Donnerstag, 18.03.10 um 17:45 Uhr
18. März 1980
Todestag der Malerin Tamara de Lempicka
Von Christiane Kopka
1929 malt Tamara de Lempicka sich selbst: „Mein Portrait“ zeigt eine schöne junge Frau in einem grünen Bugatti. Sie trägt eine graue Lederhaube über dem kurzen blonden Haar und schaut den Betrachter aus halbgeschlossenen Augen provozierend an. Ihr Blick und der knallrote Lippenstift suggerieren Erotik, zugleich wirkt sie kühl, mondän und selbstbewusst. Eine aufregende Person, umweht von einem Hauch Dekadenz.
In nur wenigen Jahren hatte es die junge Polin geschafft, zu einer der gefragtesten Künstlerinnen in Paris zu werden. Dabei wurde ihre Malerei aus der Not geboren: Als 20-Jährige war sie mit ihrem Ehemann auf der Flucht vor der Oktoberrevolution nach Frankreich gekommen, wo bald darauf ihre Tochter Kizette geboren wurde. Weil der Gatte keine Arbeit finden konnte, beschloss Tamara Malerin zu werden und viel Geld zu verdienen.
Mit untrüglichem Gespür für den Geschmack der Zeit gelang ihr das in einer Rekordzeit: Ihre eleganten Porträts im Stil des Art déco waren in der Hautevolee bald eben so begehrt wie die Malerin selbst, die sich gekonnt als Femme fatale inszenierte.
Redaktion: Ronald Feisel













