte man reisenden Virtuosen sein Gehör, wofür diese sich in der Regel mit eigens komponierten Widmungswerken revanchierten.
Die Geigerin Veronika Skuplik und ihre Begleiter Andreas Arend und Luca Guglielmi stellen in Schloss Rheydt Preziosen aus diesem habsburgischen Repertoire vor, die zum Teil seit drei Jahrhunderten nicht mehr erklungen sind. Darunter zwei Sonaten eines Clemens Matthia ab Ehrenruef, bei dem es sich vermutlich um den Sohn des Wiener Hofkapellmeisters und Meistergeigers Heinrich Schmelzers handelt.
Veronika Skuplik – Violine
Andreas Arend – Chitarrone
Luca Guglielmi – Orgel, Cembalo
Konzertmitschnitt aus dem Schloss Rheydt in Mönchengladbach
Musik der Stille (19:00 - 20:00 Uhr)
von Dorothee Prasser
„Süße Stille, sanfte Quelle ruhiger Gelassenheit!“ Mit den Worten von Barthold Heinrich Brockes stellen wir in dieser Vesper zum Beginn der Fastenzeit den ganz besonderen Anspruch, die Zeit der Stille musikalisch anzugehen. Georg Friedrich Händel vertonte diese Zeilen in eine ruhige Melodie eingebettet und machte die Stille durch markante Pausen hörbar. Melchior Franck verstand in seinem Bußpsalm „Herr, erhöre mein Gebet“ der Stille – der Zeit der Zwiesprache mit Gott – durch die sogenannten stillen Instrumente, wie Stiller Zink, Dulzian und Gambe, Ausdruck zu verleihen. Um während der Predigten in der Fastenzeit einen Raum der Besinnung zu ermöglichen, komponierte Marc-Antoine Charpentier seine „Méditations pour le Carême“. Und schließlich fordert Johann Sebastian Bach Gelassenheit: „Gib dich zufrieden und sei stille!“
Johann Sebastian Bach
Gib dich zufrieden und sei stille, BWV 460
Klaus Mertens, Bariton
Bob van Asperen, Cembalo
Heinrich Schütz
O miserisordissime Jesu
Jan Kobow, Tenor
Mitglieder von Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes
Henry Purcell
Close thine eyes and sleep secure
Susan Gritton, Sopran
Michael George, Bass
The King’s Consort
Leitung: Robert King
Marc-Antoine Charpentier
aus: Méditations pour le Carême (1-5)
Marcel Beekman, Countertenor
Robert Getchell, Tenor
Robbert Muuse, Bass
Mitglieder des Ensembles Pierre Robert
Leitung: Frédéric Desenclos
Melchior Franck
VII. Bußpsalm (Psalm 143)
Herr, erhöre mein Gebet
Ich breyte meine Hände auß zu dir
Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes
Anonymus
Communio „Fidelis servus”
Choralschola der Benediktinerabtei Münsterschwarzach
Leitung: Godehard Joppich
Carl Philipp Emanuel Bach
Das Gebet
aus: Herrn Professor Gellerts Geistliche Oden und Lieder
Dorothee Mields, Sopran
Ludger Rémy, Hammerklavier
Georg Friedrich Händel
Süße Stille, sanfte Quelle, HWV 205
Monika Mauch, Sopran
L’arpa festante
Leitung: Rien Voskuilen
Redaktion: Richard Lorber













