Freitag, 19.02.10 um 17:45 Uhr
19. Februar 1660
Geburtstag des Arztes Friedrich Hoffmann
Von Edda Dammmüller
Haben Mondphasen Einfluss auf den Krankheitsverlauf? Entscheidet eine Seele in uns mit darüber, ob wir gesund sind oder nicht? Oder ist der Mensch doch bloß eine hydraulische Maschine? Über diese Fragen streiten die Mediziner zur Zeit der Aufklärung.
Der erste Medizinprofessor an der 1693 gegründeten Universität in Halle, Friedrich Hoffmann, wendet die Naturgesetze konsequent auf den menschlichen Organismus an: ein uneingeschränkter Blutkreislauf ist Garant für Gesundheit und der Arzt der Techniker, der den Blutdruck durch wohldosiertes Anheben oder Absenken am Laufen hält. Mit seinen Theorien und der systematischen Darstellung zahlloser Krankheitsfälle wird Hoffmann zu einem der meist gelesenen medizinischen Autoren des 18. Jahrhunderts; selbst die preußischen Könige fragen um seinen Rat. Hoffmann bahnt den Übergang von der philosophisch geprägten zur naturwissenschaftlichen Medizin.
Mit einem Medikament, das heute noch in der Apotheke erhältlich ist, widerlegt der große Arzt seine Annahme vom seelenlosen Körper allerdings selbst: die „Hoffmannstropfen“, ein Gemisch aus Äther und Ethanol, sollen auch die verborgensten Lebensgeister wecken.
Redaktion: Michael Rüger













