Dienstag, 23.03.10 um 17:45 Uhr
23. März 1935
Eröffnung der Ausstellung „Das Wunder des Lebens“
Von Marko Rösseler
Das Ding ist eine Sensation: ein gläserner Mensch, dem bis in die Eingeweide geschaut werden kann. Organe beginnen auf Knopfdruck zu leuchten und von Schallplatte ertönen Erklärungen.
Der Glasmensch ist die Hauptattraktion dieser aufwendig gestalteten Schau Mitte der 30er Jahre, die den Deutschen nicht nur den eigenen Körper, sondern auch die Bedeutung des so genannten „Volkskörpers“ vor Augen führen soll. Die Besucher sollen lernen, dass auch ein Volk rein gehalten werden muss durch Hygiene - so genannte „Rassenhygiene“. Geistig- oder körperlich Behinderte schwächen demnach den gesunden Volkskörper und müssen bekämpft, ihre Fortpflanzung gestoppt werden.
Diese Ideologie wird in Deutschland zu massenhaften Zwangssterilisationen und zum Mord an mehr als hunderttausend Menschen führen.
Redaktion: Michael Rüger













