Freitag, 07.11.08 um 17:45 Uhr
7. November 1913
Geburtstag des Schriftstellers und Philosophen Albert Camus
Von Sabine Mann
„Wer ist Camus?“, fragt der Volksschullehrer Germain Louis, als der Literatur-Nobelpreisträger 1959 seinem ersten und wichtigsten Förderer eine Biographie von sich schickt: „Mir scheint denen, die Deine Persönlichkeit zu ergründen versuchen, gelingt das nicht ganz. Du hattest schon immer eine instinktive Scheu, Deine Natur, Deine Gefühle zu zeigen. Was Dir umso besser gelingt, als Du einfach bist, direkt. Und zu allem Überfluss auch noch gut!“
Ohne jenen Germain Louis hätte es den Autor der „Pest“, des „Fremden“, des „Menschen in der Revolte“ und des „Mythos von Sisyphos“ wohl nicht gegeben. Denn nur dank seiner Fürsprache darf der arme Arbeiterjunge Albert Camus das Stipendium zum Besuch des Gymnasiums annehmen. Politisch, philosophisch und literarisch gleichermaßen engagiert versteht er sich konkret im 2. Weltkrieg als Widerstandskämpfer und sieht den Menschen allgemein als Individuum, das sich ohne Illusionen und Ideologien für bessere Lebensbedingungen einsetzen muss.
Das macht ihn ebenso populär wie einsam unter den Intellektuellen seiner Zeit. Zumal Camus schon mit 47 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kommt, ohne seinen persönlichsten Roman, „Der erste Mensch“, vollenden zu können.
Redaktion: Hildegard Schulte













