Samstag, 13.03.10 um 17:45 Uhr
13. März 1860
Geburtstag des Komponisten Hugo Wolf
Von Christoph Vratz
Ein Leben zwischen Genie und Wahnsinn. Hugo Wolf, slowenischer Herkunft und hineingewachsen in die Wiener Fin-de-siècle-Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, blieb ein Außenseiter. Seine einzige Festanstellung als Musiker dauerte gerade einmal drei Monate.
Wolf erwarb sich als Kritiker den Ruf eines sarkastischen Lästermauls. Danach konzentrierte er sich nur aufs Komponieren. Knapp neun Jahre reichten aus, um seinen Weltruhm zu begründen. Er schrieb vor allem Lieder – Werke, die an Wahrhaftigkeit und Originalität unübertroffen sind, einzigartig in Intensität, Stimmung und Ausdruck. Anders als etliche Kollegen wählte Wolf nicht Texte von Dichtern zweiter Klasse; er vertonte Goethe, Eichendorff, Mörike.
Traurig dagegen die Bilanz seiner letzten Jahre: Depressionen, Einweisung in eine Nervenheilanstalt, Selbstmordversuch, vierjähriges Dahinvegetieren und ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Redaktion: Michael Rüger













