Samstag, 13.03.10 um 18:05 Uhr
Vox Feminae und „Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht“
Vox Feminae (18:05 - 19:00 Uhr)
Von Gela Birckenstaedt
Vladimir Ivanoff, Musiker, Forscher und Leiter des 1986 gegründeten Ensembles Sarband, ist ein Brückenbauer zwischen Kulturen, Menschen und Zeiten. Seine Konzertprogramme vereinen Künstler und Künstlerinnen aus den verschiedensten Kulturen und mit unterschiedlichsten Hintergründen, vermitteln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Alter Musik und lebendiger Tradition. Bei ihrem Konzert „Vox Feminae“ im Kölner Museum Schnütgen präsentierten die schwedische Sängerin Miriam Andersén, die libanesische Sängerin Fadia el-Hage und Vladimir Ivanoff frühchristliches orientalisches Repertoire, volkstümliche Psalmlieder aus Schweden und mehrstimmige Gesänge aus dem legendären spanischen Codex Las Huelgas. Allen Gesängen gemeinsam war die weibliche Sicht einer Gotteserkenntnis. Frauengesänge waren in frühchristlicher Zeit nämlich durchaus üblich, auch wenn bereits der Apostel Paulus Frauen jeden kirchlichen Gesang untersagt hatte. In der einmaligen Atmosphäre des Museums Schnütgen ergänzten sich die von Herkunft unterschiedlichen Gesänge zu einem stimmungsvollen Ganzen, reizvolle Gegensätze kamen zum Klingen, aber auch überraschende Parallelen.
Ein Konzertmitschnitt aus dem Museum Schnütgen in Köln vom 26. November 2009
Vox Feminae
Weibliche Wege zu Gott in der mittelalterlichen und traditionellen Musik
von Orient und Okzident
Lieder aus dem frühchristlichen orientalischen Repertoire, Choräle von Hildegard von Bingen und Birgitta von Schweden, Psalmen aus dem ländlichen Schweden
und frühe Mehrstimmigkeit aus dem spanischen Codex Las Huelgas
Ensemble Sarband
Miriam Andersén (Schweden): Gesang, gotische Harfe
Fadia el-Hage (Libanon): Gesang
Vladimir Ivanoff (Bulgarien/Deutschland): Perkussion, Ud, Leitung
"Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht" (19:00 - 20:00 Uhr)
Von Dorothee Prasser
“Gott ist mein Trost, mein’ Zuversicht” beginnt die 2. Strophe des Kirchenlieds „Was mein Gott will, gescheh allzeit“. Der Text stammt von Albrecht von Brandenburg-Ansbach, im 16. Jahrhundert Herzog von Preußen. Der Staatsmann, Befürworter der Reformation und Förderer des Schulwesens, war zudem ein gottesfürchtiger Mann, wie die Zeilen des Kirchenlieds zeigen. Um das Thema Trost und dessen musikalische Umsetzung aus der Feder verschiedener Barockkomponisten dreht sich die heutige Vesper: Sebastian Knüpfer vertonte besagten Choral als kunstvolle Kantate mit 6 Solostimmen, Chor und einem aufwändigen Instrumentarium. Dietrich Buxtehude formte aus einem Liedtext des Barockdichters Ernst Christoph Homburg seine neunstrophige Chaconne „Jesu, komm, mein Trost und Lachen“ und Johann Pachelbel lässt Christus selbst sprechen: „Verzag doch nicht, Du armer Sünder!“
Johann Pachelbel
Verzag doch nicht, du armer Sünder
Christoph Prégardien, Tenor
Musica Antiqua Köln
Leitung: Reinhard Goebel
Sebastian Knüpfer
Was mein Gott will, das gescheh allzeit
The King's Consort
Leitung: Robert King
Heinrich Schütz
Kyrie
Aus: Geistliche Gesänge
Vokal Ensemble München
Leitung: Martin Zöbeley
Gioan Pietro del Buono
Ave Maris Stella
Ensemble Elyma
Leitung: Gabriel Garrido
Marco Uccellini
Benedicamus Domino
Letanie della Beata Vergine
Schola “Lauda Jerusalem”
Leitung: Enrico Gatti
Dietrich Buxtehude
Jesu, komm, mein Trost und Lachen BuxWV 58
Für Altus, Tenor, Bass, 2 Violinen, Viola, Violone und Basso continuo
Michael Chance, Altus
Charles Daniels, Tenor
Peter Harvey, Bass
The Purcell Quartet
Redaktion: Richard Lorber













